Der Steinmarder (Martes foina)
„Zwischen Dachboden und Steinmauer – das Leben des Steinmarders“
17/18.12.2025
Zwischen den letzten trockenen Blättern des Winters und den ersten zaghaften Trieben des neuen Jahres huschte ein schlanker Schatten hervor. Der Mond spiegelte sich in zwei wachsamen Augen, der buschige Schwanz wippte im Takt seiner Schritte.
Ein Steinmarder – unbemerkt von den meisten, doch mitten unter uns – erforschte aufmerksam seinen nächtlichen Lebensraum. Er prüfte jede Geruchsspur, lauschte in die Dunkelheit und bewegte sich so leise, dass selbst die Amsel im Apfelbaum ruhig blieb. Erst als der Marder die Form eines neugierigen Menschen im Fenster bemerkte, erstarrte er kurz – doch nur einen Herzschlag später war er verschwunden, lautlos wie ein Geheimnis, das die Nacht für sich behält.
17/18.12.2025
- Es war eine der ersten milden Frühjahrsnächte, als im stillen Hinterhof ein Rascheln in der Hecke zu hören war.
Zwischen den letzten trockenen Blättern des Winters und den ersten zaghaften Trieben des neuen Jahres huschte ein schlanker Schatten hervor. Der Mond spiegelte sich in zwei wachsamen Augen, der buschige Schwanz wippte im Takt seiner Schritte.
Ein Steinmarder – unbemerkt von den meisten, doch mitten unter uns – erforschte aufmerksam seinen nächtlichen Lebensraum. Er prüfte jede Geruchsspur, lauschte in die Dunkelheit und bewegte sich so leise, dass selbst die Amsel im Apfelbaum ruhig blieb. Erst als der Marder die Form eines neugierigen Menschen im Fenster bemerkte, erstarrte er kurz – doch nur einen Herzschlag später war er verschwunden, lautlos wie ein Geheimnis, das die Nacht für sich behält.
Artbeschreibung: Der Steinmarder im Porträt
Der Steinmarder (Martes foina) gehört zur Familie der Marderartigen und ist eng verwandt mit dem Baummarder. Dennoch unterscheidet er sich in mehreren wesentlichen Punkten:
Körperliche Merkmale
Verhalten & Lebensweise
Nahrung
Der Steinmarder ist ein opportunistischer Allesfresser.
Zu seinem Spektrum zählen:
Seine flexible Ernährungsweise ist einer der Gründe für seinen Erfolg in menschlichen Siedlungsbereichen.
Menschliche Nähe: ein Lebensraum der Chancen – und Risiken
Während der Baummarder fast ausschließlich Wälder bewohnt, hat der Steinmarder eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt:
Er lebt bevorzugt im Umfeld des Menschen.
Er nutzt:
sogar Motorenräume von Autos als warmen Unterschlupf
Diese Anpassung beruht nicht auf Aggression oder Zerstörungslust – sondern auf Überlebensinstinkt. Der Motorraum bietet Wärme, Schutz und Nähe zu möglichen Nahrungsquellen.
Perspektive des Steinmarders: Die Welt im Wandel
„Vor langer Zeit lebten meine Vorfahren zwischen Felsen, Burgruinen und natürlichen Steinhöhlen. Der Wind roch anders und die Nächte waren tiefer und stiller. Heute durchstreife ich eure Wohngebiete. Die Lichter eurer Straßen erhellen meine Pfade, die Gerüche eurer Häuser erzählen mir Geschichten von Essbarem und Gefahr.
Doch ich spüre, dass sich die Welt wandelt. Die Winter werden kürzer und wärmer – gut für manche von uns, verwirrend für andere. Wenn der Schnee ausbleibt und die Fruchtbildung im Wald sich verändert, muss ich neue Wege suchen. Ich lebe von dem, was ich finde, und ich folge meiner Natur: neugierig, vorsichtig und sehr anpassungsfähig.
Ich bin nicht euer Feind. Ich bin ein stiller Gast eurer Umgebung – und ein Zeuge der Veränderungen, die ihr auf dieser Erde bewirkt.“
Klimawandel & Lebensraumveränderung: Wie der Steinmarder darauf reagiert
Der Steinmarder ist ein Beispiel für erstaunliche Resilienz. Er profitiert teilweise von menschlicher Nähe, leidet aber auch unter den Folgen ökologischer Umbrüche:
Positive Effekte
Belastungen & Risiken
Gerade in urbanen und suburbanen Gebieten ist der Steinmarder ein Vermittler zwischen Wildnis und Zivilisation. Sein Dasein führt uns vor Augen, dass wir nicht allein in unseren Räumen leben: Das Zusammenspiel von Mensch und Natur findet direkt hinter unseren Häusern statt.
In der Aufnahme von Helga Zinnecker
Der Steinmarder (Martes foina) gehört zur Familie der Marderartigen und ist eng verwandt mit dem Baummarder. Dennoch unterscheidet er sich in mehreren wesentlichen Punkten:
Körperliche Merkmale
- Körperlänge: etwa 40–55 cm
- Schwanzlänge: 20–30 cm
- Gewicht: 1–2,5 kg (saisonal schwankend)
- Fell: graubraun bis schokoladenbraun
- Kehlfleck: weiß und gegabelt (typisches Erkennungsmerkmal)
- Gesicht: spitz, mit hellen Augen und hoher Sensorik
Verhalten & Lebensweise
- dämmerungs- und nachtaktiv
- hervorragender Kletterer
- springt und balanciert geschickt
- einzelgängerisch, außer in Paarungs- und Jungtierphasen
- territoriale Duftmarkierung mittels sogenannter Analdrüsen
Nahrung
Der Steinmarder ist ein opportunistischer Allesfresser.
Zu seinem Spektrum zählen:
- Kleinsäuger (z. B. Mäuse)
- Vögel und Eier
- Insekten
- Beeren und Früchte
- Aas
- gelegentlich menschliche Nahrungsreste
Seine flexible Ernährungsweise ist einer der Gründe für seinen Erfolg in menschlichen Siedlungsbereichen.
Menschliche Nähe: ein Lebensraum der Chancen – und Risiken
Während der Baummarder fast ausschließlich Wälder bewohnt, hat der Steinmarder eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt:
Er lebt bevorzugt im Umfeld des Menschen.
Er nutzt:
- Dachstühle
- Scheunen
- Gärten
- Hohlräume in Gebäuden
- Steinmauern
sogar Motorenräume von Autos als warmen Unterschlupf
Diese Anpassung beruht nicht auf Aggression oder Zerstörungslust – sondern auf Überlebensinstinkt. Der Motorraum bietet Wärme, Schutz und Nähe zu möglichen Nahrungsquellen.
Perspektive des Steinmarders: Die Welt im Wandel
„Vor langer Zeit lebten meine Vorfahren zwischen Felsen, Burgruinen und natürlichen Steinhöhlen. Der Wind roch anders und die Nächte waren tiefer und stiller. Heute durchstreife ich eure Wohngebiete. Die Lichter eurer Straßen erhellen meine Pfade, die Gerüche eurer Häuser erzählen mir Geschichten von Essbarem und Gefahr.
Doch ich spüre, dass sich die Welt wandelt. Die Winter werden kürzer und wärmer – gut für manche von uns, verwirrend für andere. Wenn der Schnee ausbleibt und die Fruchtbildung im Wald sich verändert, muss ich neue Wege suchen. Ich lebe von dem, was ich finde, und ich folge meiner Natur: neugierig, vorsichtig und sehr anpassungsfähig.
Ich bin nicht euer Feind. Ich bin ein stiller Gast eurer Umgebung – und ein Zeuge der Veränderungen, die ihr auf dieser Erde bewirkt.“
Klimawandel & Lebensraumveränderung: Wie der Steinmarder darauf reagiert
Der Steinmarder ist ein Beispiel für erstaunliche Resilienz. Er profitiert teilweise von menschlicher Nähe, leidet aber auch unter den Folgen ökologischer Umbrüche:
Positive Effekte
- milde Winter erhöhen Überlebensrate
- größere Verfügbarkeit von Nahrungsabfällen
- neue Rückzugsräume in Städten
Belastungen & Risiken
- zunehmender Verkehr → steigende Unfallzahlen
- Reduktion naturnaher Flächen
- Verlust alter Strukturen (Scheunen, Steinmauern)
- Verschiebung von Nahrungszyklen
Gerade in urbanen und suburbanen Gebieten ist der Steinmarder ein Vermittler zwischen Wildnis und Zivilisation. Sein Dasein führt uns vor Augen, dass wir nicht allein in unseren Räumen leben: Das Zusammenspiel von Mensch und Natur findet direkt hinter unseren Häusern statt.
In der Aufnahme von Helga Zinnecker
- Steinmarder bei der Nahrungsaufnahme
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Im Sommergras – die leise Welt der Heuschrecken
Im Sommergras – die leise Welt der Heuschrecken
15/16.12.2025
Er kannte diese Wiese seit seiner Kindheit, doch an diesem Abend schien sie anders zu wirken: lebendiger, geheimnisvoller.
Als er stehen blieb, bemerkte er zunächst nur die Wärme der Sonne auf seinem Rücken. Dann hörte er das leise Zirpen – erst fern, dann nah, dann plötzlich überall. Die Heuschrecken stimmten ihr Abendkonzert an. Jede von ihnen, so schien es, spielte in einer eigenen Tonlage. Es war keine Kakophonie, sondern ein Naturorchester – fein abgestimmt, voller Rhythmus.
15/16.12.2025
- Es war ein Juliabend, an dem die Luft leicht flimmerte und der Horizont in goldenes Licht getaucht war. Auf dem Weg am Rande des Dorfes war niemand mehr unterwegs – nur das Summen der Insekten und das Rascheln der Halme begleiteten den Wanderer, der diese Stunde liebte.
Er kannte diese Wiese seit seiner Kindheit, doch an diesem Abend schien sie anders zu wirken: lebendiger, geheimnisvoller.
Als er stehen blieb, bemerkte er zunächst nur die Wärme der Sonne auf seinem Rücken. Dann hörte er das leise Zirpen – erst fern, dann nah, dann plötzlich überall. Die Heuschrecken stimmten ihr Abendkonzert an. Jede von ihnen, so schien es, spielte in einer eigenen Tonlage. Es war keine Kakophonie, sondern ein Naturorchester – fein abgestimmt, voller Rhythmus.
Er kniete sich ins Gras und sah sie plötzlich überall: auf Halmen, zwischen Margeriten, am Rand einer kleinen Distel. Eine sprang direkt vor ihm auf, blitzschnell und zielgerichtet, als wäre ihre Landung genau geplant gewesen. Diese eine, mit langen, schlanken Hinterbeinen und einem tiefgrünen Rücken, schien ihn zu mustern – und er fing an, sie „die Tänzerin“ zu nennen.
An den folgenden Tagen kam er wieder. Er begann zu beobachten, wie die Heuschrecken ihre Reviere besetzten, wie sie mit kurzen Flügelschlägen und kehligem Zirpen Grenzen markierten. Er bemerkte, wie Jungtiere noch unsicher über kurze Distanzen sprangen, während ältere Exemplare meterweit katapultiert wurden – fast schwerelos im Flug.
Eines Tages, nach einem warmen Sommerregen, duftete die Wiese nach Erde und Blütennektar. In dieser frisch gewaschenen Welt entdeckte der Spaziergänger etwas Neues: winzige, kaum sichtbare Heuschreckenlarven, die sich an dünnen Halmen festklammerten. Er sah ihren ersten zögerlichen Sprung – und verstand: hier begann jedes Leben mit einem Versuch, die Schwerkraft zu überwinden.
Immer wieder kehrte er zurück, und mit jeder Woche nahm seine Faszination zu. Er begann zu lernen: Heuschrecken hören nicht mit den Ohren, sondern mit speziellen Organen an ihren Vorderbeinen. Ihre Flügel sind nicht nur zum Springen da, sondern auch feine Klanginstrumente. Ihre Farben variieren je nach Umgebung, manchmal fast unsichtbar, manchmal leuchtend wie frisch gewachsenes Blattwerk.
Einmal, an einem besonders warmen Nachmittag, sah er ein ungewöhnliches Schauspiel: Die „Tänzerin“ war in ein Duett verwickelt. Ein braun gemustertes Männchen näherte sich zögerlich, vibrierte mit den Flügeln und erzeugte ein zartes, rufendes Zirpen. Die Tänzerin antwortete mit einer kaum bemerkbaren Bewegung der Fühler – und der Wanderer spürte: Hier wird kommuniziert, verhandelt, entschieden.
Die Wiese wurde zu seinem Sommergeheimnis. Andere gingen daran vorbei, ohne zu merken, dass zwischen den Halmen ein kleines Universum existierte – voller Geschichten, Dramen, Begegnungen. Und irgendwann verstand er, warum ihm diese Heuschrecken so wichtig geworden waren: Sie verkörperten Leichtigkeit. Sie sprangen über Hindernisse, statt um sie herumzugehen. Sie lebten im Augenblick, ohne nach Morgen zu fragen.
Als der Sommer sich dem Ende neigte, wurde das Zirpen ruhiger, seltener. An einem frühen Septembertag verabschiedete sich der Spaziergänger symbolisch von seinen kleinen Lehrmeistern. Er wusste, dass der Kreislauf weitergehen würde: einige Eier würden überwintern, Larven im Frühling schlüpfen, und wieder würden kleine Akrobaten über die Wiese springen.
Er lächelte, als er heimwärts ging — denn er hatte verstanden, dass in den unscheinbarsten Geschöpfen oft die größte Schönheit steckt. Und dass man nur still genug sein muss, um sie zu bemerken.
Aufnahme von Dieter Zinßer
An den folgenden Tagen kam er wieder. Er begann zu beobachten, wie die Heuschrecken ihre Reviere besetzten, wie sie mit kurzen Flügelschlägen und kehligem Zirpen Grenzen markierten. Er bemerkte, wie Jungtiere noch unsicher über kurze Distanzen sprangen, während ältere Exemplare meterweit katapultiert wurden – fast schwerelos im Flug.
Eines Tages, nach einem warmen Sommerregen, duftete die Wiese nach Erde und Blütennektar. In dieser frisch gewaschenen Welt entdeckte der Spaziergänger etwas Neues: winzige, kaum sichtbare Heuschreckenlarven, die sich an dünnen Halmen festklammerten. Er sah ihren ersten zögerlichen Sprung – und verstand: hier begann jedes Leben mit einem Versuch, die Schwerkraft zu überwinden.
Immer wieder kehrte er zurück, und mit jeder Woche nahm seine Faszination zu. Er begann zu lernen: Heuschrecken hören nicht mit den Ohren, sondern mit speziellen Organen an ihren Vorderbeinen. Ihre Flügel sind nicht nur zum Springen da, sondern auch feine Klanginstrumente. Ihre Farben variieren je nach Umgebung, manchmal fast unsichtbar, manchmal leuchtend wie frisch gewachsenes Blattwerk.
Einmal, an einem besonders warmen Nachmittag, sah er ein ungewöhnliches Schauspiel: Die „Tänzerin“ war in ein Duett verwickelt. Ein braun gemustertes Männchen näherte sich zögerlich, vibrierte mit den Flügeln und erzeugte ein zartes, rufendes Zirpen. Die Tänzerin antwortete mit einer kaum bemerkbaren Bewegung der Fühler – und der Wanderer spürte: Hier wird kommuniziert, verhandelt, entschieden.
Die Wiese wurde zu seinem Sommergeheimnis. Andere gingen daran vorbei, ohne zu merken, dass zwischen den Halmen ein kleines Universum existierte – voller Geschichten, Dramen, Begegnungen. Und irgendwann verstand er, warum ihm diese Heuschrecken so wichtig geworden waren: Sie verkörperten Leichtigkeit. Sie sprangen über Hindernisse, statt um sie herumzugehen. Sie lebten im Augenblick, ohne nach Morgen zu fragen.
Als der Sommer sich dem Ende neigte, wurde das Zirpen ruhiger, seltener. An einem frühen Septembertag verabschiedete sich der Spaziergänger symbolisch von seinen kleinen Lehrmeistern. Er wusste, dass der Kreislauf weitergehen würde: einige Eier würden überwintern, Larven im Frühling schlüpfen, und wieder würden kleine Akrobaten über die Wiese springen.
Er lächelte, als er heimwärts ging — denn er hatte verstanden, dass in den unscheinbarsten Geschöpfen oft die größte Schönheit steckt. Und dass man nur still genug sein muss, um sie zu bemerken.
Aufnahme von Dieter Zinßer
- Grashüpfer auf Grasballen
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