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2026-02
Schwarzen Schneckenjäger
Bild zum Eintrag (1136742-160)
Der Schwarze Schneckenjäger – Heimlicher Helfer im Verborgenen

18/19.02.2026

  • Nach einem warmen Sommerregen dampfte der Waldboden noch leicht, als ein leises Rascheln zwischen feuchtem Laub zu hören war. 

Eine Schnecke tastete sich langsam über den Boden – nichtsahnend, dass sie beobachtet wurde. Nur wenige Zentimeter entfernt bewegte sich lautlos ein glänzend schwarzer Käfer durch das Moos. Mit schnellen, gezielten Schritten näherte er sich seiner Beute.
Der Schwarze Schneckenjäger ist kein auffälliger Waldbewohner, doch in der nächtlichen Welt von Laub, Totholz und feuchten Böden spielt er eine wichtige Rolle. Unermüdlich sorgt er dafür, dass Schneckenpopulationen im Gleichgewicht bleiben.

Artbeschreibung des Schwarzer Schneckenjäger

Der Schwarze Schneckenjäger ist ein Laufkäfer aus der Familie der Carabidae. Sein wissenschaftlicher Name lautet Cylindera germanica. Er gehört zu den spezialisierten Räubern unter den heimischen Käfern.


In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Schwarzer Schneckenjäger blickt in ein leeres Schneckenhaus 
Artenschutz in Franken®  
Äskulapnatter (Zamenis longissimus)
Bild zum Eintrag (1136714-160)
Die Äskulapnatter – Heimliche Kletterkünstlerin unserer Landschaften

18/19.02.2026

  • An einem warmen Frühsommertag wanderte eine Familie durch einen lichten Auwald. 

Die Sonne fiel in flirrenden Streifen durch das Blätterdach, als plötzlich ein leises Rascheln aus dem Gebüsch zu hören war. Zwischen Efeuranken und altem Totholz glitt eine schlanke, olivbraune Schlange elegant an einem Baumstamm empor. Lautlos und ruhig, fast würdevoll, verschwand sie in einer Astgabel.
Es war eine Äskulapnatter – ein Tier, das seit Jahrhunderten als Symbol für Heilkunst gilt und dessen Bild bis heute den Äskulapstab ziert. Trotz ihrer beeindruckenden Länge blieb sie friedlich und scheu. Für die Wanderer war es ein seltener, faszinierender Moment – für die Schlange jedoch nur ein weiterer Tag in ihrem Revier.

Artbeschreibung der Äskulapnatter

Die Äskulapnatter (wissenschaftlich: Zamenis longissimus) gehört zur Familie der Nattern (Colubridae) und ist eine der größten einheimischen Schlangenarten Mitteleuropas.


In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  • Schlanke Silhouette an einem sonnigen Hang.
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Vielfalt braucht Lebensräume, keine Schnelllösungen
Bild zum Eintrag (1136705-160)
Mehr Raum für Natur – weniger Aktionismus

18/19.02.2026

  • Als Naturschutzorganisation verstehen wir uns als Anwalt der biologischen Vielfalt und als Stimme für einen verantwortungsvollen, zukunftsfähigen Umgang mit unseren heimischen Ökosystemen. 

Vor diesem Hintergrund beziehen wir klar und sachlich begründet Stellung gegen sogenannte „Raubwildwochen“. Maßnahmen, die auf eine zeitlich gebündelte, intensive Bejagung bestimmter Beutegreiferarten abzielen, halten wir für ökologisch nicht zielführend und langfristig nicht geeignet, die komplexen Ursachen von Artenrückgängen wirksam zu adressieren.
Ökologische Systeme sind keine einfachen Ursache-Wirkungs-Ketten, sondern hochkomplexe Beziehungsgefüge. Beutegreifer wie Fuchs, Marder oder Rabenvögel übernehmen wichtige Funktionen im Naturhaushalt: Sie regulieren Bestände, entfernen kranke oder geschwächte Individuen und beeinflussen das Verhalten anderer Arten. Prädation ist ein natürlicher Prozess und Teil evolutiv gewachsener Gleichgewichte. Eine kurzfristige Reduktion einzelner Arten greift daher häufig zu kurz und kann durch kompensatorische Effekte – etwa erhöhte Reproduktionsraten oder Zuwanderung aus benachbarten Gebieten – relativiert werden.

Gleichzeitig erkennen wir an, dass es in intensiv genutzten Kulturlandschaften zu Konflikten kommen kann. Rückgänge bei Bodenbrütern oder Niederwildarten sind jedoch in erster Linie Ausdruck tiefgreifender Lebensraumveränderungen: großflächige Monokulturen, Verlust von Brachen, Hecken und Feldgehölzen, Entwässerung von Feuchtflächen, hohe Mahdintensität sowie zunehmende Zerschneidung durch Infrastruktur. In ausgeräumten Landschaften fehlen Deckung, Nahrung und störungsarme Rückzugsräume. In solchen Systemen wirken Prädatoren stärker, weil alternative Strukturen fehlen – nicht, weil ihre bloße Existenz das Problem darstellt.

Wir sind überzeugt, dass nachhaltiger Artenschutz an den Ursachen ansetzen muss. 

Statt kurzfristiger Eingriffe plädieren wir für eine konsequent optimierte Lebensraumgestaltung:

  • Wiederherstellung strukturreicher Agrarlandschaften mit Hecken, Blühstreifen, Altgrasstreifen und Feldrainen

  • Erhalt und Entwicklung von Feuchtgebieten, Kleingewässern und extensiv genutzten Wiesen

  • Späte und angepasste Mahdregime zum Schutz von Bodenbrütern

  • Schaffung störungsarmer Rückzugsräume

  • Biotopvernetzung zur Förderung stabiler Populationen

Solche Maßnahmen kommen einer Vielzahl von Arten zugute – unabhängig davon, ob sie Beute- oder Beutegreiferarten sind. Ziel muss ein funktionsfähiges, resilientes Ökosystem sein, das natürliche Regulationsmechanismen wieder stärker ermöglicht.

Darüber hinaus halten wir es für wichtig, Debatten über Artenschutz sachlich und faktenbasiert zu führen. Pauschale Schuldzuweisungen an einzelne Tierarten werden den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht gerecht und tragen nicht zu konstruktiven Lösungen bei. Erfolgreicher Naturschutz erfordert Geduld, langfristige Strategien und Kooperation statt Symbolmaßnahmen.

Unsere Organisation setzt sich daher für einen integrativen Ansatz ein, der Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Politik gleichermaßen einbindet. Wir möchten Brücken bauen und gemeinsam tragfähige Konzepte entwickeln, die sowohl den Schutz bedrohter Arten als auch die berechtigten Interessen der Landnutzer berücksichtigen.

Ein Nebeneinander unterschiedlicher Arten ist möglich – wenn wir Lebensräume so gestalten, dass sie Vielfalt tragen können. Unser Ziel ist eine Landschaft, die wieder Raum für natürliche Prozesse bietet und in der kurzfristige, aus unserer Sicht unzureichende Maßnahmen wie „Raubwildwochen“ nicht notwendig sind. Nachhaltiger Naturschutz bedeutet, die Grundlagen des Lebensraumes zu stärken – nicht Symptome isoliert zu bekämpfen.

In der Aufnahme
  • Junges führenes Fuchsweibchen erschossen und weggeworfen wie ein Stück Schmutz! Für solche Situationen haben wir wirklich keinerlei Verständnis. Man kann zu Füchsen stehen wie man mag, doch wo bleibt die Ehrfurcht vor der Natur wenn eine junge Fuchsmutter, die noch dazu Jungen "führte" einfach erschossen wird! 
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Spießente (Anas acuta)
Bild zum Eintrag (1136701-160)
Die Spießente (Anas acuta)

17/18.02.2026

  • Im ersten Licht eines kalten Frühlingsmorgens liegt der See still zwischen Schilf und flachen Wiesen. Ein feiner Nebelschleier zieht über das Wasser. Plötzlich hebt sich aus der grauen Fläche die elegante Silhouette einer Ente mit langem, spitz zulaufendem Schwanz. 

Mit ruhigen Flügelschlägen landet sie zwischen anderen Wasservögeln, ihr schlanker Hals aufrecht, wachsam und doch gelassen. Es ist eine Spießente – eine Reisende zwischen den Kontinenten, die jedes Jahr weite Strecken überwindet, um geeignete Brut- und Rastgebiete zu finden.
Artbeschreibung

Die Spießente (Anas acuta) gehört zur Familie der Entenvögel (Anatidae) und zählt zu den elegantesten Schwimmenten Europas. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 51 bis 76 Zentimetern und eine Flügelspannweite von bis zu 95 Zentimetern. Besonders auffällig ist der lange, spitz zulaufende Schwanz, dem sie ihren deutschen Namen verdankt.

Im Prachtkleid zeigt das Männchen ein kontrastreiches Erscheinungsbild: ein schokoladenbrauner Kopf, ein weißer Halsstreifen, der sich bis zur Brust zieht, sowie ein grauer Körper mit feiner Zeichnung. Das Weibchen ist unauffälliger braun gemustert, was eine gute Tarnung während der Brutzeit bietet. Beide Geschlechter besitzen einen schlanken, blaugrauen Schnabel.

Die Spießente brütet bevorzugt in offenen Landschaften mit flachen Gewässern, Feuchtwiesen und Tundrengebieten. Ihr Nest legt sie gut versteckt am Boden in der Vegetation an. Außerhalb der Brutzeit ist sie häufig an Seen, Flussmündungen, Küstenlagunen und Überschwemmungsflächen zu beobachten. Als Zugvogel überwintert sie in südlicheren Regionen Europas, Afrikas oder Asiens.

Ernährungstechnisch ist sie vielseitig: Sie gründelt im flachen Wasser nach Wasserpflanzen, Samen und kleinen wirbellosen Tieren.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima


Die Spießente ist eine anpassungsfähige, aber zugleich empfindliche Art, wenn es um Veränderungen ihrer Lebensräume geht.

Lebensraumveränderung

Die Entwässerung von Feuchtgebieten, intensive Landwirtschaft und die Bebauung von Auenlandschaften führen zu einem Rückgang geeigneter Brut- und Rastplätze. Besonders problematisch ist der Verlust flacher Überschwemmungsflächen, die für die Nahrungsaufnahme während des Zuges entscheidend sind. Störungen durch Freizeitnutzung oder Prädatoren können zusätzlich den Bruterfolg beeinträchtigen.

Klimawandel


Veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen Wasserstände in Brutgebieten. In nördlichen Regionen können frühere Schneeschmelzen und Trockenperioden die Verfügbarkeit geeigneter Brutplätze verändern. Gleichzeitig verschieben sich Zugzeiten und Überwinterungsgebiete. Mildere Winter führen dazu, dass einige Populationen weiter nördlich überwintern, während extreme Wetterereignisse das Nahrungsangebot zeitweise stark einschränken können.

Zukunftsperspektive

Die langfristige Entwicklung der Spießente hängt stark vom Schutz internationaler Feuchtgebiete ab. Da sie weite Zugstrecken zurücklegt, ist die Art auf ein Netzwerk geeigneter Lebensräume angewiesen. Schutzprogramme für Feuchtgebiete, nachhaltige Wasserbewirtschaftung und internationale Zusammenarbeit im Vogelzugschutz spielen eine zentrale Rolle. Wo natürliche Überschwemmungsdynamiken erhalten bleiben, bestehen gute Chancen für stabile Bestände.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  •     Spießenten bei der Nahrungssuche im flachen Wasser.
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Großer Pestwurzrüssler (Liparus glabrirostris)
Bild zum Eintrag (1136693-160)
Der Große Pestwurzrüssler (Liparus glabrirostris)

17/18.02.2026

  • An einem kühlen Frühlingsmorgen im Gebirge glitzert der Tau auf den breiten Blättern der Pestwurz. Zwischen den kräftigen Stängeln bewegt sich langsam ein schwarz glänzender Käfer. 

Bedächtig tastet er mit seinem langen Rüssel die Blattoberfläche ab, als prüfe er sein Revier. Für einen Moment verharrt er reglos im Sonnenlicht – perfekt getarnt im Schatten der Pflanze, von der sein Leben abhängt. Es ist der Große Pestwurzrüssler, ein Spezialist unter den Käfern und ein stiller Bewohner naturnaher Feuchtgebiete.
Artbeschreibung

Der Große Pestwurzrüssler (Liparus glabrirostris) ist ein auffälliger Vertreter der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 20 Millimetern zählt er zu den größeren heimischen Rüsselkäfern. Sein Körper ist tiefschwarz und meist leicht glänzend. Charakteristisch ist der kräftige, nach vorn verlängerte Rüssel, der – wie bei allen Rüsselkäfern – das wichtigste Erkennungsmerkmal darstellt.

Die Art ist eng an ihre Wirtspflanzen gebunden, vor allem an die Pestwurz (Petasites). Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt an Stängeln oder in der Nähe der Wurzeln dieser Pflanzen ab. Die Larven entwickeln sich im Inneren der Pflanze, wo sie gut geschützt vor Fressfeinden heranwachsen. Nach der Verpuppung schlüpfen die erwachsenen Käfer, die man häufig von Frühjahr bis Frühsommer beobachten kann.

Der Große Pestwurzrüssler besiedelt vor allem feuchte Standorte wie Bachufer, Auwälder, feuchte Wiesen und Gebirgsregionen. Er ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet, jedoch aufgrund seiner speziellen Lebensweise meist lokal gebunden.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima


Wie viele spezialisierte Insektenarten steht auch der Große Pestwurzrüssler vor Herausforderungen. Seine enge Bindung an bestimmte Wirtspflanzen macht ihn empfindlich gegenüber Veränderungen im Lebensraum.

Lebensraumveränderung

Die Regulierung von Flüssen, Trockenlegung von Feuchtgebieten und intensive landwirtschaftliche Nutzung führen zu einem Rückgang naturnaher Uferzonen. Wo Pestwurzbestände verschwinden, verliert auch der Große Pestwurzrüssler seine Entwicklungsgrundlage. Fragmentierte Lebensräume erschweren zudem die Ausbreitung und den genetischen Austausch zwischen Populationen.

Klimawandel

Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen Feuchtgebiete besonders stark. Längere Trockenperioden können die Vitalität der Pestwurzbestände beeinträchtigen. Gleichzeitig könnten sich die geeigneten Lebensräume in höhere Lagen verschieben. Für eine Art mit begrenzter Ausbreitungsfähigkeit stellt dies eine zusätzliche Herausforderung dar.

Zukunftsperspektive

Die Zukunft des Großen Pestwurzrüsslers hängt eng vom Erhalt naturnaher Feuchtlebensräume ab. Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern, der Schutz von Auenlandschaften und eine extensive Bewirtschaftung von Feuchtwiesen können dazu beitragen, stabile Populationen zu sichern. Als spezialisierte Art ist er ein Indikator für intakte, strukturreiche Lebensräume – sein Vorkommen weist auf eine hohe ökologische Qualität hin.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  •     Großer Pestwurzrüssler auf einem Blatt der Pestwurz in einem feuchten Auwald.
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Sperlingskauz und Waldkauz
Bild zum Eintrag (1136687-160)
Sperlingskauz und Waldkauz

17/18.02.2026


  • Ein neuer Film von Helga und Hubertus Zinnecker

Nach den Aufnahmen von Sperlingskauz und Waldkauz in den Volieren im Tierfreigelände im Nationalpark Bayerischer Wald, folgen Aufnahmen dieser Käuze in der freien Natur.


Quelle 
Helga und Hubertus Zinnecker
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Braunwurzblattwespe (Tenthredo scrophulariae)
Bild zum Eintrag (1136665-160)
Die Braunwurzblattwespe (Tenthredo scrophulariae)

16/17.02.2026

  • An einem warmen Junimorgen landet eine schwarz-gelb gezeichnete Gestalt auf den violettbraunen Blüten einer wilden Braunwurz am Wegrand. 

Zwischen summenden Bienen und schillernden Käfern wirkt sie wie eine Wespe – doch sie ist friedlicher Natur. Behutsam prüft sie die Blätter, verharrt einen Moment in der Sonne und beginnt schließlich mit ihrer wichtigen Aufgabe: der Eiablage.

Was für Spaziergänger kaum auffällt, ist für die Natur ein bedeutender Kreislauf. Diese unscheinbare Besucherin ist die Braunwurzblattwespe – eine faszinierende Vertreterin der Pflanzenwespen, deren Leben eng mit der Braunwurz verknüpft ist.
Artbeschreibung

Die Braunwurzblattwespe gehört zur Familie der Echten Blattwespen (Tenthredinidae). Anders als „echte“ Wespen besitzt sie keinen Stachel und ist für Menschen harmlos.

Merkmale:

  •     Körperlänge: etwa 12–15 Millimeter
  •     Färbung: Schwarz mit leuchtend gelben Zeichnungen
  •     Flügel: durchscheinend, leicht bräunlich schimmernd
  •     Fühler: lang und fadenförmig
  •     Erscheinungszeit: meist von Mai bis Juli

Auf den ersten Blick ähnelt sie einer Wehrwespe – eine typische Mimikry, die Fressfeinde abschrecken soll.

Lebensweise:
Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen. Die Weibchen legen ihre Eier gezielt in die Blätter von Braunwurzarten (Gattung Scrophularia).

Nach dem Schlüpfen fressen die Larven – die eher an kleine Raupen erinnern – an den Blättern der Wirtspflanze. Dabei sind sie meist gut getarnt. Nach mehreren Entwicklungsstadien verpuppen sie sich im Boden. Im folgenden Frühjahr schlüpfen die erwachsenen Tiere und beginnen den Kreislauf erneut.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Braunwurzblattwespe ist stark an das Vorkommen ihrer Wirtspflanzen gebunden. Veränderungen in der Landschaft wirken sich daher unmittelbar auf ihren Bestand aus.

Lebensraumveränderung

  •     Intensivierte Landwirtschaft reduziert Wildpflanzenbestände.
  •     Versiegelung von Flächen zerstört Entwicklungsräume.
  •     Monotone Grünanlagen bieten oft keine geeigneten Wirtspflanzen.

Wo Braunwurzarten verschwinden, verschwindet langfristig auch die Braunwurzblattwespe.

Klimawandel

Der Klimawandel bringt sowohl Chancen als auch Risiken:

  •     Frühere Vegetationsperioden können die Entwicklungszeiten verschieben.
  •     Längere Trockenphasen können Wirtspflanzen schwächen oder verdrängen.
  •     Mildere Winter könnten höhere Überlebensraten der Puppen ermöglichen.

Entscheidend ist das Gleichgewicht zwischen Pflanze, Insekt und Umwelt. Verschieben sich Blütezeit und Entwicklungszeit zu stark gegeneinander, kann es zu sogenannten „Phänologie-Verschiebungen“ kommen – die Wespen finden dann unter Umständen nicht mehr zur optimalen Zeit geeignete Nahrung.

Bedeutung für das Ökosystem

Auch wenn sie unscheinbar wirkt, erfüllt die Braunwurzblattwespe mehrere ökologische Funktionen:


  •     Bestäubung von Wildpflanzen
  •     Nahrung für Vögel und andere Insektenfresser
  •     Teil komplexer Nahrungsketten
  •     Ihr Vorkommen zeigt oft eine gewisse ökologische Vielfalt und das Bestehen naturnaher Lebensräume an.

In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  •     Larve der Braunwurzblattwespe auf einem Braunwurzblatt
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Teichmolch (Lissotriton vulgaris)
Bild zum Eintrag (1136663-160)
Der Teichmolch (Lissotriton vulgaris)

16/17.02.2026

  • Zwischen Wasser und Land – Die stille Reise eines Teichmolchs

In der Dämmerung eines milden Frühlingsabends regt sich etwas im feuchten Laub am Rand eines Gartenteichs. Ein kleiner Molch hebt vorsichtig den Kopf. Der Winter ist vorbei, und der Duft von Wasser liegt in der Luft. Mit langsamen, eleganten Bewegungen macht er sich auf den Weg zurück in sein Laichgewässer.
Im Mondlicht wirkt sein Körper beinahe durchscheinend. Bald wird er im Wasser eine neue Gestalt annehmen – mit einem gewellten Rückenkamm und leuchtend gefärbter Unterseite. Für einige Wochen gehört sein Leben ganz dem Teich. Dann wird er wieder an Land verschwinden, fast unsichtbar zwischen Moos, Wurzeln und Steinen.

Dieser kleine Wanderer ist der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) – eine der bekanntesten und zugleich faszinierendsten Amphibienarten Europas.


In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Teichmolch in Wassertracht ... temporär an Land 
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Die Wechselkröte (Bufotes viridis)
Bild zum Eintrag (1136657-160)
Die Wechselkröte (Bufotes viridis)

16/17.02.2026

  • Die Hüterin der Pfützen

Als der erste warme Regen im April auf den staubigen Boden fiel, regte sich etwas zwischen Kieselsteinen und jungen Gräsern. Unter einem flachen Stein öffnete eine kleine Wechselkröte langsam ihre Augen. Wochenlang hatte sie im Erdreich überwintert, nun lockte sie die feuchte Nacht hinaus in die Welt.

Die Luft vibrierte vor Leben. In der Ferne glitzerte eine frische Regenpfütze, kaum größer als ein Gartenteich – doch für sie war es ein Versprechen. Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen. Ihr Rücken schimmerte in unregelmäßigen grünen Flecken, als hätte jemand ein Stück Wiese auf hellem Sand gemalt. Zwischen den Steinen war sie fast unsichtbar.
Der Weg war nicht ungefährlich. Wo früher eine offene Brache lag, führte nun eine Straße entlang. Die Kröte wartete geduldig, bis es still wurde, und huschte dann mit erstaunlicher Entschlossenheit hinüber. Jede Nacht zählte. Das Wasser würde nicht lange bleiben – vielleicht nur ein paar Wochen.

Am Rand der Pfütze angekommen, hörte sie das leise Trillern eines Männchens. Es war ein sanfter, anhaltender Ruf, der über das Wasser schwebte. Bald würde hier neues Leben entstehen: lange Laichschnüre im klaren Flachwasser, kleine Kaulquappen, die sich im warmen Sonnenlicht rasch entwickeln.

Die Wechselkröte wusste nichts von Bebauungsplänen oder Klimadiagrammen. Doch sie spürte Veränderungen. Manche Jahre waren trockener als andere. Manchmal verdunstete das Wasser schneller, als ihre Nachkommen wachsen konnten. Manchmal aber schenkte ein kühler, regenreicher Frühling ihren Kaulquappen genug Zeit, Beine zu entwickeln und das Ufer zu erobern.

Als die Sonne aufging, verschwand sie wieder zwischen Steinen und in einer selbst gescharrten Mulde. Unspektakulär, leise, kaum beachtet – und doch unverzichtbar. Denn mit jedem Insekt, das sie fraß, mit jeder Generation, die sie hervorbrachte, war sie Teil eines empfindlichen Netzes aus Boden, Wasser und Licht.

Die Wechselkröte ist eine Spezialistin für das Vorübergehende. Sie braucht keine großen Seen, keine dichten Wälder. Ihr reichen flache Gewässer, offene Flächen, ein bisschen Wärme – und Zeit. Zeit, die wir ihr lassen können.

Wenn wir Baustellenbrachen nicht sofort versiegeln, wenn wir kleine Tümpel erhalten oder neu anlegen, wenn wir Lebensräume miteinander verbinden, dann helfen wir nicht nur einer einzelnen Art. Wir bewahren kleine Wunder am Rand unserer Städte und Dörfer.

Und vielleicht, an einem milden Frühlingsabend, hören wir dann wieder dieses leise, vibrierende Trillern aus einer unscheinbaren Pfütze – das Lied einer Überlebenskünstlerin, die uns zeigt, wie wertvoll selbst die kleinsten Lebensräume sein können.



In der Aufnahme von Michael Horn
  • Männliche Wechselkröte während der nächtlichen Rufphase.
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Behaarte Laubschnecke (Trichia hispida).
Bild zum Eintrag (1136623-160)
Die Behaarte Laubschnecke (Trichia hispida).

15/16.02.2026

  • Ein Morgen im feuchten Gras

Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Hecke fallen, glitzern Tautropfen wie kleine Kristalle auf den Blättern. Zwischen Löwenzahn und Klee regt sich etwas. Langsam, fast bedächtig, schiebt sich eine kleine Schnecke über ein welkes Blatt. 

Ihr Haus wirkt im Gegenlicht leicht zottelig, als trüge es einen feinen Pelz. Für die meisten bleibt sie unscheinbar – doch in ihrer Welt ist sie eine Pionierin, eine Überlebenskünstlerin zwischen Wiese, Wegrand und Gartenbeet: die Behaarte Laubschnecke (Trichia hispida).
Artbeschreibung

Die Behaarte Laubschnecke ist eine kleine bis mittelgroße Landschnecke aus der Familie der Laubschnecken (Hygromiidae). Ihr Gehäuse erreicht in der Regel einen Durchmesser von etwa 8 bis 15 Millimetern. Charakteristisch ist die feine Behaarung des Hauses, die besonders bei jungen Tieren deutlich ausgeprägt ist. Diese Härchen können im Laufe der Zeit teilweise abgerieben werden, sodass ältere Exemplare oft weniger „zottelig“ erscheinen.

Das Gehäuse ist meist bräunlich bis gelblich-braun gefärbt und zeigt variable, oft schwach ausgeprägte Bänder oder Farbnuancen. Es ist flach gewölbt mit mehreren Windungen und einer deutlich sichtbaren Mündung. Der Weichkörper der Schnecke ist grau bis bräunlich.

Trichia hispida ist in weiten Teilen Europas verbreitet und kommt in unterschiedlichen Lebensräumen vor: auf Wiesen, in Gärten, an Waldrändern, in Hecken, an Wegrändern oder in Gebüschen. Sie bevorzugt eher feuchte, strukturreiche Standorte mit ausreichend Pflanzenbewuchs. Dort ernährt sie sich vor allem von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Algenbelägen und zarten Pflanzenteilen. Als Zersetzer trägt sie zur Humusbildung und damit zur Bodenfruchtbarkeit bei.

Die Behaarte Laubschnecke ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Bei Trockenheit zieht sie sich in geschützte Bereiche zurück und verschließt ihre Gehäuseöffnung mit einem Schleimfilm, um Feuchtigkeit zu bewahren.

Perspektive im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Behaarte Laubschnecke gilt als vergleichsweise anpassungsfähig und ist auch in vom Menschen geprägten Landschaften anzutreffen. Dennoch bleibt sie – wie viele wirbellose Tiere – von Veränderungen ihres Lebensraums nicht unberührt.

Lebensraumveränderung:
Intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung, häufiges Mähen von Wiesen und das Entfernen von Hecken oder Saumstrukturen reduzieren Rückzugsorte und Nahrungsquellen. Besonders strukturreiche Übergangszonen mit Laubstreu, Krautschicht und Totholz sind für die Schnecke wichtig. Gehen diese verloren, schrumpfen geeignete Mikrohabitate.

Klimawandel:
Als feuchtigkeitsliebendes Tier reagiert Trichia hispida sensibel auf längere Trockenperioden und steigende Temperaturen. Häufigere Dürresommer können zu erhöhter Sterblichkeit führen, vor allem wenn schattige Rückzugsorte fehlen. Gleichzeitig kann eine mildere Winterperiode die Überlebensrate steigern und die Ausbreitung in nördlichere oder höher gelegene Regionen begünstigen.

Die Zukunft der Behaarten Laubschnecke hängt daher stark von der Qualität kleinräumiger Lebensräume ab. Strukturvielfalt in Gärten, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Hecken und unversiegelte Flächen bieten wichtige Refugien. Naturnahe Gestaltung und der Erhalt von Feuchtbereichen können dazu beitragen, stabile Populationen zu sichern.



In der Aufnahme von Edi Rietberger
  •     Der Lebensraum dieser Schnecke ist, langjährig liegendes Totholz.
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Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis)
Bild zum Eintrag (1136617-160)
Die Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis)

15/16.02.2026

  • Die grüne Tänzerin im Morgentau

Als die ersten Sonnenstrahlen über die Feuchtwiese wandern, glitzern Tautropfen wie kleine Kristalle auf den Halmen. Zwischen Binsen und Gräsern sitzt sie – schmal, leuchtend grün und fast durchsichtig im Gegenlicht. 

Mit einem schnellen Satz wechselt sie den Halm, kaum wahrnehmbar für das ungeübte Auge. Für einen Moment verharrt sie, als lausche sie dem Summen der Umgebung. Dann hebt sie die Flügel leicht an, und ihr zarter Körper schimmert wie emailliert. Die Binsenschmuckzikade ist wach – und mit ihr beginnt ein neuer Tag im Mikrokosmos der Feuchtwiese.
Artbeschreibung: Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis)

Die Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis) gehört zur Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae). Mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimetern zählt sie zu den mittelgroßen Vertretern dieser artenreichen Gruppe. Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend grüne Grundfärbung, die ihr eine hervorragende Tarnung in ihrem bevorzugten Lebensraum bietet. Weibchen zeigen häufig gelbliche bis orangefarbene Zeichnungen am Hinterleib, während Männchen meist einheitlicher grün gefärbt sind.

Der Körper ist schlank und keilförmig, typisch für viele Blatt- und Zwergzikaden. Die kräftigen Hinterbeine ermöglichen weite Sprünge, mit denen sie bei Störungen blitzschnell das Weite sucht. Wie alle Zikaden besitzt sie stechend-saugende Mundwerkzeuge. Damit zapft sie Pflanzensäfte an, vor allem von Gräsern, Seggen und Binsen.

Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feuchte Wiesen, Moore, Gräben und Uferbereiche – überall dort, wo ausreichend krautige Vegetation und eine gewisse Bodenfeuchte vorhanden sind. Die Entwicklung verläuft über mehrere Nymphenstadien, die den erwachsenen Tieren bereits ähneln, jedoch noch keine voll entwickelten Flügel besitzen. In Mitteleuropa ist die Art meist von späten Frühjahr bis in den Herbst hinein zu beobachten.

Perspektiven im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Binsenschmuckzikade ist eng an feuchte Lebensräume gebunden. Genau diese Lebensräume zählen jedoch zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen. Entwässerung von Mooren, intensive landwirtschaftliche Nutzung, Bebauung und die Umwandlung artenreicher Wiesen in Monokulturen führen zu einem deutlichen Rückgang geeigneter Habitate.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen können Feuchtwiesen austrocknen oder ihre Vegetationszusammensetzung verändern. Pflanzenarten, auf die die Binsenschmuckzikade spezialisiert ist, gehen zurück oder werden durch trockenheitsresistentere Arten ersetzt. Dadurch verändert sich auch das Nahrungsangebot.

Gleichzeitig kann eine moderate Erwärmung in nördlicheren Regionen zu einer Ausbreitung der Art führen, sofern geeignete Feuchtflächen erhalten bleiben oder neu entstehen. Die Zukunft der Binsenschmuckzikade hängt daher stark von einem nachhaltigen Umgang mit Feuchtgebieten ab. Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedervernässung von Mooren sowie eine extensive Bewirtschaftung von Wiesen können dazu beitragen, ihren Lebensraum langfristig zu sichern.

Die Binsenschmuckzikade steht exemplarisch für viele unscheinbare, aber ökologisch bedeutsame Insektenarten: Ihr Schicksal ist eng mit der Vielfalt und Stabilität unserer Landschaften verknüpft.



In der Aufnahme von Klaus Sanwald 

  •     Die Grüne Zwergzikade erreicht eine Körperlänge von etwa einen Zentimeter. In der Aufnahme erkennen wir ein Männchen, deren Flügel blau, bei den weiblichen Tieren in der regel grün gefärbt sind. Diese Zikadenart sind häufig bei uns anzutreffen. Die Ernährung wird saugend an Gräsern etc. umgesetzt.
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Bleichstreuner (Liocranoeca striata)
Bild zum Eintrag (1136609-160)
Der Bleichstreuner (Liocranoeca striata)

15/16.02.2026

  • Noch bevor der Morgennebel zwischen den Grashalmen verschwindet, bewegt sich etwas fast Unsichtbares über den Boden. 

Lautlos, zielstrebig und stets in Deckung bleibt der Bleichstreuner. Während größere Tiere den neuen Tag begrüßen, beginnt für ihn die aktive Phase – ein Leben im Verborgenen, geprägt von Geduld, Vorsicht und einem feinen Gespür für seine Umgebung. Kaum jemand bemerkt ihn, doch er ist ein fester Bestandteil dieses Lebensraums.
Artbeschreibung: Bleichstreuner (Liocranoeca striata)

Der Bleichstreuner (Liocranoeca striata) gehört zur Familie der Liocranidae und ist eine eher unscheinbare, bodenbewohnende Spinnenart. Sein Name leitet sich von der hellen, oft grau-beigen Grundfärbung ab, die ihm eine hervorragende Tarnung auf trockenem Boden, zwischen Laub oder Steinen ermöglicht. Charakteristisch sind die feinen, dunkleren Längsstreifen auf dem Hinterleib, die der Art ihren wissenschaftlichen Namen striata („gestreift“) verleihen.

Mit einer Körpergröße von nur wenigen Millimetern zählt der Bleichstreuner zu den kleineren Spinnenarten. Er baut keine Fangnetze, sondern ist ein aktiver Jäger, der seine Beute – vor allem kleine Insekten und andere Gliederfüßer – am Boden aufspürt. Tagsüber hält er sich meist versteckt, während er in den Abend- und Nachtstunden aktiv wird.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima

Wie viele bodenlebende Wirbellose ist auch der Bleichstreuner stark von stabilen Mikrohabitaten abhängig. Strukturreiche Böden mit Laub, Totholz, Steinen oder dichter Vegetation bieten ihm Schutz, Jagdmöglichkeiten und geeignete Rückzugsorte. Durch zunehmende Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft und den Rückgang naturnaher Lebensräume gehen diese Strukturen jedoch vielerorts verloren.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklungen zusätzlich. Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen Bodenfeuchte und Vegetation – Faktoren, die für den Bleichstreuner entscheidend sind. Zwar besitzt die Art eine gewisse Anpassungsfähigkeit, doch extreme Bedingungen und der Verlust geeigneter Lebensräume könnten langfristig zu lokalen Bestandsrückgängen führen.

Gleichzeitig zeigt der Bleichstreuner, wie wichtig selbst kleine, oft übersehene Lebensräume sind. Der Erhalt strukturreicher Flächen, extensiv genutzter Grünräume und naturnaher Randbereiche kann dazu beitragen, dieser und vielen anderen Arten eine Zukunft zu sichern.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Weibchen und Jungtiere sind hell gelbbraun mit kaum ausgeprägter Zeichnung Männchen werden als kleiner und dunkler beschrieben Interessant zu sehen wie sich die Spinne auf der Wasseroberfläche bewegt, ohne die die Oberflächenspannung zu durchbrechen.
Artenschutz in Franken®  
Platystoma seminationis – die stille Breitmundfliege unserer Landschaften
Bild zum Eintrag (1136575-160)
Platystoma seminationis – die stille Breitmundfliege unserer Landschaften

14/15.02.2026

  • Ein warmer Frühsommermorgen auf einer Wiese. Zwischen Gräsern und Bodenstreu bewegt sich eine kleine, unscheinbare Fliege. 

Sie hält kurz inne, tastet den Untergrund ab und setzt dann flink ihren Weg fort. Platystoma seminationis, kaum wahrnehmbar für das menschliche Auge, erkundet ihre Umgebung – ein leiser, aber unverzichtbarer Akteur im Ökosystem.
Artbeschreibung

Platystoma seminationis gehört zur Familie der Breitmundfliegen (Platystomatidae). Die erwachsenen Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 5–8 Millimetern. Sie haben einen dunkel glänzenden, gedrungenen Körper, breite, teilweise gemusterte Flügel und auffällige, rote Facettenaugen. Die Beine sind schlank, was schnelle Bewegungen und Wendigkeit am Boden ermöglicht.

Diese Fliegenart lebt überwiegend am Boden und auf niedriger Vegetation. Sie ernährt sich von verrottendem organischem Material und kann dadurch Nährstoffe im Boden recyceln. Typische Lebensräume sind extensiv genutzte Wiesen, Waldränder, Laubstreu, Kompostbereiche und gelegentlich Viehweiden.

Perspektive von Platystoma seminationis

Aus meiner Sicht als Platystoma seminationis ist mein Leben eng mit dem Boden verbunden. Ich bin klein, unauffällig und dennoch wichtig: Während ich Nahrung suche und mich fortpflanze, unterstütze ich den Kreislauf von organischem Material. Jede Veränderung im Lebensraum wirkt sich direkt auf mein Überleben aus. Feuchte, strukturreiche Böden mit ausreichend Nahrung sind meine Heimat – ohne sie wird das Leben für mich deutlich schwieriger.

Lebensraum, Veränderungen und Klimawandel

Platystoma seminationis ist auf strukturreiche, halboffene Flächen angewiesen. Intensive Landwirtschaft, Versiegelung, häufige Mahd und die Entfernung von Hecken oder Laubmaterial führen zu Lebensraumverlust. Auch der Klimawandel stellt die Art vor Herausforderungen: Längere Trockenperioden reduzieren verfügbare Nahrungsquellen und feuchte Mikrohabitate, während Starkregen oder Überschwemmungen sensible Bodenbereiche zerstören.

Der Schutz extensiv genutzter Flächen, naturnaher Waldränder, Laubstreu und Kompostbereiche ist entscheidend, um Platystoma seminationis langfristig zu sichern. Solche Rückzugsorte tragen dazu bei, dass diese kleine Breitmundfliege auch weiterhin ihre ökologische Funktion als Zersetzer erfüllen kann.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Platystoma seminationis
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Gemeiner Riesenschirmling
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Der Gemeine Riesenschirmling

14/15.02.2026

  • Ich, der Gemeine Riesenschirmling, auch bekannt als Parasol oder Riesenschirmpilz, trage den wissenschaftlichen Namen Macrolepiota procera und möchte dir aus meiner Sicht etwas über mich erzählen. 

Zunächst aber möchte ich betonen, dass niemand Pilze sammeln oder essen sollte, ohne zuvor eine exakte Bestimmung durch einen Pilzfachmann (Mykologen) durchführen zu lassen. Einige Pilze, die mir ähnlich sehen, sind giftig und können schwerwiegende Vergiftungen verursachen.
Mein Aussehen und Lebensraum

Ich bin ein stattlicher Pilz und kann mit meinem langen, schlanken Stiel und meinem großen, schirmartigen Hut, der bis zu 30 cm im Durchmesser erreicht, durchaus beeindruckend wirken. Mein Hut ist zunächst kugelig geschlossen und öffnet sich später zu einer weit aufgespannten, flachen Form. Auf meinem hellbraunen Hut erkennt man schuppenartige Flecken, die mir ein unverwechselbares Aussehen verleihen. Mein Stiel ist mit einer charakteristischen, verschiebbaren Ringzone ausgestattet und zeigt eine Schuppenstruktur, die mich wie eine „Schlange“ erscheinen lässt.

Man findet mich hauptsächlich in lichten Wäldern, an Waldrändern, aber auch auf Wiesen und Weiden. Ich bevorzuge nährstoffreiche Böden und bin im Spätsommer bis Herbst oft zu finden, wenn die Bedingungen feucht und warm genug sind. Besonders gerne wachse ich in kleinen Gruppen, aber auch allein stehe ich manchmal majestätisch da.

Mein ökologischer Beitrag

Als Pilz spiele ich eine bedeutende Rolle im Ökosystem. Ich bin ein Saprobiont, das heißt, ich baue abgestorbenes organisches Material ab und trage somit zur Zersetzung von Pflanzenresten bei. Dadurch helfe ich, Nährstoffe im Boden zu recyceln und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Ohne Pilze wie mich wäre der Nährstoffkreislauf in Wäldern und auf Wiesen gestört, und die Pflanzengesellschaften könnten nicht so üppig gedeihen.

Verwechslungsmöglichkeiten und Gefahr

Obwohl ich ein bekannter und beliebter Speisepilz bin, sehe ich anderen, teilweise sehr giftigen Pilzen ähnlich, beispielsweise dem giftigen Safranschirmling (Chlorophyllum brunneum) oder dem Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), der zu den gefährlichsten Pilzen gehört. Diese Verwechslungsgefahr kann lebensbedrohliche Folgen haben. Daher betone ich nochmals: Eine exakte Bestimmung durch einen erfahrenen Mykologen ist unerlässlich! Es gibt keine einfache Faustregel, die sicher vor Verwechslungen schützt, da viele Pilze ähnliche Merkmale aufweisen.

Mein Verbreitungsgebiet und Wuchszeit

Ich bin in weiten Teilen Europas heimisch und auch in Asien sowie Nordamerika anzutreffen. Ich wachse typischerweise von Spätsommer bis in den Herbst hinein. Meine Vorliebe für offene Waldlichtungen und Wegränder macht es leicht, mich zu finden, aber das Sammeln sollte, wie erwähnt, nur mit einer fundierten Bestimmung erfolgen.


Hinweis an alle Pilzsammler und -interessierten

Der Wald und die Wiese ist mein Zuhause, und ich spiele eine wichtige Rolle im Ökosystem. Aber ich weiß auch, dass manche Menschen mich als Delikatesse schätzen. Daher ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen: Pilze sollten nie ohne Fachkenntnis gesammelt und verzehrt werden, und zur Sicherheit sollte immer ein Pilzexperte oder Expertin hinzugezogen werden. Ich möchte nicht, dass jemand durch Unachtsamkeit Schaden nimmt oder eine Verwechslung zur Gefahr wird.

Genieße den Wald und die Wiese, schätze die Vielfalt der Pilze und ihrer ökologischen Rolle – aber sei vorsichtig und verantwortungsvoll! Im Idealfall lässt Du sie stehen und siehst sie dir lediglich an!


Aufnahme von Albert Meier
    Der Gemeine Riesenschirmling (Macrolepiota procera)
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Der Wendehals als Botschafter naturnaher Kulturlandschaften
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Der Wendehals (Jynx torquilla) – ein leiser Botschafter strukturreicher Landschaften

14/15.02.2026

  • Ein warmer Frühlingstag liegt über der Streuobstwiese. Zwischen alten Apfelbäumen hallt ein eigenartiger Ruf – ein weiches, wiederholtes „wi-wi-wi“, das an ferne Erinnerungen an den Sommer erinnert. 

Gut getarnt sitzt der Wendehals regungslos am Stamm eines Baumes. Erst bei genauerem Hinsehen verrät eine kurze Bewegung seinen Standort. Mit vorsichtigen Schritten nähert er sich einer Ameisenstraße, streckt seine lange Zunge aus und verschwindet wenig später wieder im Schatten der Bäume.
Artbeschreibung

Der Wendehals (Jynx torquilla) gehört zur Familie der Spechte, unterscheidet sich jedoch deutlich von seinen Verwandten. Er besitzt keinen kräftigen Meißelschnabel und zimmert keine eigenen Höhlen, sondern ist auf vorhandene Bruthöhlen angewiesen. Sein Gefieder ist grau-braun gemustert und bietet eine hervorragende Tarnung an Baumrinden und auf dem Boden.

Charakteristisch für den Wendehals ist sein Verhalten bei Störungen: Er kann seinen Kopf schlangenartig drehen und zischende Laute von sich geben – eine Besonderheit, der er seinen Namen verdankt. Mit einer Körperlänge von etwa 16 bis 17 Zentimetern ist er etwas kleiner als ein Buntspecht. Seine Nahrung besteht fast ausschließlich aus Ameisen und deren Larven, die er mit seiner langen, klebrigen Zunge erbeutet.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Der Wendehals ist ein typischer Bewohner offener, strukturreicher Landschaften. Streuobstwiesen, lichte Waldränder, extensiv genutzte Wiesen und parkartige Flächen mit alten Bäumen bieten ihm ideale Bedingungen. Entscheidend sind dabei zwei Faktoren: ein ausreichendes Angebot an Ameisen sowie geeignete Bruthöhlen.

Durch den Verlust alter Obstbäume, die Aufgabe traditioneller Nutzungsformen und die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft sind diese Lebensräume vielerorts stark zurückgegangen. Gleichzeitig führen Bodenverdichtung, häufige Mahd und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu einem Rückgang der Ameisenbestände – einer zentralen Nahrungsquelle des Wendehalses.

Der Klimawandel verstärkt diese Problematik zusätzlich. Längere Trockenphasen verändern die Bodenstruktur und wirken sich negativ auf Ameisenpopulationen aus. Gleichzeitig können extreme Wetterereignisse während der Brutzeit den Bruterfolg verringern. Als Langstreckenzieher ist der Wendehals zudem von Veränderungen entlang seiner Zugrouten und in den Überwinterungsgebieten betroffen.

Engagement und Ausblick ab 2026

Um dem Rückgang des Wendehalses aktiv entgegenzuwirken, werden ab dem Jahr 2026 mehrere Projekte zur gezielten Lebensraumverbesserung umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Pflege und Neuanlage strukturreicher Streuobstflächen, der Erhalt alter Höhlenbäume sowie das Anbringen geeigneter Nisthilfen. Ergänzend sollen extensiv genutzte Wiesen gefördert werden, um das Nahrungsangebot langfristig zu sichern.

Mit diesen Maßnahmen soll ein Netzwerk geeigneter Lebensräume entstehen, das dem Wendehals auch künftig Brut- und Nahrungsmöglichkeiten bietet. Der Wendehals steht dabei stellvertretend für viele Arten, die auf vielfältige, naturnahe Kulturlandschaften angewiesen sind.


In der Aufnahme von Johannes Rother 

  • Strukturreiche Streuobstwiese als idealer Lebensraum
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Der Bovist – unscheinbarer Pilz mit großer Wirkung
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Der Bovist – unscheinbarer Pilz mit großer Wirkung

13/14.02.2026

  • Nach einem warmen Spätsommertag liegt feuchte Erde über einer Wiese. Zwischen Gräsern und Moosen fällt ein kleiner, rundlicher Körper ins Auge. 

Wer nähertritt und ihn leicht berührt, sieht plötzlich eine feine Staubwolke aufsteigen, die sich lautlos in der Luft verteilt. Für einen Moment wirkt es, als würde der Pilz „atmen“. Der Bovist hat seine Sporen freigegeben – ein stiller, aber wirkungsvoller Moment im Kreislauf der Natur.
Artbeschreibung

Der Name Bovist bezeichnet eine Gruppe von Pilzen, die zu den sogenannten Bauchpilzen gehören. Charakteristisch ist ihre meist kugelige bis birnenförmige Gestalt ohne sichtbaren Stiel. Boviste besitzen kein klassisches Hut-und-Stiel-System, sondern entwickeln ihre Sporen im Inneren des Fruchtkörpers. Bei Reife trocknet das Innere zu einer feinen Sporenmasse, die durch eine Öffnung oder bei Druck nach außen entlassen wird.

Boviste wachsen je nach Art auf Wiesen, Weiden, Waldrändern, in lichten Wäldern oder auf nährstoffreichen Böden. Viele Arten erscheinen bevorzugt im Sommer und Herbst. Junge Boviste sind fest und hell gefärbt, während ältere Exemplare eine dunklere, papierartige Hülle entwickeln. Einige Arten sind in jungem Zustand essbar, andere dienen ausschließlich ökologischen Funktionen.

Perspektive des Bovists

Als stiller Bewohner der Böden tragen Boviste zur Zersetzung organischer Substanz bei und sind ein wichtiger Teil des Bodenökosystems. Ich „arbeite“ unermüdlich, indem ich Nährstoffe recycele und Sporen freisetze, die neue Generationen hervorrufen. Doch meine Existenz hängt stark von der Pflege meiner Lebensräume ab – jede Veränderung im Boden oder in der Wiese beeinflusst mein Wachstum.

Lebensraum, Veränderungen und Klimawandel

Boviste bevorzugen extensiv genutzte Wiesen, naturnahe Weiden und Waldränder. Intensive Bewirtschaftung, Bodenverdichtung und häufige Mahd erschweren ihr Wachstum. Der Klimawandel bringt zusätzlich extreme Wetterlagen: lange Trockenperioden oder Starkregen beeinflussen die Fruchtkörperbildung und die Sporenverbreitung. Ohne naturnahe Böden drohen vielen Bovistarten Rückgänge.

Die Zukunft der Boviste hängt daher vom Erhalt vielfältiger Lebensräume ab. Schonende Nutzung von Wiesen, der Schutz strukturreicher Landschaften und die Offenhaltung naturnaher Böden sind entscheidend, um diese oft übersehenen Pilze langfristig zu sichern.

Wichtiger Hinweis:
Bitte beachten Sie: Auf unserer Internetpräsenz geben wir keinerlei Bestimmungsgarantien oder Empfehlungen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass zur sicheren Bestimmung und Nutzung von Pilzen stets eine professionelle Beratungsstelle aufgesucht werden muss. Diese Seite dient ausschließlich zu Informationszwecken über Lebensräume, Ökologie und Artenschutz.


Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Dickschaliger Kartoffelbovist 
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Gelbbauchunke (Bombina variegata)
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Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) – ein Warnsignal in Gelb und Schwarz

13/14.02.2026

  • Nach einem sommerlichen Regenschauer füllen sich kleine Pfützen in einer Fahrspur im Wald. 

Zwischen feuchtem Laub und Steinen bewegt sich etwas. Eine kleine Unke taucht auf, verharrt regungslos und dreht sich dann plötzlich auf den Rücken. Für einen Moment leuchtet ein intensives Gelb mit schwarzen Flecken auf – ein stilles Warnsignal an mögliche Feinde. Wenige Sekunden später verschwindet die Gelbbauchunke wieder im trüben Wasser der Pfütze.
Artbeschreibung

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist eine kleine Amphibienart mit einer Körperlänge von etwa 4 bis 5 Zentimetern. Auffällig ist ihr kontrastreich gefärbter Bauch mit leuchtend gelben bis orangefarbenen Flächen und dunklen Flecken, der ihr den Namen verleiht. Die Oberseite ist dagegen unscheinbar grau-braun gefärbt und bietet eine gute Tarnung auf schlammigem Untergrund.

Typisch für die Gelbbauchunke ist ihr Verhalten bei Gefahr: Sie zeigt den sogenannten Kahnreflex, bei dem sie sich krümmt und ihre auffällige Bauchseite präsentiert. Diese Färbung warnt Fressfeinde vor den Hautsekreten, die für viele Tiere ungenießbar sind. Gelbbauchunken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und halten sich bevorzugt in kleinen, sonnigen Gewässern auf.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Die Gelbbauchunke ist auf dynamische, oft nur zeitweise wasserführende Lebensräume spezialisiert. Dazu zählen Pfützen, Tümpel, wassergefüllte Fahrspuren, Steinbrüche und andere offene, vegetationsarme Kleingewässer. Diese Standorte zeichnen sich durch geringe Konkurrenz und ein geringes Aufkommen von Fressfeinden aus.

Durch die Veränderung der Landschaft sind solche Lebensräume jedoch stark zurückgegangen. Die Befestigung von Wegen, das Trockenlegen von Kleingewässern und eine zunehmende Verbuschung führen dazu, dass geeignete Laichgewässer verschwinden. Gleichzeitig erschweren Wanderhindernisse wie Straßen den Austausch zwischen Populationen.

Der Klimawandel stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Längere Trockenperioden können dazu führen, dass Laichgewässer zu früh austrocknen, bevor sich die Kaulquappen vollständig entwickeln konnten. Starkregenereignisse hingegen können instabile Gewässer plötzlich ausspülen oder verschlammen. Diese Extreme erhöhen den Druck auf ohnehin isolierte Bestände.

Die Zukunft der Gelbbauchunke hängt daher maßgeblich vom Erhalt und der Neuschaffung geeigneter Kleingewässer ab. Durch gezielte Maßnahmen wie die Anlage temporärer Tümpel, die Offenhaltung von Lebensräumen und die Vernetzung einzelner Vorkommen kann dieser spezialisierten Art eine langfristige Perspektive geboten werden. Die Gelbbauchunke steht dabei stellvertretend für viele Amphibien, die auf eine vielfältige und dynamische Landschaft angewiesen sind.



In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  • Gelbbauchunke im Tarnkleid auf schlammigem Untergrund
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Der Feldsperling (Passer montanus) – ein vertrauter Vogel wird seltener
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Der Feldsperling (Passer montanus) – ein vertrauter Vogel wird seltener

13/14.02.2026

  • Ein leises Zwitschern liegt in der Luft, als sich eine kleine Gruppe Vögel in der Hecke am Feldrand niederlässt. 

Zwischen trockenen Halmen und knorrigen Zweigen hüpfen sie flink hin und her, stets in Bewegung. Einer der Vögel trägt eine Kastanie im Schnabel, verschwindet kurz in einer Baumhöhle und kehrt wenig später wieder zurück. Der Feldsperling gehört zu diesen unauffälligen Begleitern des ländlichen Raums, die man oft erst bemerkt, wenn ihr lebhaftes Treiben plötzlich fehlt.
Artbeschreibung

Der Feldsperling (Passer montanus) ist ein kleiner, kompakter Singvogel aus der Familie der Sperlinge. Er ähnelt dem bekannteren Haussperling, lässt sich jedoch gut an seinem braunen Kopf, den auffälligen schwarzen Wangenflecken und der weißen Halszeichnung erkennen. Mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 14 Zentimetern ist er etwas zierlicher gebaut.

Feldsperlinge leben meist in lockeren Gruppen und sind besonders außerhalb der Brutzeit gesellig. Sie ernähren sich überwiegend von Samen, Körnern und im Frühjahr sowie Sommer auch von Insekten, die vor allem für die Aufzucht der Jungvögel wichtig sind. Als Höhlenbrüter nutzen sie natürliche Baumhöhlen, alte Spechthöhlen, Mauerspalten oder auch speziell angebrachte Nistkästen.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Der ursprüngliche Lebensraum des Feldsperlings sind strukturreiche Kulturlandschaften mit Feldern, Hecken, Streuobstwiesen, Waldrändern und kleinen Gehölzen. Solche abwechslungsreichen Lebensräume boten ausreichend Nahrung, Brutplätze und Schutz vor Witterung und Feinden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich diese Bedingungen jedoch stark verändert. Durch intensive Landwirtschaft, den Verlust von Hecken und alten Bäumen sowie den Rückgang von Brachflächen gehen wichtige Nahrungs- und Nistmöglichkeiten verloren. Versiegelte Flächen und aufgeräumte Landschaften lassen dem Feldsperling immer weniger Raum.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse beeinflussen das Insektenangebot, das für die Jungenaufzucht entscheidend ist. Gleichzeitig können verschobene Jahreszeiten den Zeitpunkt der Brut mit dem Nahrungsangebot aus dem Gleichgewicht bringen.

Trotz seiner Anpassungsfähigkeit gilt der Feldsperling heute vielerorts als rückläufig. Seine Zukunft hängt davon ab, ob strukturreiche Lebensräume erhalten und gefördert werden. Der Schutz alter Bäume, das Anlegen von Hecken, der Erhalt von Feldrändern sowie das Bereitstellen von Nistkästen können dazu beitragen, dem Feldsperling auch in Zukunft einen Platz in unserer Landschaft zu sichern.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Ein vertrauter Vogel der Kulturlandschaft – heute vielerorts selten geworden
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Buchfink (Fringilla coelebs)
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Der Buchfink (Fringilla coelebs) – vertraute Stimme unserer Landschaft

12/13.02.2026

  • Ein klarer Frühlingsmorgen im Park. Noch liegt Tau auf dem Gras, als von hoch oben ein kraftvoller, melodiöser Gesang erklingt. Auf einem Ast sitzt ein kleiner Vogel, richtet sich auf und trägt sein Lied weit in die Umgebung. 

Zwischen den Bäumen huscht Bewegung, doch der Sänger bleibt unbeirrt. Der Buchfink markiert sein Revier – ein vertrauter Klang, der vielen Menschen seit Kindheitstagen begleitet.
Artbeschreibung

Der Buchfink (Fringilla coelebs) gehört zu den häufigsten und bekanntesten Singvögeln Mitteleuropas. Er ist etwa 14 bis 16 Zentimeter groß und fällt besonders durch den ausgeprägten Geschlechtsunterschied im Gefieder auf. Männchen zeigen im Frühjahr eine auffällige Färbung mit blaugrauem Kopf, rostbrauner Brust und weißen Flügelbinden, während Weibchen deutlich unauffälliger graubraun gefärbt sind.

Buchfinken sind anpassungsfähige Vögel und besiedeln unterschiedlichste Lebensräume. Sie kommen in Wäldern, Parks, Gärten, Alleen und strukturreichen Kulturlandschaften vor. Ihre Nahrung besteht je nach Jahreszeit aus Samen, Knospen und Beeren sowie aus Insekten und Spinnen, die insbesondere während der Brutzeit eine wichtige Rolle für die Aufzucht der Jungvögel spielen.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Der Buchfink profitiert grundsätzlich von seiner Anpassungsfähigkeit, dennoch bleibt auch er nicht von den Veränderungen der Landschaft verschont. Der Verlust strukturreicher Lebensräume, das Verschwinden von Hecken, alten Bäumen und vielfältigen Grünflächen sowie eine intensive Bewirtschaftung führen zu einer Verarmung des Nahrungsangebots.

Der Klimawandel wirkt sich zusätzlich auf den Jahresrhythmus des Buchfinks aus. Mildere Winter können das Zugverhalten verändern, da immer mehr Tiere in ihren Brutgebieten verbleiben. Gleichzeitig verschieben sich Blühzeiten und das Auftreten von Insekten, was zu einer zeitlichen Entkopplung zwischen Nahrungsangebot und Brutzeit führen kann. Extreme Wetterereignisse wie lange Trockenperioden oder Starkregen beeinflussen zudem den Bruterfolg.

Auch wenn der Buchfink derzeit noch als vergleichsweise häufig gilt, zeigt er stellvertretend, wie selbst anpassungsfähige Arten auf stabile, vielfältige Lebensräume angewiesen sind. Der Erhalt naturnaher Wälder, strukturreicher Gärten und abwechslungsreicher Kulturlandschaften trägt dazu bei, dem Buchfink und vielen anderen Vogelarten auch in Zukunft geeignete Lebensbedingungen zu sichern.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Männchen bei der Gefiederpflege
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Das Mauswiesel (Mustela nivalis) – ein lautloser Jäger im Wandel
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Das Mauswiesel (Mustela nivalis) – ein lautloser Jäger im Wandel

12/13.02.2026

  • Noch bevor die Sonne über den Wiesen aufgeht, huscht ein kleiner, schlanker Körper durch das hohe Gras. 

Kaum größer als eine Feldmaus, verschwindet er zwischen Steinen, unter Wurzeln und in schmalen Erdgängen. Für einen kurzen Moment blitzt ein brauner Rücken auf, dann ist das Mauswiesel wieder unsichtbar. Während andere Tiere den Tag erst beginnen, ist dieser flinke Jäger längst unterwegs – stets auf der Suche nach seiner nächsten Mahlzeit und immer wachsam gegenüber Gefahren.
Artbeschreibung

Das Mauswiesel (Mustela nivalis) ist das kleinste heimische Raubtier Europas. Mit seinem langgestreckten Körper, den kurzen Beinen und dem schmalen Kopf ist es perfekt an die Jagd in engen Gängen angepasst. Seine Körperlänge beträgt meist nur 15 bis 25 Zentimeter, hinzu kommt ein kurzer Schwanz. Das Fell ist im Sommer überwiegend braun mit heller Bauchseite, im Winter kann es – abhängig von Region und Schneelage – teilweise oder vollständig weiß werden.

Mauswiesel sind äußerst aktive Einzelgänger und vor allem tagsüber sowie in der Dämmerung unterwegs. Ihre Hauptnahrung besteht aus Kleinsäugern, insbesondere Mäusen und Wühlmäusen, wodurch sie eine wichtige Rolle im natürlichen Gleichgewicht der Kulturlandschaft spielen. Trotz ihrer geringen Größe sind sie mutige und effiziente Jäger, die Beute erlegen können, die fast so groß ist wie sie selbst.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Ursprünglich findet man Mauswiesel in abwechslungsreichen Landschaften mit ausreichender Deckung: Wiesen, Feldraine, Hecken, Steinmauern und strukturreiche Waldränder. Solche Lebensräume boten nicht nur Schutz vor Fressfeinden, sondern auch ein reiches Angebot an Beutetieren.

Durch die zunehmende Vereinheitlichung der Landschaft, intensive landwirtschaftliche Nutzung und den Verlust von Hecken, Brachen und Randstrukturen gehen diese Rückzugsräume jedoch immer weiter verloren. Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel auf das Mauswiesel aus: Mildere Winter mit unregelmäßiger Schneedecke erschweren den saisonalen Fellwechsel. Tiere mit hellem Winterfell sind dann schlechter getarnt und werden leichter entdeckt.

Auch veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Wetterextreme beeinflussen das Nahrungsangebot und die Überlebenschancen der Jungtiere. Das Mauswiesel ist zwar anpassungsfähig, doch seine geringe Körpergröße macht es besonders empfindlich gegenüber schnellen Umweltveränderungen.

Die Zukunft des Mauswiesels hängt daher stark davon ab, ob strukturreiche Lebensräume erhalten und neu geschaffen werden. Maßnahmen wie der Schutz von Hecken, der Erhalt von Feldrändern, das Belassen von Steinhaufen und Totholz sowie eine naturnähere Landnutzung können entscheidend dazu beitragen, diesem kleinen Jäger weiterhin einen Platz in unserer Landschaft zu sichern.



In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Mauswiesel – wendig und aufmerksam
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Erhalt eines Kulturdenkmals als Beitrag zum Fledermausschutz
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Braukeller erhalten – Fledermäuse schützen

12/13.02.2026


  • Der alte Braukeller ist ein stiller Zeuge regionaler Geschichte. Über viele Jahre hinweg verlor er jedoch seine ursprüngliche Funktion und drohte zunehmend zu verfallen. 

Mit dem Ziel, dieses besondere Bauwerk zu erhalten und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten, wurde der Keller behutsam gesichert und schrittweise zu einem hochwertigen Überwinterungsquartier für Fledermäuse umgestaltet.
Der alte Braukeller ist ein stiller Zeuge regionaler Geschichte. Über viele Jahre hinweg verlor er jedoch seine ursprüngliche Funktion und drohte zunehmend zu verfallen. Mit dem Ziel, dieses besondere Bauwerk zu erhalten und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten, wurde der Keller behutsam gesichert und schrittweise zu einem hochwertigen Überwinterungsquartier für Fledermäuse umgestaltet.

Fledermäuse sind auf geeignete, störungsarme Winterquartiere angewiesen, in denen konstante Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Genau diese Bedingungen bietet der massive Braukeller mit seinen dicken Mauern und dem geschützten Innenklima. Durch gezielte Maßnahmen konnte der Raum ökologisch deutlich aufgewertet werden, ohne seinen historischen Charakter zu verändern.

Im Inneren des Kellers wurden zusätzliche Hang- und Ruheplätze angebracht, die den unterschiedlichen Ansprüchen verschiedener Fledermausarten gerecht werden. Ritzen, Nischen und speziell angebrachte Aufhängungen bieten den Tieren sichere Schlafplätze, an denen sie ungestört ihren Winterschlaf verbringen können. Dabei wurde bewusst auf naturnahe Materialien und eine möglichst zurückhaltende Gestaltung geachtet, um das bestehende Mikroklima nicht zu beeinträchtigen.

Ein zentrales Element der Umgestaltung ist das speziell entwickelte Fledermauszufluggitter am Eingang des Kellers. Es ermöglicht den Tieren einen freien Ein- und Ausflug, verhindert jedoch gleichzeitig das unbefugte Betreten durch Menschen sowie das Eindringen größerer Tiere. Auf diese Weise wird der notwendige Schutz vor Störungen gewährleistet – ein entscheidender Faktor für das erfolgreiche Überwintern der empfindlichen Tiere.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie sich der Erhalt historischer Bausubstanz und moderner Artenschutz sinnvoll miteinander verbinden lassen. Der ehemalige Braukeller erfüllt heute eine neue, wichtige Funktion im regionalen Biotopverbund und trägt aktiv zum Schutz bedrohter Fledermausarten bei. Gleichzeitig bleibt das Bauwerk als Teil des kulturellen Erbes erhalten und erhält eine nachhaltige Zukunftsperspektive.

Mit der Umgestaltung des Braukellers wurde ein wertvoller Lebensraum geschaffen, der langfristig zur Förderung der Artenvielfalt beiträgt und verdeutlicht, wie durch engagierten Naturschutz auch vermeintlich unscheinbare Orte zu bedeutenden Rückzugsräumen für geschützte Tierarten werden können.


In der Aufnahme 
  • Installiertes Fledermaus Zufluggitter 
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Zwergstrandläufer (Calidris minuta)
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Der Zwergstrandläufer (Calidris minuta) – kleiner Wanderer zwischen den Kontinenten

11/12.02.2026

  • Ein kühler Wind streicht über das Watt, während sich das Wasser langsam zurückzieht. 

In den freigelegten Schlickflächen tauchen plötzlich kleine, hastige Bewegungen auf. Wie auf ein geheimes Zeichen hin läuft eine Gruppe winziger Watvögel dicht nebeneinander über den Boden, pickt, hält inne und setzt den Weg fort. Einer von ihnen, kaum größer als eine Amsel, bleibt kurz stehen, blickt auf und reiht sich dann wieder ein. Der Zwergstrandläufer ist angekommen – auf einer seiner vielen Zwischenstationen zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet.
Artbeschreibung

Der Zwergstrandläufer (Calidris minuta) ist einer der kleinsten Watvögel Europas. Mit einer Körperlänge von etwa 14 bis 16 Zentimetern und seinem feinen Schnabel wirkt er zierlich, ist jedoch ein ausdauernder Langstreckenzieher. Im Brutkleid zeigt er eine rotbraune Färbung an Kopf und Rücken, während das Schlichtkleid im Winter überwiegend grau und unauffällig ist.

Zwergstrandläufer sind gesellige Vögel, die sich meist in Trupps aufhalten. Auf ihren Rastplätzen suchen sie aktiv nach Nahrung, indem sie den Schlick nach kleinen wirbellosen Tieren wie Insektenlarven, Krebstieren und Würmern absuchen. Dabei sind sie ständig in Bewegung und passen sich schnell an wechselnde Wasserstände an.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive

Der Zwergstrandläufer brütet in den arktischen Tundren Eurasiens und überwintert vor allem in Südeuropa, Afrika und Südwestasien. Während des Vogelzugs ist er auf intakte Rastgebiete angewiesen, die ihm ausreichend Nahrung und sichere Ruheplätze bieten. Küstenbereiche, Wattflächen, Salzwiesen und flache Binnengewässer spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Durch menschliche Eingriffe wie Küstenbebauung, Landgewinnung und intensive Nutzung von Feuchtgebieten gehen jedoch viele dieser Rast- und Nahrungsräume verloren oder werden stark beeinträchtigt. Störungen durch Freizeitaktivitäten können dazu führen, dass die Vögel wertvolle Energiereserven verlieren, die sie für den Weiterflug benötigen.

Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen zusätzlich. Der steigende Meeresspiegel verändert Küsten- und Wattbereiche, während sich durch veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster das Nahrungsangebot verschiebt. Auch die Brutgebiete in der Arktis sind betroffen: Kürzere Zeitfenster für die Aufzucht der Jungvögel und veränderte Insektenvorkommen können den Bruterfolg beeinflussen.

Als hochmobiler Zugvogel ist der Zwergstrandläufer besonders auf ein funktionierendes Netzwerk aus geeigneten Lebensräumen entlang seiner Zugrouten angewiesen. Der Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten sowie störungsarme Rastplätze sind daher entscheidend, um dieser Art auch in Zukunft sichere Wege zwischen ihren Lebensräumen zu ermöglichen.


In der Aufnahme von Johannes Rother
  •     Mehr oder minder regelmäßig ist der rund 14 cm kleine Zwergstrandläufer auch in Franken bei seinem Herbstzug in die Winterquartiere ( diese befinden sich sowohl im Mittelmeerraum, als auch in Afrika ) zu erkennen. Der "Nachtzieher" Zwergstandläufer, der eine Flügelspannweite von 30cm und ein Gewicht von etwa 30 Gramm erreichen kann, ist typischer Brutvogel der nörlichen Gefilde, der Tundra.
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Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis)
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Die Südliche Mosaikjungfer – Ein Gast warmer Tage

11/12.02.2026

  • An einem spätsommerlichen Nachmittag liegt die Luft flirrend über einem kleinen Weiher

Schilfhalme wiegen sich träge im Wind, und plötzlich durchschneidet ein schnelles, gezieltes Surren die Stille. Für einen Moment bleibt die Zeit stehen: Eine große Libelle schwebt rüttelnd über dem Wasser, ihr Körper schimmert in Blau- und Grüntönen. Dann verschwindet sie wieder, so abrupt wie sie erschienen ist. Die Südliche Mosaikjungfer ist kein lauter Bewohner unserer Landschaft – sie kommt, wenn die Bedingungen stimmen, und erinnert uns daran, wie eng Natur und Klima miteinander verbunden sind.
Artbeschreibung

Die Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis) gehört zu den Großlibellen und ist eine auffällig schlanke, kraftvolle Fliegerin. Ihr Körper erreicht eine Länge von etwa 65 bis 70 Millimetern, die Flügelspannweite kann über 90 Millimeter betragen. Typisch für die Art sind die blauen Mosaikflecken entlang des Hinterleibs, die bei den Männchen besonders leuchtend erscheinen. Weibchen zeigen meist grünlichere Zeichnungen.

Im Vergleich zu anderen Mosaikjungfern wirkt Aeshna affinis insgesamt heller und kontrastreicher. Bevorzugt besiedelt sie stehende oder langsam fließende Gewässer mit reicher Ufervegetation, darunter Weiher, Altarme, Kiesgruben und zeitweise wasserführende Tümpel. Die Flugzeit reicht in Mitteleuropa meist vom Hochsommer bis in den frühen Herbst hinein.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumwandel und Klimaveränderung


Ursprünglich war die Südliche Mosaikjungfer vor allem in wärmeren Regionen Europas verbreitet. In den letzten Jahrzehnten wird sie jedoch zunehmend weiter nördlich beobachtet. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit steigenden Durchschnittstemperaturen und längeren Warmphasen.

Gleichzeitig ist die Art sensibel gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums. Der Verlust naturnaher Gewässer, intensive Nutzung von Uferzonen und sinkende Wasserstände können ihre Fortpflanzung beeinträchtigen. Temporäre Gewässer, die durch Trockenperioden zu früh austrocknen, stellen eine zusätzliche Herausforderung dar.

Langfristig könnte die Südliche Mosaikjungfer sowohl Gewinnerin als auch Verliererin des Klimawandels sein: Während mildere Temperaturen ihre Ausbreitung begünstigen, gefährdet der gleichzeitige Rückgang geeigneter Lebensräume stabile Populationen. Ihr Vorkommen gilt daher zunehmend als Hinweis auf klimatische Veränderungen und den Zustand unserer Gewässerlandschaften.



In der Aufnahme von Albert Meier 
  •     Typischer Lebensraum der Südlichen Mosaikjungfer mit dichter Ufervegetation
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Alpenstrandläufer (Calidris alpina)
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Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina)

11/12.02.2026

  • Der Wind weht kalt über das Watt, obwohl der Frühling längst begonnen hat. Kleine Wellen zeichnen Muster in den feuchten Sand, als eine Gruppe dunkler Silhouetten knapp über dem Boden einfliegt. 

Für einen Moment herrscht Bewegung, dann Stille. Zwischen Algen, Muschelschalen und Pfützen beginnen die Vögel zu suchen – unermüdlich, konzentriert, scheinbar rastlos. Der Alpenstrandläufer ist angekommen, auf der Durchreise zwischen fernen Brutgebieten und winterlichen Küsten. Für ihn ist dieser Ort nur eine Station, doch eine überlebenswichtige.
Artbeschreibung: Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina)

Der Alpenstrandläufer ist ein mittelgroßer Watvogel aus der Familie der Schnepfenvögel. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 18 bis 21 Zentimetern und wirkt kompakt mit relativ kurzen Beinen und einem leicht gebogenen Schnabel. Im Brutkleid ist er gut an der schwarzen Bauchfärbung zu erkennen, die einen starken Kontrast zum ansonsten graubraunen Gefieder bildet. Im Schlichtkleid hingegen ist der Vogel deutlich heller und unscheinbarer, was ihm auf den Rast- und Überwinterungsgebieten eine gute Tarnung bietet.

Alpenstrandläufer sind gesellige Vögel und treten außerhalb der Brutzeit häufig in großen Schwärmen auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Krebstieren und Insektenlarven, die sie mit ihrem Schnabel aus dem weichen Untergrund von Wattflächen, Feuchtwiesen oder Überschwemmungsgebieten aufnehmen. Ihre Brutgebiete liegen vor allem in den arktischen Tundren Nordeurasiens und Nordamerikas, während sie den Winter in gemäßigten bis subtropischen Küstenregionen verbringen.

Perspektive im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel


Der Alpenstrandläufer ist in besonderem Maße auf intakte Rast- und Nahrungsgebiete angewiesen. Veränderungen in diesen Lebensräumen wirken sich direkt auf seinen Energiehaushalt und damit auf den Bruterfolg aus. Küstenverbau, Landgewinnung, Störungen durch Tourismus sowie der Verlust von Feuchtgebieten im Binnenland reduzieren die Zahl geeigneter Rastplätze entlang der Zugrouten.

Der Klimawandel verstärkt diese Herausforderungen zusätzlich. Der steigende Meeresspiegel verändert Wattflächen, während sich durch höhere Temperaturen das Nahrungsangebot zeitlich verschiebt. In den arktischen Brutgebieten führt das frühere Abschmelzen von Schnee und Eis zu Veränderungen im Nahrungsangebot und kann dazu führen, dass der Zeitpunkt der Kükenaufzucht nicht mehr optimal mit dem Höhepunkt des Insektenvorkommens zusammenfällt.

Trotz seiner weiten Verbreitung gilt der Alpenstrandläufer daher als sensibler Indikator für den Zustand global vernetzter Lebensräume. Sein Schutz ist untrennbar mit dem Erhalt von Küsten, Feuchtgebieten und einer international abgestimmten Naturschutzarbeit verbunden.


In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  •     Alpenstrandläufer im Brutkleid mit charakteristischer schwarzer Bauchfärbung.
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Gemeiner Birkenpilz
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Der Gemeine Birkenpilz – Ein stiller Begleiter der Birken

10/11.02.2026

  • An einem kühlen Herbstmorgen, wenn feiner Nebel zwischen den Birkenstämmen hängt und das Laub unter den Schuhen leise raschelt, entdeckt man ihn oft zuerst zufällig: 

einen unscheinbaren Pilz mit braunem Hut, fest im Boden verwurzelt, als hätte er hier schon immer gewartet. Der Gemeine Birkenpilz steht ruhig am Wegesrand, fast übersehen zwischen Moos und Gras. Doch wer innehält und genauer hinsieht, begegnet einem alten Bekannten unserer Wälder – einem Pilz, der seit Generationen Teil der heimischen Natur ist und untrennbar mit der Birke verbunden bleibt.
Artbeschreibung

Der Gemeine Birkenpilz, auch bekannt als Birkenröhrling, Birken-Röhrling, Kapuziner oder Geißpilz (Leccinum scabrum), gehört zur Familie der Dickröhrlingsverwandten. Charakteristisch ist sein meist graubrauner bis dunkelbrauner Hut, der bei jungen Exemplaren halbkugelig und später flach gewölbt erscheint. Die Röhrenschicht auf der Hutunterseite ist zunächst hell und verfärbt sich im Alter graubeige.

Besonders auffällig ist der schlanke, helle Stiel, der mit dunklen, schuppenartigen Punkten besetzt ist – ein typisches Merkmal der Gattung Leccinum. Das Fleisch ist weißlich, fest und verfärbt sich beim Anschneiden nur schwach oder gar nicht. Der Gemeine Birkenpilz lebt in enger Symbiose mit Birken und ist daher fast ausschließlich in deren Nähe zu finden, sei es in Wäldern, an Waldrändern, in Moorgebieten oder auf lichtdurchfluteten Lichtungen.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Gemeine Birkenpilz ist stark an das Vorkommen gesunder Birkenbestände gebunden. Veränderungen im Lebensraum – etwa durch intensive Forstwirtschaft, Flächenversiegelung oder den Rückgang natürlicher Mischwälder – wirken sich daher direkt auf seine Verbreitung aus. Hinzu kommt der Klimawandel: Längere Trockenperioden, verschobene Jahreszeiten und zunehmende Wetterextreme verändern die Wachstumsbedingungen für Pilze spürbar.

In manchen Regionen wird der Birkenröhrling seltener, während er in anderen Gebieten durch mildere Temperaturen früher im Jahr erscheint oder länger wächst. Langfristig hängt seine Zukunft davon ab, ob Birken als Baumart erhalten bleiben und natürliche, vielfältige Waldstrukturen gefördert werden. Der Gemeine Birkenpilz steht damit exemplarisch für viele Pilzarten, deren Schicksal eng mit dem Zustand unserer Ökosysteme verknüpft ist.

Wichtiger Hinweis zur Bestimmung

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Empfehlungen geben. Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen muss ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle, wie beispielsweise eine geprüfte Pilzsachverständige oder ein Pilzsachverständiger, aufgesucht werden.


In der Aufnahmen von Albert Meier 

  •     Typischer Birkenröhrling mit braunem Hut und hellem Stiel
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Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
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Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)

10/11.02.2026

  • Im ersten Licht des Morgens liegt der See ruhig da. Nebel zieht in feinen Schleiern über das Wasser, als plötzlich ein leises Plätschern die Stille durchbricht. 

Für einen kurzen Moment ist er da: ein kleiner, gedrungener Vogel mit wachem Blick. Kaum hat man ihn entdeckt, taucht er auch schon wieder ab – lautlos, geschickt und unscheinbar. Der Zwergtaucher ist kein Vogel der großen Auftritte. Er lebt im Verborgenen, zwischen Schilf und Wasserpflanzen, und doch erzählt sein Dasein viel über den Zustand unserer Gewässer.
Artbeschreibung: Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)

Der Zwergtaucher ist der kleinste Vertreter der Lappentaucher in Europa. Mit einer Körperlänge von etwa 25 bis 29 Zentimetern wirkt er kompakt und rundlich. Besonders auffällig ist sein Erscheinungsbild im Prachtkleid: Dann trägt er eine kastanienbraune Wangenpartie, einen dunklen Kopf und einen markanten, gelblich schimmernden Fleck am Hals. Im Schlichtkleid ist er deutlich unauffälliger graubraun gefärbt und gut an seine Umgebung angepasst.

Zwergtaucher sind ausgezeichnete Taucher. Sie jagen überwiegend kleine Fische, Insektenlarven und andere wirbellose Wassertiere, die sie unter Wasser erbeuten. Ihre Nester bauen sie meist schwimmend aus Pflanzenmaterial, gut versteckt in dichter Ufervegetation. Der charakteristische, trillernde Ruf ist oft eher zu hören als der Vogel selbst zu sehen.

Perspektive im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel

Der Zwergtaucher ist eng an kleine, strukturreiche Gewässer gebunden. Genau diese Lebensräume geraten zunehmend unter Druck. Entwässerungen, Uferbefestigungen, intensive Freizeitnutzung und die Verschlechterung der Wasserqualität führen dazu, dass geeignete Brutplätze seltener werden. Auch der Rückgang von Schilfzonen nimmt dem Zwergtaucher wichtige Rückzugs- und Nistmöglichkeiten.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklungen. Längere Trockenperioden können dazu führen, dass kleine Gewässer im Sommer austrocknen, während Starkregenereignisse Nester zerstören oder den Bruterfolg mindern. Gleichzeitig verändern steigende Temperaturen die Zusammensetzung der Nahrung im Wasser.

Trotz dieser Herausforderungen gilt der Zwergtaucher als anpassungsfähig. Wo neue, naturnahe Gewässer entstehen oder bestehende Lebensräume geschützt und gepflegt werden, kann er sich halten oder sogar neu ansiedeln. Sein Vorkommen bleibt damit ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer Gewässer – und ein leiser Appell, diese Lebensräume langfristig zu bewahren.


In der Aufnahme von Werner Oppermann
  •     Zwergtaucher im Prachtkleid, aufmerksam zwischen Wasserpflanzen gleitend.
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Kartoffel (Solanum tuberosum)
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Die Kartoffel (Solanum tuberosum)

10/11.02.2026

  • Der Boden ist frisch gelockert, noch kühl vom Frühjahr. Eine einzelne Knolle verschwindet in der Erde, unscheinbar und rau. 

Wochen später durchbricht ein grüner Trieb die Oberfläche, trotzt Wind und Wetter und wächst zu einer kräftigen Pflanze heran. Was unter der Erde geschieht, bleibt verborgen – doch dort entsteht eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Welt. Die Kartoffel begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und hat Landschaften, Ernährungsweisen und ganze Gesellschaften geprägt.
Artbeschreibung

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist eine krautige, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), wird jedoch landwirtschaftlich meist einjährig angebaut. Ursprünglich stammt sie aus den Hochlagen Südamerikas und wurde im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt.

Die oberirdischen Pflanzenteile erreichen eine Höhe von etwa 40 bis 80 Zentimetern. Die gefiederten Blätter sind sattgrün und leicht behaart. Je nach Sorte bilden sich weiße, rosafarbene oder violette Blüten mit gelben Staubbeuteln. Aus ihnen können grüne, tomatenähnliche Beeren entstehen, die – wie alle oberirdischen Pflanzenteile – giftig sind.

Der essbare Teil der Pflanze sind die unterirdisch gebildeten Knollen, die als Speicherorgane dienen. Sie enthalten vor allem Stärke, aber auch Vitamine und Mineralstoffe. Die Kartoffel bevorzugt lockere, nährstoffreiche Böden und gemäßigte Klimabedingungen mit ausreichender Wasserversorgung.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Der Klimawandel stellt den Kartoffelanbau vor neue Herausforderungen. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Extremwetterereignisse beeinflussen Wachstum, Ertrag und Qualität der Knollen. Längere Trockenperioden können den Wasserbedarf erhöhen, während Starkregen das Risiko von Bodenverdichtung und Krankheiten steigert.

Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven: Durch Züchtung widerstandsfähiger Sorten, angepasste Fruchtfolgen und effizientere Bewässerungssysteme kann die Kartoffel auch künftig eine zentrale Rolle in der Ernährungssicherung spielen. In einigen Regionen verlängert sich die Vegetationsperiode, was neue Anbauformen ermöglicht, während andere Gebiete ihre Anbaumethoden anpassen müssen.

Die Zukunft der Kartoffel hängt somit eng mit nachhaltiger Landwirtschaft und einem verantwortungsvollen Umgang mit Boden und Wasser zusammen. Als anpassungsfähige Kulturpflanze bleibt sie ein wichtiger Bestandteil einer sich wandelnden Agrarlandschaft.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Blühende Kartoffelpflanze mit pinken und gelben Blütenmerkmalen.
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Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum jasminoides)
Bild zum Eintrag (1136239-160)
Der Jasminblütige Nachtschatten (Solanum jasminoides)

09/10.02.2026

  • An einer alten Hauswand rankt sich eine Pflanze dem Licht entgegen. Ihre Triebe folgen den Rissen im Mauerwerk, als hätten sie sich den Weg gemerkt. 

Zwischen grauem Stein öffnen sich im Sommer zahlreiche weiße Blüten, zart und sternförmig, fast wie aus einem südlichen Garten. Der Jasminblütige Nachtschatten bringt ein Stück Wärme in kühle Ecken – unaufdringlich, aber beharrlich, und immer auf der Suche nach Halt.
Artbeschreibung

Der Jasminblütige Nachtschatten (Solanum jasminoides) ist eine mehrjährige, immergrüne bis halbimmergrüne Kletterpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ursprünglich stammt er aus Südamerika, wird jedoch in Mitteleuropa seit vielen Jahren als Zierpflanze kultiviert. Mit Hilfe seiner langen, biegsamen Triebe kann er mehrere Meter Höhe erreichen, sofern ihm eine Kletterhilfe zur Verfügung steht.

Die schmalen, meist lanzettlichen Blätter sind dunkelgrün und ganzrandig. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen weißen bis leicht bläulich überhauchten Blüten, die in lockeren Rispen erscheinen. Ihre Form erinnert an Jasminblüten, was der Pflanze ihren deutschen Namen eingebracht hat. Die Blütezeit erstreckt sich häufig vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. In milden Lagen können sich kleine, dunkle Beeren bilden, die – wie bei vielen Nachtschattenarten – giftig sind.

Der Jasminblütige Nachtschatten bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit geschützter Lage und wird häufig an Fassaden, Pergolen oder Zäunen gepflanzt.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel


Im Zuge des Klimawandels verändern sich auch die Bedingungen für den Jasminblütigen Nachtschatten. Mildere Winter und längere Vegetationsperioden begünstigen seine Ausbreitung in Regionen, in denen er früher nur mit Winterschutz überlebte. In städtischen Räumen, die durch Wärmeinseln geprägt sind, findet er zunehmend geeignete Standorte.

Gleichzeitig stellen längere Trockenphasen und extreme Wetterereignisse neue Herausforderungen dar. Obwohl die Art relativ robust ist, reagiert sie empfindlich auf anhaltende Staunässe ebenso wie auf extreme Hitze ohne ausreichende Wasserversorgung. In naturnahen Lebensräumen spielt sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, könnte jedoch künftig häufiger verwildert auftreten.

Seine weitere Entwicklung hängt davon ab, wie sich Klima, Stadtbegrünung und Gartenkultur verändern. Als wärmeliebende Kletterpflanze könnte der Jasminblütige Nachtschatten künftig noch stärker das Bild begrünter Fassaden prägen und damit einen kleinen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Weiße, sternförmige Blüten des Jasminblütigen Nachtschattens in voller Blüte.
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
Bild zum Eintrag (1136233-160)
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

09/10.02.2026

  • Auf einer kommunalen Wiesenfläche wird ein neu entwickelter Spezialmast errichtet, der einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung heimischer Tierarten leisten soll. 

Anlass für die Umsetzung dieses Projekts war der Wegfall eines traditionell genutzten Nistplatzes für Turmfalken im Jahr 2025, der über viele Jahre von einem Brutpaar zuverlässig angenommen wurde. Der Verlust dieses angestammten Standortes machte deutlich, wie essenziell geeignete Nist- und Lebensräume für bedrohte oder schutzbedürftige Arten sind – besonders im urbanen und suburbanen Umfeld, in dem natürliche Strukturen zunehmend verschwinden.
Vielschichtiges Habitat auf 8 Metern Höhe

Der neue Nistmast erreicht eine Gesamthöhe von acht Metern und wurde mit einer klaren ökologischen Zielsetzung gestaltet: Er verbindet mehrere Lebensraumangebote in einem modularen Aufbau.

  •     Im oberen Bereich des Turmkopfes befindet sich ein spezialisierter Nistkasten für Turmfalken, der ein sicheres Brutumfeld bietet, ausreichend Schutz vor Witterung gewährleistet und die Ansprüche dieser Greifvögel hinsichtlich Sichtfeld und Höhenlage berücksichtigt.

  •     Direkt darunter erstreckt sich eine umlaufende Kette von Nisthilfen für Kleinvögel, wie beispielsweise Meisen, Sperlinge oder Stare. Diese Auswahl schafft ein breites Spektrum an mikroklimatischen und strukturellen Nistgelegenheiten und fördert so die Artenvielfalt innerhalb der kleineren Vogelpopulation.

  •     In der darunterliegenden Ebene wurde eine ringförmige Reihe von Fledermausspaltenquartieren integriert. Diese dienen als Ruheort, Sommerquartier oder potenziell sogar als Wochenstube für verschiedene Fledermausarten, die als natürliche Insektenjäger auch einen positiven Einfluss auf das lokale Ökosystem haben.


Langlebig, ästhetisch angepasst und mit Pilotcharakter

Die Konstruktion ist auf eine Lebensdauer von rund 25 Jahren ausgelegt und farblich so gestaltet, dass sie sich unaufdringlich und stimmig in die umgebende Landschaft einfügt. Sowohl Materialauswahl als auch die Montageweise berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Wartungsfreundlichkeit und langfristige Stabilität.

In dieser Form stellt der Nistmast ein bislang einzigartiges Vorhaben dar. Er verbindet artenschutzfachliche Anforderungen mit praktischen und gestalterischen Aspekten – und schafft einen sichtbaren, bewusst wahrnehmbaren Ort der Förderung lokaler Biodiversität.

Erwartung und Beobachtung

Mit Interesse und Vorfreude wird nun beobachtet, in welcher zeitlichen Entwicklung die angebotenen Nist- und Quartiermöglichkeiten angenommen werden. Erste Besiedelungsaktivitäten können ein wertvoller Indikator für die ökologische Wirksamkeit des Projekts sein. Langfristig soll der Mast nicht nur eine Ersatzlösung für den verlorenen Falkenstandort darstellen, sondern vielmehr als Modell dienen, wie Kommunen aktiv Lebensräume für heimische Tierarten gestalten und zurückgewinnen können.

Für die Unterstützung möchten wir uns bei der Steuerkanzlei Bauerfeind, beim Markt Burgwindheim und nicht zuletzt bei Turmstationen Deutschland e.V. ganz herzlich bedanken!


In der Aufnahme 
  • Das Trägerfundament wurde vor wenigen Tagen gegossen
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Bäume – Facetten einer stillen Präsenz - Neue Aufnahmen
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Bäume – Facetten einer stillen Präsenz

09/10.02.2026

  • Eine Diashow über Vielfalt, Form und Zeit

Bäume begleiten den Menschen seit jeher. Sie prägen Landschaften, strukturieren Räume und verändern sich mit den Jahreszeiten. In dieser Diashow rücken Bäume in ihren unterschiedlichen Facetten in den Mittelpunkt – als Einzelerscheinung, als Teil eines Waldes und als prägendes Element in natürlichen wie auch gestalteten Umgebungen.
Die gezeigten Bilder widmen sich der Vielfalt der Formen und Strukturen. Mächtige Stämme, feine Zweige, ausladende Kronen und detailreiche Rinden erzählen von Wachstum, Anpassung und Zeit. Licht und Schatten verändern die Wirkung der Bäume immer wieder neu und lassen bekannte Motive in unterschiedlichen Stimmungen erscheinen.

Ein weiterer Fokus liegt auf den jahreszeitlichen Veränderungen. Knospen, frisches Laub, volle Kronen und kahle Äste zeigen den Kreislauf des Werdens und Vergehens. Jede Phase hat ihren eigenen Charakter und macht deutlich, wie wandelbar und zugleich beständig Bäume sind.


Nahaufnahmen lenken den Blick auf Details, während weite Einstellungen ihre Bedeutung im Raum sichtbar machen. So entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl Ruhe als auch Dynamik vermittelt.

Ziel der Bilderserie ist es, die Aufmerksamkeit auf die oft selbstverständliche Präsenz von Bäumen zu lenken. Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die Vielfalt wahrzunehmen, die in jedem einzelnen Baum steckt. Die Diashow versteht sich als visuelle Annäherung an ein Thema, das Natur, Zeit und Umgebung miteinander verbindet. 

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Sonnenuntergang - mit großem Baum in der Mitte
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Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)
Bild zum Eintrag (1136186-160)
Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara)

08/09.02.2026

  • An einem warmen Sommerabend schlängelt sich eine Pflanze am Ufer eines kleinen Grabens empor. 

Zwischen Brennnesseln und Weidenzweigen hängen violette Blüten wie kleine Sterne, später leuchten rote Beeren im Halbschatten. Kaum jemand schenkt ihr Beachtung, und doch ist sie seit Jahrhunderten Teil unserer Landschaft. Der Bittersüße Nachtschatten wächst still mit, beobachtet Hochwasser, Trockenperioden und das langsame Verschwinden seiner Nachbarn – eine unscheinbare, aber erstaunlich anpassungsfähige Begleiterin des Menschen.
Artbeschreibung

Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) ist eine ausdauernde, krautige bis halbstrauchige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Seine langen, oft kletternden oder niederliegenden Triebe können über einen Meter lang werden und verholzen an der Basis. Die wechselständig angeordneten Blätter sind meist herz- bis eiförmig und können am Grund kleine seitliche Lappen besitzen.

Charakteristisch sind die violett-blauen Blüten mit zurückgeschlagenen Kronblättern und auffällig gelben Staubbeuteln, die von Juni bis August erscheinen. Aus ihnen entwickeln sich eiförmige, zunächst grüne, später leuchtend rote Beeren. Alle Pflanzenteile, insbesondere die Beeren, enthalten giftige Inhaltsstoffe und sind für den Menschen nicht zum Verzehr geeignet.

Der Bittersüße Nachtschatten wächst bevorzugt an feuchten Standorten wie Ufern, Gräben, Auwäldern, Hecken und Waldrändern. Er ist in weiten Teilen Europas heimisch und gilt als typischer Bestandteil naturnaher Feuchtbiotope.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel


Die Zukunft des Bittersüßen Nachtschattens ist eng mit den Veränderungen unserer Landschaft verknüpft. Die Entwässerung von Feuchtgebieten, die Begradigung von Flüssen und eine intensive Landnutzung führen vielerorts zum Verlust geeigneter Standorte. Gleichzeitig profitiert die Art in manchen Regionen von wärmeren Temperaturen und längeren Vegetationsperioden.

Als vergleichsweise anpassungsfähige Pflanze kann Solanum dulcamara neue Lebensräume besiedeln, etwa an renaturierten Gewässern oder in strukturreichen Stadtlandschaften. Längere Trockenphasen und extreme Wetterereignisse stellen jedoch auch für ihn eine Herausforderung dar, da er auf zumindest zeitweise feuchte Böden angewiesen ist.

Langfristig wird sein Vorkommen davon abhängen, ob es gelingt, vielfältige, naturnahe Lebensräume zu erhalten oder neu zu schaffen. Der Bittersüße Nachtschatten kann dabei als stiller Indikator dienen: Wo er wächst, ist meist noch ein Rest ökologischer Vielfalt vorhanden.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Blühender Bittersüßer Nachtschatten mit typischen violetten Blüten und gelben Staubbeuteln.
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Rotkopfwürger (Lanius senato
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Der Rotkopfwürger (Lanius senator)

08/09.02.2026

  • Die Sonne steht noch tief, als ein scharfer Ruf durch die warme Morgenluft eines mediterranen Hügellandes hallt. 

Auf der Spitze eines alten Obstbaums sitzt ein Vogel, reglos, wachsam. Sein rostroter Kopf hebt sich deutlich vom hellen Gefieder ab. Plötzlich stößt er herab, blitzschnell, und kehrt mit einer großen Heuschrecke im Schnabel zurück. Der Rotkopfwürger ist kein stiller Beobachter – er ist ein Jäger, der offene Landschaften braucht und sie aus erhöhter Position überblickt.
Artbeschreibung: Der Rotkopfwürger (Lanius senator)

Der Rotkopfwürger gehört zur Familie der Würger (Laniidae) und ist ein mittelgroßer Singvogel mit kräftigem Schnabel. Charakteristisch ist der rostrote bis kastanienbraune Kopf, der einen starken Kontrast zum weißen Hals und den schwarz-weißen Flügeln bildet. Eine schwarze Augenmaske verleiht ihm ein markantes Erscheinungsbild. Weibchen und Jungvögel sind insgesamt etwas blasser gefärbt, aber dennoch gut von anderen Würgerarten zu unterscheiden.

Mit einer Körperlänge von etwa 17 bis 19 Zentimetern zählt der Rotkopfwürger zu den größeren Vertretern seiner Familie. Er ernährt sich vor allem von großen Insekten wie Käfern, Heuschrecken und Schmetterlingen, gelegentlich auch von kleinen Wirbeltieren. Typisch für Würger ist das sogenannte „Aufspießen“ der Beute an Dornen oder Zweigen, das als Vorratshaltung und zur Nahrungsverarbeitung dient.

Der Rotkopfwürger brütet vor allem in Süd- und Südosteuropa sowie in Teilen Nordafrikas und Vorderasiens. Er bevorzugt strukturreiche, offene Landschaften mit Büschen, Einzelbäumen, Hecken und extensiv genutzten Flächen. Als Zugvogel überwintert er überwiegend in Afrika südlich der Sahara.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima


Der Rotkopfwürger ist eng an traditionelle, vielfältige Kulturlandschaften gebunden. Lebensraumveränderungen stellen daher eine der größten Herausforderungen für die Art dar. Die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust von Hecken, Feldgehölzen und alten Obstbäumen sowie der Rückgang extensiver Weideflächen führen zu einem deutlichen Mangel an geeigneten Jagd- und Brutplätzen.

Der Klimawandel wirkt zusätzlich auf mehreren Ebenen. Längere Trockenperioden können das Angebot an Insekten verringern, während veränderte Niederschlagsmuster die Struktur der Brutgebiete beeinflussen. Gleichzeitig verschieben sich Zugzeiten und Ankunftsdaten in den Brutgebieten, was zu zeitlichen Ungleichgewichten zwischen Nahrungsangebot und Brutphase führen kann.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt der Rotkopfwürger in geeigneten Regionen eine gewisse Anpassungsfähigkeit, sofern strukturreiche Lebensräume erhalten bleiben. Der langfristige Erhalt der Art hängt maßgeblich vom Schutz traditioneller Kulturlandschaften, einer biodiversitätsfreundlichen Landnutzung und dem Erhalt von Gehölzstrukturen ab – sowohl in den Brutgebieten als auch entlang der Zugrouten.

In der Aufnahme von Andreas Lettow


  •     Letzmalig im heißen Sommer 2003 konnten wir den Rotkopfwürger in der Bundesrepublik Deutschland erfassen.

Rotkopfwürger , die eine Körpergröße von bis zu 19 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 40 Gramm erreichen, sind bevorzugt Bewohner trockenheißer Mittelmeerregionen. Sobald der Zugvogel gegen Anfang Mai seine Brutgebiete erreicht , wird zeitnah mit der Anlage des Napfnestes begonnen. Gleiches wird ähnlich dem des Neuntöters in bevorzugt Offenlandstrukturen mit eingestreuten Heckenzeilen angelegt.Jedoch legt der Rotkopfwürger auch in ( hohen ) Bäumen ab und an Nistplätze an.

    Sobald der Nistplatz fertig gestellt ist, beginnt das Weibchen mit der Eiablage, bis das Gelege etwa 5 – 7 Eier umfasst. Nach 14 – 15 Tagen schlüpfen die jungen Rotkopfwürger um nach weiteren 20 Tagen den Nistplatz zu verlassen. Gefüttert wurden die Jungen zwischenzeitlich mit Insekten, Reptilien und Kleinvögel. Nach dem Ausfliegen füttern die Altvögel bist zu 22 Tage weiter.
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Rotkehlpieper (Anthus cervinus)
Bild zum Eintrag (1136152-160)
Der Rotkehlpieper (Anthus cervinus)

08/09.02.2026

  • Der Morgen ist kühl, und der Tau liegt noch schwer auf den Gräsern der nordischen Tundra. 

Zwischen Moosen und niedrigen Büschen huscht ein kleiner Vogel umher. Unauffällig gefärbt, fast eins mit dem Boden, doch sobald er den Kopf hebt, leuchtet ein warmes Rot an seiner Kehle auf. Für einen kurzen Moment verharrt er, lauscht dem Wind – dann steigt er singend in die Luft. Es ist der Rotkehlpieper, ein Reisender zwischen Kontinenten, dessen Leben vom Rhythmus der Jahreszeiten geprägt ist.
Artbeschreibung: Der Rotkehlpieper (Anthus cervinus)

Der Rotkehlpieper gehört zur Familie der Pieper (Motacillidae) und ist ein schlanker, mittelgroßer Singvogel. Besonders auffällig ist das namensgebende Merkmal der adulten Männchen im Brutkleid: die rostrot bis ziegelrot gefärbte Kehle und Brust. Weibchen und Jungvögel sind deutlich unscheinbarer gefärbt, meist graubraun mit feiner Strichelung.

Mit einer Körperlänge von etwa 14 bis 16 Zentimetern ähnelt er anderen Pieperarten, lässt sich jedoch durch seinen Gesang und die Färbung während der Brutzeit gut unterscheiden. Der Rotkehlpieper ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen wirbellosen Tieren, im Zug und außerhalb der Brutzeit auch von Samen.

Sein Brutgebiet liegt vor allem in der arktischen und subarktischen Tundra Eurasiens. Als Langstreckenzieher überwintert er in Afrika südlich der Sahara sowie in Südasien. Auf dem Zug ist er auch in Mitteleuropa regelmäßig zu beobachten, meist in offenen Landschaften wie Feuchtwiesen, Äckern oder an Gewässerrändern.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Rotkehlpieper ist in besonderem Maße von intakten, offenen Lebensräumen abhängig. Veränderungen in seinen Brut- und Rastgebieten wirken sich daher direkt auf seinen Bestand aus. In der arktischen Tundra führen steigende Temperaturen dazu, dass sich Vegetationszonen verschieben: Sträucher breiten sich aus, offene Flächen gehen verloren. Damit verändern sich auch Nahrungsangebot und Brutbedingungen.

Entlang der Zugrouten und in den Rastgebieten stellen intensive Landwirtschaft, Entwässerung von Feuchtgebieten und Flächenversiegelung zusätzliche Herausforderungen dar. Der Vogel ist auf geeignete Zwischenstopps angewiesen, um Energie für seine langen Wanderungen zu sammeln. Fehlen diese, sinken die Überlebenschancen.

Gleichzeitig zeigt der Rotkehlpieper eine gewisse Anpassungsfähigkeit. Veränderungen im Zugverhalten und eine frühere Rückkehr in die Brutgebiete wurden bereits beobachtet. Ob diese Anpassungen ausreichen, um mit dem Tempo des Klimawandels Schritt zu halten, bleibt offen. Der langfristige Erhalt der Art hängt daher stark vom Schutz offener Landschaften und internationaler Zusammenarbeit entlang der Zugrouten ab.

In der Aufnahme von Helga Zinnecker

  •     Während des Zuges rastet der Rotkehlpieper häufig in offenen Feuchtlandschaften.
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Wenn der Weg endet – Gefahren für wandernde Amphibien
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Wenn der Weg endet – Gefahren für wandernde Amphibien

07/08.02.2026

  • Jedes Jahr im Frühjahr machen sich Amphibien wie die Erdkröte, der Grasfrosch oder der Teichmolch auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Diese Wanderungen folgen uralten Routen, die sich über Generationen bewährt haben. Doch unsere heutige Landschaft hat sich stark verändert – oft mit fatalen Folgen für die Tiere.

Immer wieder beobachten wir Situationen, in denen Amphibien in künstliche Strukturen geraten, aus denen sie aus eigener Kraft nicht mehr entkommen können. Steile Schächte, Bordsteinkanten, Entwässerungsanlagen oder bauliche Vertiefungen werden zur tödlichen Falle. Die Tiere bleiben darin gefangen, erschöpfen sich oder vertrocknen. In anderen Fällen stehen sie plötzlich vor einer unüberwindbaren Barriere, die ihnen den weiteren Weg versperrt – und damit den Zugang zu ihren Laichgewässern unmöglich macht.

Das Ergebnis ist leises, oft unbemerktes Sterben und ein weiterer Verlust für ohnehin stark unter Druck stehende Amphibienpopulationen.
Eine praxisnahe Lösung aus Verantwortung

Nach intensiver Beobachtung, fachlichem Austausch und reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, aktiv zu handeln. Aus dieser Arbeit heraus entstand eine Aufstiegshilfe, die speziell dafür entwickelt wurde, Amphibien sicher aus solchen Gefahrenbereichen herauszuführen oder ihnen das Überwinden von Barrieren zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt standen dabei:

  •     Nachhaltigkeit bei Material und Bauweise

  •     Praxisnahe Funktionalität für den realen Einsatz vor Ort

  •     eine einfache Integration in bestehende Strukturen

  •     sowie die Orientierung am natürlichen Verhalten der Tiere


Die Aufstiegshilfe soll nicht nur kurzfristig helfen, sondern langfristig einen Beitrag zum Amphibienschutz leisten.

Praxistest im Frühjahr 2026

Im kommenden Frühjahr 2026 werden wir diese Aufstiegshilfe erstmals unter realen Bedingungen erproben. Dabei werden wir genau beobachten, wie sie von Erdkröte & Co. angenommen wird und welche Verbesserungen sich möglicherweise ergeben.

Selbstverständlich werden wir transparent über die Ergebnisse berichten – über Erfolge ebenso wie über Herausforderungen. Denn wir sind überzeugt: Nur durch Beobachtung, Anpassung und gemeinsames Lernen können wir wirksame Lösungen für den Artenschutz entwickeln.




In der Aufnahme 
  • Nahezu fertig gestellt zeigt sich die neu entwickelte Aufstiegshilfe
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Das Rotkehlchen – ein stiller zäher Überlebenskünstler im Winter
Bild zum Eintrag (1135893-160)
Das Rotkehlchen – ein stiller zäher Überlebenskünstler im Winter

07/08.02.2026

  •     Wenn der Winter die Landschaft erstarren lässt, beginnt für das Rotkehlchen eine besonders herausfordernde Zeit. Als bodennaher Insektenfresser ist es darauf spezialisiert, Würmer, Larven und andere kleine Wirbellose aus dem Laub oder dem weichen Boden zu sammeln. 

Frost, Schnee und eine geschlossene Schneedecke machen diese Nahrungsquellen jedoch oft wochenlang unzugänglich. Anders als viele andere Singvögel zieht das Rotkehlchen nicht in großen Schwärmen umher, sondern verteidigt auch im Winter kleine Reviere – ein Verhalten, das Energie kostet und den täglichen Überlebenskampf verschärft.

Trotz seines zutraulichen Erscheinungsbildes ist das Rotkehlchen ein robuster Einzelgänger, der auf strukturreiche Gärten, Hecken und Waldränder angewiesen ist. Wo diese fehlen, wird der Winter schnell zur existenziellen Bedrohung.
Warum klassische Futterstellen für Meisen dem Rotkehlchen nicht helfen

Viele handelsübliche Futterstellen sind auf Meisen, Finken und Sperlinge ausgelegt. Sie hängen frei, sind schmal konstruiert und werden mit Körnermischungen oder Erdnüssen befüllt. Für das Rotkehlchen sind solche Futterplätze kaum nutzbar:

  •     Rotkehlchen meiden häufig hängende Futterspender

  •     sie sind keine reinen Körnerfresser

  •     sie fühlen sich in luftiger Höhe vielfach unsicher

  •     dominante Schwarmvögel verdrängen sie schnell


Das Ergebnis: Obwohl Futter vorhanden ist, findet das Rotkehlchen an diesen Stellen oft nichts Passendes.

Artgerechte Winterfütterung für das Rotkehlchen

Eine sinnvolle Winterfütterung orientiert sich am natürlichen Verhalten des Rotkehlchens. Ideal sind bodennahe oder niedrig platzierte Futterstellen, zum Beispiel flache Schalen oder Futterbretter in geschützter Lage. Das Futter sollte weich und proteinreich sein.

Geeignet sind unter anderem:


    getrocknete oder angefeuchtete Mehlwürmer

    Rosinen oder Korinthen (ungeschwefelt, klein geschnitten)

    Haferflocken

    spezielles Weichfutter für Insektenfresser


Wichtig ist ein regelmäßiges Reinigen, da bodennahe Futterplätze anfälliger für Verschmutzung sind. In naturnahen Gärten mit Laubhaufen, Totholz und dichten Sträuchern kann die Zufütterung eine wertvolle Unterstützung sein, ersetzt jedoch nicht den natürlichen Lebensraum.

Zukunft des Rotkehlchens in einer veränderten Landschaft

Die gravierenden Veränderungen unserer Landschaft stellen das Rotkehlchen vor neue Herausforderungen. Strukturreiche Lebensräume mit Unterholz, Hecken, Brachen und offenen Bodenstellen verschwinden zunehmend. Versiegelung, intensive Landwirtschaft und aufgeräumte Gärten reduzieren das Angebot an Nahrung und Nistplätzen erheblich.

In Zukunft könnte sich das Leben des Rotkehlchens stärker in Richtung menschlicher Siedlungen verlagern, da naturnahe Gärten oft die letzten Rückzugsorte bieten. Gleichzeitig steigt der Konkurrenzdruck durch andere Arten, die sich besser an urbane Lebensräume angepasst haben.

Einfluss des Klimawandels auf das Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Der Klimawandel wirkt sich vielschichtig auf das Rotkehlchen aus. Mildere Winter können kurzfristig die Überlebenschancen erhöhen, da weniger Energie für Kältebewältigung benötigt wird. Gleichzeitig bringen unbeständige Wetterlagen neue Risiken mit sich: Spätfröste, lange Regenperioden oder plötzliche Kälteeinbrüche können das Nahrungsangebot abrupt einbrechen lassen.

Auch der Zeitpunkt der Brut verschiebt sich zunehmend. Wenn Insekten früher schlüpfen, das Rotkehlchen aber noch nicht angepasst ist, entsteht eine zeitliche Lücke zwischen Nahrungsangebot und Nahrungsbedarf der Jungvögel. Langfristig wird die Anpassungsfähigkeit der Art darüber entscheiden, wie gut sie mit diesen Veränderungen umgehen kann.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Rotkehlchen mit einigen Sonnenblumenkernen auf geschlossenem Stahlrohr
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Winterlicht über der stillen Landschaft - Wenn der Winter die Landschaft in Besitz nimmt
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Winterlicht über der stillen Landschaft

07/08.02.2026

  • Wenn der Winter die Landschaft in Besitz nimmt, verändert sich nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Wirkung. 

Die schneebedeckten Fluren liegen weit und offen da, überzogen von einer geschlossenen, hellen Decke. Wege, Feldränder und kleine Senken sind nur noch zu erahnen. Alles wirkt ruhiger, geordneter, fast zeitlos.

Wenn der Winter die Landschaft in Besitz nimmt, verändert sich nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Wirkung. Die schneebedeckten Fluren liegen weit und offen da, überzogen von einer geschlossenen, hellen Decke. Wege, Feldränder und kleine Senken sind nur noch zu erahnen. Alles wirkt ruhiger, geordneter, fast zeitlos.
In den frühen Morgenstunden beginnt das Licht langsam zurückzukehren. 

Am Horizont steigt die Sonne auf und taucht den Himmel in warme Farbtöne, die im Kontrast zur kühlen Winterlandschaft stehen. Das erste Licht trifft auf den Schnee, wird reflektiert und verstärkt die Helligkeit der offenen Flächen. Die Landschaft scheint für einen Moment zu leuchten.

Im Vordergrund zeichnen sich vereiste Pflanzen ab. Gräser, Stängel und verbliebene Samenstände sind von feinen Eiskristallen überzogen. Jede Struktur wird sichtbar, jede Linie scharf umrissen. Was im Sommer im dichten Grün verborgen bleibt, tritt nun klar hervor. Die Pflanzen wirken zerbrechlich und zugleich widerstandsfähig – angepasst an Kälte, Frost und Wind.

Der Reif auf den Halmen glitzert im zunehmenden Sonnenlicht. Mit jeder Minute verändern sich Farben und Kontraste. Blau- und Grautöne weichen langsam warmen Gelb- und Rosaschattierungen. Der Übergang von Nacht zu Tag wird Teil der Landschaft und verleiht ihr eine besondere Tiefe.

Solche Winterbilder zeigen eine Seite der Natur, die oft übersehen wird. 


Sie machen sichtbar, dass auch scheinbar ruhende Landschaften voller Leben und Struktur sind. Unter der Schneedecke schützen sich Pflanzen und Boden vor extremer Kälte, Tiere ziehen sich zurück oder hinterlassen feine Spuren, die im Schnee kurz sichtbar bleiben.

Die Aufnahmen dieser Winterlandschaft vermitteln Ruhe und Weite, aber auch die Anpassungsfähigkeit der Natur. Sie erinnern daran, dass selbst in der kältesten Jahreszeit ökologische Prozesse weiterlaufen – langsamer, leiser, doch nicht weniger bedeutsam. Der Winter formt die Landschaft und schafft die Grundlage für das, was im Frühjahr neu erwacht.


In der Aufnahme von Jasmin Wegener
  • In den frühen Morgenstunden beginnt das Licht langsam zurückzukehren. 
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Zwischen Wasser, Wind und Zeit
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Zwischen Wasser, Wind und Zeit – Eine Geschichte von Schilfgras und Rohrkolben

06/07.02.2026

  • Am Rand eines Sees, dort wo das feste Land langsam im Wasser verschwindet, beginnt der Tag leise. 

Noch liegt Nebel über der Oberfläche, und nur das Rascheln der Halme verrät, dass dieser Ort voller Leben ist. Hier wächst das Schilf – hoch, dicht und beweglich im Wind. Seine Halme stehen eng beieinander, als hätten sie sich verabredet, dem Wasser gemeinsam zu begegnen.
Seit vielen Jahren wurzelt das Schilf an diesem Ufer. Seine unterirdischen Ausläufer halten den weichen Boden fest, auch wenn der Wasserspiegel steigt oder fällt. Wenn Wellen gegen das Ufer laufen, brechen sie sich zuerst an den Halmen. Was dahinter liegt, bleibt geschützt. Vögel haben hier ihre Nester verborgen, Insekten nutzen die Stängel als Rastplätze, und unter der Wasseroberfläche finden junge Fische Schutz zwischen den Wurzeln.

Ein paar Schritte weiter, wo das Wasser etwas tiefer steht, wächst der Rohrkolben. Er ragt aus dem See empor, kräftig und aufrecht. Seine langen Blätter schneiden Linien in die Luft, und in der Mitte trägt er die dunklen Kolben, die ihm seinen Namen geben. Während das Schilf flächig wächst und ganze Ufer säumt, steht der Rohrkolben oft in lockeren Gruppen, lässt Raum zwischen sich und dem Wasser.

Schilf und Rohrkolben kennen sich gut. Sie teilen denselben Lebensraum, doch ihre Aufgaben sind verschieden. Das Schilf hält fest, was bleiben soll. Der Rohrkolben bereitet vor, was sich verändern darf.

Der Herbst bringt Bewegung

Wenn der Sommer langsam vergeht und das Licht flacher wird, verändert sich etwas am Rohrkolben. Seine Kolben, die den ganzen Sommer fest und geschlossen waren, beginnen sich zu öffnen. Was nun sichtbar wird, wirkt fast unscheinbar: feiner, heller Flaum, verborgen in tausendfacher Wiederholung.

Es sind die Diasporen des Rohrkolbens – winzige Samen, jeder ausgestattet mit feinen Haaren. An einem windigen Tag genügt ein sanfter Stoß, und der Kolben gibt sie frei. Lautlos steigen sie auf, tragen sich selbst davon. Manche schweben nur wenige Meter, andere werden hoch getragen, über das Schilf hinweg, über den See hinaus.

Ein Teil der Diasporen landet im Wasser, treibt eine Weile und sinkt dann langsam ab. Andere bleiben an feuchten Ufern hängen oder setzen sich dort fest, wo das Wasser gerade zurückgewichen ist. So findet der Rohrkolben neue Orte, an denen er wachsen kann – manchmal weit entfernt von seinem Ursprung.

Das Schilf bleibt zurück. Seine Samen fallen meist in der Nähe zu Boden, seine Kraft liegt im Ausbreiten unter der Erde, nicht im Reisen durch die Luft. Doch das stört es nicht. Es weiß: Wo der Rohrkolben neues Land vorbereitet, kann später auch Schilf wachsen.

Ein wachsendes Geflecht

Dort, wo sich Rohrkolben neu ansiedeln, verändert sich der Ort langsam. Das Wasser wird ruhiger, Schlamm setzt sich ab, erste Pflanzen keimen. Bald entsteht wieder ein Übergang zwischen Wasser und Land. Das Schilf folgt oft später, breitet seine Rhizome aus und verdichtet den Boden.

So entstehen Röhrichte – lebendige Grenzräume. Sie sind weder ganz Wasser noch ganz Land, sondern etwas Drittes: ein beweglicher Lebensraum. In ihm wechseln die Bedingungen ständig, und genau darin liegt seine Stärke.

Veränderung als Teil der Geschichte

Doch die Landschaft verändert sich schneller als früher. Manche Sommer bringen wenig Regen, das Wasser zieht sich zurück. Andere Jahre bringen plötzliche Fluten. Ufer werden befestigt, Gräben gezogen, Feuchtgebiete entwässert.

Das Schilf spürt diese Eingriffe deutlich. Wo das Wasser dauerhaft fehlt oder der Boden verdichtet wird, kann es sich nicht halten. Der Rohrkolben reagiert flexibler. Seine Diasporen finden neue Wege, neue Standorte – manchmal auch dort, wo andere Pflanzen keinen Platz mehr haben.

Der Klimawandel verstärkt diese Unterschiede. Längere Trockenperioden, häufigere Starkregenereignisse und steigende Temperaturen verändern die Bedingungen in Feuchtgebieten. Manche Bestände werden verschwinden, andere sich ausbreiten. Welche Pflanzen bleiben, hängt davon ab, wie viel Raum das Wasser noch bekommt.

Ein offenes Ende

Am Seeufer raschelt das Schilf weiter im Wind. Der Rohrkolben hat seine Samen längst freigegeben. Einige von ihnen sind vielleicht schon angekommen, an Orten, die heute noch unscheinbar wirken.

Die Geschichte von Schilfgras und Rohrkolben ist keine abgeschlossene. Sie ist ein fortlaufender Prozess – geschrieben vom Wasserstand, vom Wind und von den Entscheidungen des Menschen. Wo Feuchtgebiete erhalten oder wiederhergestellt werden, werden beide Pflanzen auch in Zukunft ihren Platz finden.

Und dort, wo sie wachsen, bleibt das Ufer lebendig.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Dia-Sporen - Perigonhaare - einzeln ... Als Diasporen bezeichnet man alle Pflanzenteile, die der Verbreitung dienen. Beim Rohrkolben sind dies die Samen mit ihren feinen Haaranhängen, die sich aus dem reifen Kolben lösen.
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Der Große Abendsegler im Spannungsfeld von Natur und Klimawandel
Bild zum Eintrag (1135842-160)
Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula)

06/07.02.2026

  • Als die Sonne langsam hinter den Baumkronen verschwindet, öffnet sich hoch oben in einer alten Buche eine schmale Spalte. 

Ein dunkler Schatten löst sich aus dem Holz und gleitet lautlos in den Abendhimmel. Für den Großen Abendsegler beginnt jetzt der wichtigste Teil des Tages. Während unter ihm die Lichter der Stadt aufflackern, zieht er weite Kreise über Wiesen, Gewässer und Dächer. Für die meisten Menschen bleibt er unsichtbar – und doch ist er ein stiller Begleiter unserer Dämmerung, seit Generationen angepasst an das Leben zwischen Wald und Zivilisation.
Artbeschreibung: Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula)

Der Große Abendsegler gehört zu den größten heimischen Fledermausarten Europas. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern und einem kräftigen Körperbau ist er ein ausdauernder und schneller Flieger. Sein Fell ist meist rotbraun bis dunkelbraun gefärbt, die Flügel sind schmal und lang – ideal für den schnellen Flug in größerer Höhe.

Typisch für den Großen Abendsegler ist seine frühe Aktivität: Oft verlässt er sein Quartier bereits in der Dämmerung, manchmal sogar noch bei Tageslicht. Er jagt bevorzugt größere Insekten wie Käfer, Nachtfalter oder Zweiflügler, die er im freien Luftraum über Wäldern, Gewässern und offenen Landschaften erbeutet.

Als Quartiere nutzt der Große Abendsegler vor allem Baumhöhlen, alte Spechthöhlen oder Stammrisse. In Städten findet er jedoch auch Unterschlupf an Gebäuden, etwa hinter Fassadenverkleidungen oder in hohen Spalten. Besonders auffällig ist sein Wanderverhalten: Viele Tiere legen saisonal mehrere hundert Kilometer zwischen Sommer- und Winterquartieren zurück.

Perspektive der Art im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Großen Abendseglers ist eng mit den Veränderungen unserer Landschaft verknüpft. Der Verlust alter, höhlenreicher Bäume durch intensive Forstwirtschaft reduziert geeignete Quartiere erheblich. Auch die zunehmende Versiegelung von Flächen und der Rückgang strukturreicher Kulturlandschaften schränken das Nahrungsangebot ein.

Der Klimawandel wirkt dabei ambivalent. Mildere Winter können dem Großen Abendsegler das Überleben erleichtern, da der Energiebedarf während der Winterruhe sinkt. Gleichzeitig führen häufigere Wetterextreme, lange Trockenperioden oder Starkregen zu Verschiebungen im Insektenvorkommen, was die Nahrungssuche erschweren kann. Auch veränderte Zug- und Aktivitätszeiten sind bereits beobachtbar.

Langfristig wird entscheidend sein, ob ausreichend Rückzugsräume erhalten bleiben: alte Wälder, Gewässer, vernetzte Grünflächen und ein bewusster Umgang mit künstlicher Beleuchtung. Der Große Abendsegler gilt als anpassungsfähig, doch selbst diese robuste Art ist auf funktionierende Ökosysteme angewiesen.



In der Aufnahme von Bodo Stratmann
  • Großer Abendsegler im Portrait
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Warum viele Nisthilfen nicht gereinigt werden müssen
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Warum viele Nisthilfen nicht gereinigt werden müssen

06/07.02.2026

  • In der Naturschutzpraxis hält sich hartnäckig die Annahme, dass Nisthilfen für Vögel regelmäßig gereinigt werden müssten, um Krankheiten und Parasiten vorzubeugen. 

Diese Vorstellung ist jedoch nur eingeschränkt zutreffend. Bei fachgerecht konstruierten und richtig ausgerichteten Nisthilfen ist eine Reinigung in vielen Fällen weder notwendig noch sinnvoll.
Ein Blick in die Natur zeigt, dass wildlebende Vögel ihre Nistplätze nicht von außen reinigen lassen. Baumhöhlen, Felsspalten oder alte Spechthöhlen werden über Jahre hinweg genutzt, ohne dass eine „Reinigung durch Dritte“ stattfindet. Dennoch haben sich diese natürlichen Brutstätten über lange Zeiträume als funktional und stabil erwiesen. Vögel verfügen über eigene Strategien, um mit Verschmutzungen und Parasiten umzugehen.

Viele Vogelarten reinigen ihre Niststätten selbst, indem sie stark verschmutztes Material entfernen oder frisches Nistmaterial eintragen. Andere Arten verlassen nach einer Brutphase bewusst den Nistplatz und nutzen ihn über längere Zeit nicht mehr. Diese Ruhephasen führen dazu, dass Parasiten wie Milben oder Flöhe keine Wirte mehr finden und dadurch absterben. Dieses „Aushungern“ von Parasiten ist ein natürlicher Regulationsmechanismus, der sich über Jahrtausende bewährt hat.

Entscheidend für die hygienische Stabilität einer Nisthilfe ist vor allem ihre Bauweise. Gut konstruierte Nisthilfen verfügen über ausreichende Belüftung, einen funktionierenden Wasserablauf und eine Lage, die direkte Witterungseinflüsse begrenzt. Bei entsprechender Ausrichtung – etwa wind- und wettergeschützt – trocknen Nistmaterialien schneller ab, was die Entwicklung von Krankheitserregern deutlich hemmt. Feuchtigkeit, nicht alte Nester, stellt den größten hygienischen Risikofaktor dar.

Eine routinemäßige Reinigung kann zudem unerwünschte Nebenwirkungen haben. Durch häufiges Öffnen und Reinigen werden Nisthilfen gestört, Mikroklimata verändert und teilweise auch wichtige Geruchs- und Materialstrukturen zerstört, die von Vögeln zur Wiedererkennung des Brutplatzes genutzt werden. In einigen Fällen kann eine Reinigung sogar dazu führen, dass Nisthilfen anschließend gemieden werden.

Eine Reinigung ist daher nur dann sinnvoll, wenn eindeutige Probleme vorliegen, etwa bei dauerhaft feuchten Nisthilfen, starkem Schädlingsbefall oder baulichen Mängeln. In diesen Fällen sollte sie gezielt, schonend und außerhalb der Brutzeit erfolgen.

Der Verzicht auf unnötige Reinigungen entspricht somit nicht nur dem natürlichen Verhalten der Vögel, sondern auch einem modernen, ökologisch fundierten Naturschutzverständnis. Gut geplante Nisthilfen benötigen vor allem eines: Ruhe, Zeit und eine Bauweise, die sich an natürlichen Vorbildern orientiert.

In der Aufnahme
  • Aus Nisthilfen geworfenes altes Nistmaterial lässt Rückschlüsse auf die aktuelle Aktivität von Vogelarten erkennen, die sich bereits auf die nächste Brutsaison vorbereiten. 
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Messingkäfer (Niptus hololeucus)
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Der Messingkäfer (Niptus hololeucus) 

05/06.02.2026

  • Ein stiller Bewohner im Schatten alter Mauern

Es ist ruhig in dem alten Gebäude. Staub liegt auf den Balken, das Licht fällt nur gedämpft durch ein kleines Fenster. In einer dunklen Ecke, zwischen trockenem Pflanzenmaterial und altem Holz, bewegt sich etwas Winziges. 

Kaum wahrnehmbar, fast unscheinbar, verschwindet es wieder im Halbdunkel. Der Messingkäfer lebt verborgen, fernab der Aufmerksamkeit des Menschen. Und doch ist er ein Teil unserer Kulturlandschaft, ein stiller Zeuge vergangener Bauweisen und Nutzungsformen.
Artbeschreibung: Der Messingkäfer (Niptus hololeucus)

Der Messingkäfer (Niptus hololeucus) gehört zur Familie der Nagekäfer (Ptinidae). Mit einer Körperlänge von etwa drei bis fünf Millimetern ist er ein sehr kleiner Vertreter seiner Familie. Sein Name leitet sich von der glänzenden, messingfarben bis goldbraun schimmernden Behaarung ab, die dem Käfer ein samtiges Erscheinungsbild verleiht.

Der Körper ist oval bis leicht länglich geformt, die Flügeldecken sind dicht behaart und verleihen dem Tier ein eher matt glänzendes Aussehen. Die Art ist flugfähig, zeigt jedoch meist eine versteckte Lebensweise. Messingkäfer sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und halten sich bevorzugt in dunklen, trockenen und geschützten Bereichen auf.

Die Ernährung des Messingkäfers ist vielseitig. Er nutzt trockene pflanzliche und tierische Materialien, darunter abgestorbene Pflanzenreste, Samen, Getreideprodukte oder auch Reste tierischen Ursprungs. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es der Art, unterschiedlichste Lebensräume zu besiedeln, insbesondere vom Menschen geprägte Strukturen wie Dachböden, Scheunen, Keller oder alte Vorratsräume.

Die Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum erwachsenen Käfer erfolgt verborgen im Substrat. Die Larven spielen dabei eine wichtige Rolle im Abbau organischer Materialien und tragen zur natürlichen Stoffkreislaufbildung bei.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine Perspektive für den Messingkäfer

Der Messingkäfer ist eng an Strukturen gebunden, die heute zunehmend seltener werden. Alte Gebäude mit trockenen Hohlräumen, traditionelle Lagerstätten und naturnahe Wirtschaftsweisen boten der Art über lange Zeit stabile Lebensbedingungen. Moderne Bauweisen, intensive Sanierungen und eine stärkere Regulierung von Innenräumen führen jedoch dazu, dass geeignete Rückzugsorte verloren gehen.

Der Klimawandel wirkt dabei in zweifacher Weise. Steigende Durchschnittstemperaturen können die Entwicklung des Messingkäfers begünstigen und zu verkürzten Entwicklungszyklen führen. Gleichzeitig verändern sich Feuchteverhältnisse in Gebäuden und Landschaften. Längere feuchte Perioden oder extreme Wetterereignisse können trockene Mikrohabitate beeinträchtigen, auf die die Art angewiesen ist.

In naturnahen Ökosystemen übernimmt der Messingkäfer eine wichtige Rolle als Zersetzer organischer Materialien. Sein Vorkommen zeigt, dass auch unscheinbare Insekten einen festen Platz im ökologischen Gefüge haben. Der langfristige Erhalt dieser Art hängt maßgeblich davon ab, ob strukturreiche Lebensräume erhalten bleiben und nicht vollständig durch sterile, hochregulierte Umgebungen ersetzt werden.

Der Messingkäfer steht damit stellvertretend für viele kleine, wenig beachtete Insektenarten, deren Zukunft eng mit der Vielfalt menschlicher und natürlicher Lebensräume verknüpft ist.


In der Aufnahme von Albert Meier
  •     Nahaufnahme eines adulten Messingkäfers
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Wo der Fuchs gräbt, lebt das Gleichgewicht
Bild zum Eintrag (1135803-160)
Der Rotfuchs – Hüter des Gleichgewichts

05/06.02.2026

  • In der Dämmerung, wenn der Tag langsam zur Ruhe kommt und die Landschaft leiser wird, erscheint er oft wie ein Schatten am Rand unseres Blickfeldes. 

Ein rotes Fell, das im letzten Licht schimmert, aufmerksame Augen, die jede Bewegung wahrnehmen. Der Rotfuchs ist kein Eindringling in unsere Welt – er ist ein Teil von ihr. Seit Jahrtausenden begleitet er unsere Landschaften, Wälder, Felder und inzwischen auch die Ränder unserer Städte. Und doch wird kaum ein wildlebendes Tier so missverstanden wie er.
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist ein hochangepasster, intelligenter Beutegreifer mit einer enormen ökologischen Bedeutung. Seine Rolle im Ökosystem ist vielfältig und unverzichtbar. Als Allesfresser reguliert er Bestände von Mäusen, Ratten und anderen Kleinsäugern, die sich ohne natürliche Feinde massenhaft vermehren würden. Gerade in landwirtschaftlich geprägten Regionen leistet der Fuchs damit einen unsichtbaren, aber enorm wichtigen Beitrag zum natürlichen Gleichgewicht.

Darüber hinaus wirkt der Rotfuchs als „Gesundheitspolizei“ der Natur. Er erbeutet bevorzugt geschwächte, kranke oder junge Tiere und trägt so dazu bei, Populationen stabil und widerstandsfähig zu halten. Krankheiten breiten sich langsamer aus, natürliche Selektionsprozesse bleiben erhalten. Ein intaktes Ökosystem braucht genau diese Mechanismen – leise, effizient und ohne menschliches Eingreifen.

Trotz dieser Leistungen wird der Fuchs bis heute häufig als „Schädling“ bezeichnet. 

Dieses Bild ist nicht nur überholt, sondern schlicht falsch. Probleme entstehen nicht durch den Fuchs selbst, sondern durch vom Menschen veränderte Lebensräume: ausgeräumte Landschaften, fehlende Rückzugsorte, intensive Landwirtschaft und die Zerschneidung von Lebensräumen. Der Fuchs passt sich an, weil er es muss – nicht, weil er Schaden anrichten will.

Die Jagd auf den Rotfuchs wird oft mit Bestandsregulierung oder Artenschutz anderer Tiere begründet. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass diese Argumente nicht tragen. Intensive Bejagung führt nicht zu einer nachhaltigen Reduktion der Fuchspopulation. Im Gegenteil: Sie kann soziale Strukturen zerstören und sogar zu einer höheren Fortpflanzungsrate führen. Ein stabiles Ökosystem reguliert sich selbst – vorausgesetzt, man lässt ihm die Chance dazu.

Wir lehnen die Jagd auf den Rotfuchs daher klar ab. Nicht aus romantischer Verklärung, sondern aus ökologischer Überzeugung. Der Fuchs gehört zu einer gesunden Landschaft genauso dazu wie Bäume, Insekten oder Vögel. Seine Anwesenheit ist ein Zeichen von Anpassungsfähigkeit, Überlebenskunst und natürlicher Balance.

Ein Ökosystem, das nur dann akzeptiert wird, wenn es unseren Vorstellungen entspricht, ist kein intaktes Ökosystem

Natur ist nicht ordentlich, nicht kontrollierbar und nicht immer bequem. Aber sie funktioniert – wenn wir ihr Raum lassen. Der Rotfuchs erinnert uns daran, dass Vielfalt, auch die der Beutegreifer, kein Problem ist, sondern eine Voraussetzung für Stabilität.

Dieses wunderschöne Tier verdient keinen Kampf, sondern Respekt. Keinen Abschuss, sondern Schutz. Wer den Rotfuchs schützt, schützt nicht nur eine Art – sondern das fein abgestimmte Netzwerk des Lebens, von dem auch wir selbst abhängen.



In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Rotfuchs – auf der Suche nach Feldmäusen
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Europas Natur droht leise zu verschwinden – und mit ihr unzählige Arten
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Europas Natur droht leise zu verschwinden – und mit ihr unzählige Arten

05/06.02.2026

  • Abseits der großen Schlagzeilen werden in Brüssel derzeit Entscheidungen vorbereitet, die tief in das Herz unserer Natur eingreifen. 

Unter dem Vorwand von „Vereinfachung“ und „Bürokratieabbau“ plant die EU-Kommission, bewährte Umwelt- und Naturschutzgesetze abzuschwächen – Gesetze, die seit Jahrzehnten Wälder, Flüsse, Meere und Lebensräume schützen.

Was dabei oft übersehen wird: Es geht nicht um Paragrafen. Es geht um Leben.
Wenn Schutzstandards fallen, verlieren Tiere und Pflanzen ihren letzten Rückzugsraum. Feuchtgebiete trocknen aus, Flüsse werden weiter belastet, Wälder fragmentiert. Für zahllose Arten – viele davon bereits bedroht – könnte das den endgültigen Verlust ihres Lebensraums bedeuten. Jede aufgeweichte Richtlinie kann das Aus für eine Population sein. Und was einmal verschwunden ist, kommt nicht zurück.

Gleichzeitig wissen viele Menschen kaum, was gerade geschieht. 

Nur wenige fühlen sich ausreichend darüber informiert, welche Weichen in der EU aktuell für Umwelt und Natur gestellt werden. Diese Unsichtbarkeit ist gefährlich – denn sie erlaubt Entscheidungen, deren Folgen wir alle tragen müssen.

Denn eine intakte Umwelt ist kein Luxus. 

Sie ist unsere Lebensgrundlage. Sauberes Trinkwasser, gesunde Böden, frische Luft und stabile Ökosysteme sichern nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Zukunft. Die europäische Umweltgesetzgebung hat über Jahrzehnte messbare Verbesserungen gebracht – Erfolge, die nun leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Was heute geschwächt wird, trifft morgen uns alle.
  • Und besonders jene, die keine Stimme haben: die Tiere, die Pflanzen, die stillen Ökosysteme, die unser Überleben mittragen.

Jetzt ist der Moment, nicht wegzusehen.
  • Schützen wir Europas Natur – bevor ihre Vielfalt für immer verstummt.

In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
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Noki und Luma – Zwei Abendsegler lernen fliegen
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Noki und Luma – Zwei Abendsegler lernen fliegen

04/05.02.2026

  • Hoch oben in einer alten Buche, dort wo der Wind leise durch die Blätter flüsterte, lebten die Geschwister Noki und Luma. 

Sie waren Große Abendsegler, noch klein und flauschig, mit viel zu großen Flügeln, die sie sich nachts neugierig anschauten. Ihre Mama erzählte ihnen jeden Abend Geschichten vom Fliegen, von Käfern im Mondlicht und vom weiten Himmel.
Noki und Luma – Zwei Abendsegler lernen fliegen

Hoch oben in einer alten Buche, dort wo der Wind leise durch die Blätter flüsterte, lebten die Geschwister Noki und Luma. Sie waren Große Abendsegler, noch klein und flauschig, mit viel zu großen Flügeln, die sie sich nachts neugierig anschauten. Ihre Mama erzählte ihnen jeden Abend Geschichten vom Fliegen, von Käfern im Mondlicht und vom weiten Himmel.

Doch eines Tages war alles anders.

Der Baum, in dem ihr Zuhause war, wurde laut. Es brummte und ratterte, und plötzlich wackelte ihre Höhle. Die Buche war alt und sollte gefällt werden. Noki und Luma hatten große Angst. Ihre Mama versuchte, sie in Sicherheit zu bringen, doch im Durcheinander verloren sie sich aus den Augen. Die beiden kleinen Abendsegler rutschten aus ihrer Höhle und landeten erschöpft im Gras.

Sie piepsten leise. Die Nacht war kalt.

Am nächsten Morgen wurden Noki und Luma von einer Frau gefunden, die ganz vorsichtig war und leise sprach. Sie wusste, dass die beiden Hilfe brauchten. Behutsam brachte sie die Geschwister an einen warmen Ort – zu einer Pflegestelle für Fledermäuse.

Dort gab es weiche Tücher, Ruhe und Menschen, die sich gut auskannten. Noki und Luma bekamen Milch, wurden gewogen und durften schlafen, so viel sie wollten. Jeden Abend hörten sie andere Fledermäuse flattern und träumten davon, eines Tages selbst wieder durch die Luft zu sausen.

Die Menschen erklärten leise, warum Noki und Luma hier waren:
Viele alte Bäume verschwinden, weil Wälder sich verändern und Platz für Straßen oder Häuser gemacht wird. Für Fledermäuse wird es dadurch immer schwerer, sichere Schlafplätze zu finden.

Mit jedem Tag wurden die Geschwister stärker. Sie übten Flügelstrecken, Klettern und kleine Sprünge. Bald durften sie in einem großen Raum flattern – erst vorsichtig, dann mutiger.

Eines Abends war es so weit.

Die Sonne ging unter, und der Himmel färbte sich orange. Noki und Luma wurden nach draußen getragen. Die Luft roch nach Sommer, und irgendwo summten Insekten. Als sie losflogen, war es, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Sie drehten ihre ersten Kreise über den Bäumen. Frei. Stark. Zusammen.

Und auch wenn sie ihre alte Buche nie vergessen würden, wussten sie jetzt:
  • Es gibt Menschen, die aufpassen. Und es gibt Hoffnung – für Abendsegler, für Wälder und für den Himmel der Nacht.

In der Aufnahme von Jana Stepanek
  •             Großer Abendsegler - Pfleglinge
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Alpenskorpion ( Alpiscorpius germanus)
Bild zum Eintrag (1135751-160)
Der Alpenskorpion

04/05.02.2026


… was ein Skorpion in den Alpen, davon haben die wenigsten von uns gehört.


Und schon entstehen Bilder in den Köpfen von Wanderern und Touristen die Angst haben von diesem Tier gestochen zu werden. Zum einen soll benannt werden, dass wir in Deutschland (auszuschließen ist das jedoch nicht da Verschleppungen durch Menschen und Tieren möglich sind) wohl dieses Tier nicht sehen werden, da es „in den Alpen vor unserer Haustür“ wohl auf die Schweiz und Österreich konzentriert ist.
Zum anderen ist das Tier nachtaktiv. Am Tag begibt sich der Alpenskorpion in Deckung und sucht sich Rückzugsbereiche unter Steinen und sonstigen Hohlräumen. In der Nacht krabbelt er dann hervor und macht sich auf Nahrungssuche. Diese besteht aus Insekten und anderen kleinen „Krabblern“ die er mit dem Gift in seinem Stachel tötet, oder mit seinen zwei kräftigen Fußzangen packt. 


Als „Lebendgebärer“ und „Brutpfleger“ zeichnet sich der Alpenskorpion markant aus und wird hoffentlich noch lange Zeit unter uns leben. Denn 400 Millionen haben diese Hauptzuordnungsarten es bereits geschafft. Doch ist es nicht sicher ob nicht auch hier der Mensch erneut zuschlägt und mit seinem unsäglichen Wirken erneut eine Art auslöscht ...


In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  • Alpenskorpion
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Streuobst am Wegesrand – eine stille Überlebensversicherung im Winter
Bild zum Eintrag (1135743-160)
Streuobst am Wegesrand – eine stille Überlebensversicherung im Winter

04/05.02.2026

  • Wenn der Winter das Land unter eine geschlossene Schneedecke legt, verändert sich die Welt für viele Tiere radikal. 

Was im Frühling und Sommer reichlich vorhanden ist, wird plötzlich knapp: Nahrung, Schutz und Orientierung verschwinden unter Eis und Schnee. Gerade in dieser lebensfeindlichen Zeit entfalten Streuobstbestände entlang von Flurwegen ihre oft unterschätzte Bedeutung. Sie werden zu stillen Rückzugsorten und zu einer echten Überlebensversicherung für zahlreiche Tierarten.
Streuobstwiesen und Obstbaumreihen entlang von Wegen sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger, extensiver Landnutzung. Hochstämmige Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Zwetschgenbäume prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern schaffen eine einzigartige Verbindung aus Offenland und Gehölzstruktur. Besonders im Winter, wenn Äcker kahl und Wiesen verschneit sind, bleiben diese Bereiche vergleichsweise reich an Leben.

Ein entscheidender Vorteil der Streuobstbestände ist ihr Nahrungsangebot über die kalte Jahreszeit hinweg. Viele Früchte verbleiben nach der Ernte an den Bäumen oder fallen auf den Boden. Äpfel, Birnen und anderes Fallobst frieren nur langsam durch und bleiben für Tiere oft wochen- oder monatelang nutzbar. Vögel wie Amseln, Drosseln oder Stare finden hier energiereiche Nahrung, während Säugetiere wie Rehe, Dachse, Füchse oder Mäuse vom Fallobst profitieren. Selbst Insektenlarven und Mikroorganismen im verrottenden Obst bilden die Grundlage weiterer Nahrungsketten.

Neben dem Futter spielen Strukturen und Verstecke eine zentrale Rolle. Die alten, knorrigen Obstbäume besitzen häufig Höhlen, Rindenspalten und Totholzanteile. Diese bieten Unterschlupf vor Kälte, Wind und Fressfeinden. Fledermäuse nutzen Baumhöhlen als Winterquartiere, Siebenschläfer und Haselmäuse ziehen sich in geschützte Hohlräume zurück, während Vögel geschlossene Kronen als Schlafplätze nutzen. Hecken, Grasstreifen und ungeräumte Wegsäume unter den Bäumen ergänzen dieses Mosaik aus Rückzugsräumen.

Flurwege mit begleitenden Streuobstbeständen wirken zudem als ökologische Korridore. In einer zunehmend intensiv genutzten Landschaft ermöglichen sie Tieren sichere Wanderbewegungen zwischen Lebensräumen. Gerade im Winter, wenn weite Flächen kaum Deckung bieten, sind diese linearen Strukturen von unschätzbarem Wert. Sie verbinden Wälder, Wiesen und Siedlungsränder und sichern so den genetischen Austausch zwischen Populationen.

Auch für seltene und spezialisierte Arten sind Streuobstbestände von Bedeutung. Misteln, Moose und Flechten finden auf alten Obstbäumen geeignete Standorte. Spechte nutzen morsches Holz zur Nahrungssuche, während Eulen und Greifvögel die offenen Bereiche entlang der Wege als Jagdhabitate schätzen. Der Wechsel aus freien Flächen und Bäumen schafft optimale Bedingungen, um Beute zu entdecken und gleichzeitig Deckung zu finden.

Nicht zuletzt erfüllen diese Bestände eine klimatische Schutzfunktion. Die Baumkronen brechen den Wind, reduzieren die Auskühlung des Bodens und sorgen für kleinräumig mildere Bedingungen. Unter den Bäumen taut der Schnee oft schneller, sodass Tiere dort leichter an Nahrung gelangen können. Was für den Menschen kaum wahrnehmbar ist, kann für ein Wildtier über Leben und Tod entscheiden.

Der Schutz und die Pflege von Streuobstbeständen entlang von Flurwegen sind daher aktiver Naturschutz. Jeder erhaltene Baum, jede nachgepflanzte Obstreihe trägt dazu bei, die biologische Vielfalt zu sichern – nicht nur im Sommer, sondern gerade dann, wenn die Natur zur Ruhe kommt. In einer Zeit, in der Winter zunehmend unberechenbar werden, bleiben diese traditionellen Landschaftselemente verlässliche Anker für das Überleben vieler Arten.



In der Aufnahme
  • Fallobst unter Schnee und Frost – eine wichtige Energiequelle für Wildtiere.
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Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Bild zum Eintrag (1135737-160)
Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) 

03/04.02.2026

  • Ein stiller Moment am Bachufer

Die Sonne steht noch tief, und feiner Dunst liegt über dem Wasser. Am Rand eines langsam fließenden Baches ragt ein einzelner Halm aus dem Ufergras. Darauf sitzt reglos eine zarte Gestalt, fast wie aus Licht gezeichnet. 

Ihre Flügel glitzern, als hätte der Morgen Tau darauf gemalt. Für einen Augenblick scheint alles stillzustehen. Dann öffnet sie ihre Flügel leicht, richtet sich neu aus – und bleibt doch. Es ist die Blaue Federlibelle, ein leiser Bewohner unserer Gewässer, dessen Leben sich meist im Verborgenen abspielt.
Artbeschreibung: Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)

Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) gehört zur Familie der Federlibellen (Platycnemididae) und zählt zu den auffälligeren Kleinlibellen Mitteleuropas. Ihren Namen verdankt sie den verbreiterten, federartig wirkenden Schienen an den Beinen, die bei den Männchen besonders deutlich ausgeprägt sind. Diese Strukturen spielen eine Rolle bei der Balz und dienen zugleich als visuelles Erkennungsmerkmal.

Männliche Tiere zeigen meist eine zartblaue bis weißlich-blaue Färbung, während Weibchen überwiegend grünlich oder bräunlich gefärbt sind. Mit einer Körperlänge von etwa 35 bis 45 Millimetern wirkt die Art schlank und elegant. Die Flügel sind durchsichtig und werden in Ruhestellung leicht schräg vom Körper abgespreizt – ein typisches Merkmal dieser Art.

Die Blaue Federlibelle besiedelt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Bäche, Gräben, Altarme und Kanäle mit reicher Ufervegetation. Entscheidend sind sonnige Bereiche mit Pflanzen, die als Sitzwarten, Paarungsplätze und Eiablageorte dienen. Die Larven leben im Gewässergrund, wo sie sich über mehrere Monate entwickeln, bevor sie sich zur erwachsenen Libelle häuten.

Als räuberische Art ernährt sich die Blaue Federlibelle von kleinen Insekten, die sie im Flug erbeutet. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts an Gewässern und trägt zur Regulation von Insektenpopulationen bei.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine Perspektive für die Art

Die Blaue Federlibelle reagiert sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes. Der Ausbau und die Begradigung von Fließgewässern, das Entfernen von Ufervegetation sowie die Verschmutzung durch Nährstoffe und Schadstoffe führen zu einem Verlust geeigneter Habitate. Wo Ufer befestigt und Gewässer technisch überformt werden, fehlen Rückzugsräume für Larven und Sitzplätze für adulte Tiere.

Der Klimawandel wirkt dabei als zusätzlicher Einflussfaktor. Steigende Temperaturen können einerseits die Entwicklungszeit der Larven verkürzen und zu früherem Auftreten der erwachsenen Libellen führen. Andererseits erhöhen längere Trockenperioden das Risiko des Austrocknens kleiner Gewässer, was besonders für die Larven eine existenzielle Bedrohung darstellt. Starkregenereignisse können wiederum Sedimente eintragen und die Gewässerstruktur verändern.

In einigen Regionen profitiert die Blaue Federlibelle kurzfristig von wärmeren Sommern, da sich ihr Aktivitätszeitraum verlängert. Langfristig jedoch hängt ihre Zukunft stark von der Qualität und Stabilität der Gewässer ab. Naturnahe Ufer, strukturreiche Bachläufe und eine vielfältige Wasserpflanzenwelt sind entscheidend, um der Art auch unter veränderten klimatischen Bedingungen Lebensraum zu bieten.

Die Blaue Federlibelle steht damit exemplarisch für viele an Gewässer gebundene Insektenarten. Ihr Vorkommen zeigt an, wo Wasserlebensräume noch funktionstüchtig sind – und wo Schutzmaßnahmen notwendig werden, um diese stillen Zeugen intakter Natur zu erhalten.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Blaue Federlibelle - Weibchen - von vorne - auf Kamille
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Eine kleine Geschichte am Rand des Gartens
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Eine kleine Geschichte am Rand des Gartens

03/04.02.2026


  • Es ist ein warmer Frühsommertag. Zwischen den glänzenden, dunkelgrünen Blättern eines Rhododendrons bewegt sich etwas Farbenfrohes, fast Unwirkliches. 

Ein winziges Wesen sitzt reglos auf einem Blatt, als würde es die Sonne genießen. Plötzlich ein kurzer Sprung – und es ist verschwunden, nur um wenige Zentimeter weiter erneut zu erscheinen. Für die meisten Menschen bleibt dieser flüchtige Moment unbemerkt. Doch genau hier beginnt das Leben der Rhododendronzikade, unauffällig und doch eng verwoben mit den Veränderungen unserer Umwelt.
Artbeschreibung: Die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi)

Die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) gehört zur Familie der Blatthüpfer (Cicadellidae) und fällt durch ihr auffälliges Erscheinungsbild sofort ins Auge. Mit ihrer leuchtend grünen Grundfarbe, den roten Streifen und bläulichen Akzenten wirkt sie fast exotisch. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa acht bis neun Millimetern und sind damit zwar klein, aber kaum zu übersehen.

Ursprünglich stammt die Art aus Nordamerika. In Europa wurde sie erstmals im 20. Jahrhundert nachgewiesen und hat sich seitdem in vielen Regionen etabliert. Besonders häufig ist sie dort zu finden, wo Rhododendren wachsen – sowohl in Gärten als auch in Parks und botanischen Anlagen. Die Zikade ist stark an diese Pflanzengattung gebunden, da sie ihre Eier bevorzugt in die Knospen des Rhododendrons ablegt.

Die erwachsenen Tiere ernähren sich vom Pflanzensaft, indem sie mit ihrem stechend-saugenden Mundwerkzeug die Blattadern anzapfen. Dieser Saugvorgang verursacht meist nur geringe direkte Schäden. Bedeutung erlangt die Rhododendronzikade vor allem durch ihre Rolle bei der Übertragung von Pilzsporen, die das Absterben von Knospen begünstigen können.

Ihr Lebenszyklus ist klar strukturiert: Die Eiablage erfolgt im Spätsommer, die Eier überwintern in den Knospen, und im Frühjahr schlüpfen die Larven. Nach mehreren Entwicklungsstadien erscheinen ab Frühsommer die adulten Tiere, die bis in den Herbst hinein aktiv sind.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine neue Perspektive


Die Ausbreitung der Rhododendronzikade steht exemplarisch für die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in Ökosysteme. Die zunehmende Nutzung von Zierpflanzen aus anderen Kontinenten hat neue Lebensräume geschaffen, in denen sich spezialisierte Arten erfolgreich etablieren können. Rhododendren sind heute in vielen Regionen weit verbreitet – und mit ihnen auch die Rhododendronzikade.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Mildere Winter erhöhen die Überlebensrate der überwinternden Eier, während längere Vegetationsperioden den Entwicklungszyklus begünstigen. In wärmeren Jahren kann es zu höheren Populationsdichten kommen, da günstige Bedingungen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.

Gleichzeitig verändern sich ökologische Gleichgewichte. Natürliche Gegenspieler sind oft nur eingeschränkt vorhanden oder reagieren langsamer auf neue Arten. Dadurch kann die Rhododendronzikade lokal stärker in Erscheinung treten als in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet.

Langfristig zeigt die Art, wie flexibel und anpassungsfähig viele Insekten auf Umweltveränderungen reagieren. Sie ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines größeren Bildes: der Verschiebung von Artengrenzen, ausgelöst durch Klimawandel, globale Pflanzenverwendung und veränderte Landschaftsstrukturen. Die Rhododendronzikade wird damit zu einem stillen Zeugen ökologischer Veränderungen, die weit über den Gartenzaun hinausreichen.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  •     Typisches Erscheinungsbild einer ausgewachsenen Rhododendronzikade
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Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)
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Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

02/03.02.2026

  • In der flimmernden Hitze eines Sommertages sitzt eine leuchtend rote Libelle auf einem sonnenwarmen Schilfhalm. 

Das Wasser unter ihr liegt ruhig, nur gelegentlich ziehen kleine Wellen über die Oberfläche. Plötzlich startet sie, fliegt ein kurzes Reviermanöver und kehrt an denselben Platz zurück. Die Feuerlibelle ist angekommen – auffällig, selbstbewusst und unübersehbar in der sommerlichen Landschaft.
Artbeschreibung

Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) gehört zur Familie der Segellibellen (Libellulidae) und zählt zu den auffälligsten Libellenarten Europas. Ausgewachsene Männchen sind intensiv rot gefärbt, einschließlich Augen und Hinterleib. Weibchen und junge Tiere zeigen eine eher gelblich-braune bis olivfarbene Färbung. Die Flügel sind klar, der Körper kräftig gebaut und auf kurze, schnelle Flüge spezialisiert.

Die Art besiedelt bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit offenen, sonnigen Uferbereichen. Typische Lebensräume sind Teiche, Seen, Kiesgruben, Altarme und künstlich angelegte Gewässer. Die Feuerlibelle ist ein ausgeprägter Ansitzjäger und nutzt exponierte Sitzwarten, von denen aus sie Insekten im Flug erbeutet.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verbreitungsgebiet der Feuerlibelle deutlich nach Norden ausgeweitet. Ursprünglich war sie vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, doch steigende Temperaturen begünstigen ihre Ausbreitung in Mitteleuropa. Der Klimawandel wirkt sich für diese wärmeliebende Art bislang überwiegend positiv aus, da längere Vegetationsperioden und höhere Wassertemperaturen die Entwicklung der Larven beschleunigen.

Gleichzeitig beeinflussen Lebensraumveränderungen die Zukunft der Feuerlibelle. Der Verlust naturnaher Gewässer, Uferverbauungen und eine zunehmende Beschattung durch fehlende Pflege können geeignete Lebensräume einschränken. Andererseits bieten neu entstandene Gewässer, etwa durch Renaturierungsmaßnahmen oder Abgrabungen, neue Besiedlungsmöglichkeiten.

Langfristig hängt die Entwicklung der Feuerlibelle von einem ausgewogenen Zusammenspiel aus Klimafaktoren und Lebensraumqualität ab. Der Erhalt offener, strukturreicher Gewässer mit flachen Uferzonen ist entscheidend, damit diese markante Libellenart auch künftig ein fester Bestandteil der heimischen Insektenfauna bleibt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Im Portrait - Männchen der Feuerlibelle
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Wenn der Winter alles fordert
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Wenn der Winter alles fordert

03/04.02.2026

  • Der Winter hat die Landschaft fest im Griff. Schnee liegt schwer auf Feldern und Wäldern, Kälte kriecht in jede Mulde, und selbst am Tag bleibt die Sonne oft blass. Was für uns Menschen eine stille, fast magische Zeit sein kann, ist für viele Wildtiere eine der härtesten Prüfungen ihres Lebens.

Mit der aktuellen, sehr winterlichen Witterung beginnt für sie ein täglicher Kampf – nicht gegen Feinde, sondern gegen Hunger, Kälte und Erschöpfung.
Wo im Sommer und Herbst noch Nahrung im Überfluss vorhanden war, ist jetzt alles verborgen. Gräser, Kräuter und junge Triebe liegen unter einer dicken Schneeschicht. Samen sind unerreichbar, Knospen gefroren. Jeder Schritt durch den Schnee kostet Kraft, jede Bewegung verbraucht wertvolle Energie, die kaum ersetzt werden kann.

Besonders deutlich zeigt sich das Schicksal des Rehwildes. Leise zieht es durch die weiße Landschaft, den Kopf gesenkt, die Ohren aufmerksam. Mit den Läufen scharrt es den Schnee beiseite, immer wieder, immer weiter, auf der Suche nach etwas Essbarem. Oft bleibt nur wenig zurück: ein paar Halme, Rinde, trockene Blätter. Nahrung, die kaum ausreicht, um die eisigen Nächte zu überstehen.

Der Schnee ist tief, die Kälte unerbittlich. Flucht kostet Kraft – Kraft, die im Winter über Leben und Tod entscheidet. Jede Störung, jeder aufgescheuchte Sprint durch den Schnee zehrt an den Reserven. Was für uns nur ein kurzer Moment ist, kann für ein Wildtier den Unterschied zwischen Durchhalten und Zusammenbrechen bedeuten.

Auch kleinere Tiere kämpfen. Feldhasen verharren reglos in ihren Sassen, Mäuse graben verzweifelt Gänge unter der Schneedecke, Vögel suchen in kahlen Sträuchern nach den letzten Samen. Viele von ihnen erreichen den Frühling nur, wenn sie jetzt genug Ruhe finden.

Doch unsere Landschaften machen es ihnen immer schwerer. Hecken, Brachen und strukturreiche Randbereiche fehlen vielerorts. Offene, intensiv genutzte Flächen bieten weder Schutz noch Nahrung. Der Winter trifft Wildtiere heute oft härter als früher – nicht nur wegen der Kälte, sondern weil es immer weniger Orte gibt, an denen sie ihm ausweichen können.

Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Rücksicht ist. Wer draußen unterwegs ist, sollte sich bewusst machen: Jede Störung zwingt Tiere zur Flucht. Jeder unnötige Energieverlust kann später fehlen. Auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Rückzugsräume respektieren – kleine Gesten mit großer Wirkung.

Der Winter gehört zur Natur. Wildtiere sind an ihn angepasst. Doch wie gut sie ihn überstehen, hängt auch von uns ab. Wenn wir ihnen Raum lassen, Ruhe gewähren und ihre Lebensräume schützen, geben wir ihnen die Chance, diese schwere Zeit zu überleben.

Damit sie, wenn der Schnee schmilzt und das erste Grün erscheint, noch da sind.
Still, vorsichtig – aber lebendig.

In der Aufnahme von A. Brehm
  • Tief muss sich das Rehwild durch den hohen Schnee bis zu einigen Gräsern graben, die eine gewisse Perspektive geben, überleben zu können
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Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata)
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Die Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata)

01/02.02.2026

  • An einem warmen Frühlingsmorgen gleitet eine große Schlange lautlos durch das kniehohe Gras am Rand eines alten Olivenhains. 

Die Sonne hat den Boden bereits erwärmt, und zwischen Steinen und Wurzeln findet sie ideale Verstecke. Für einen Moment verharrt sie reglos, hebt leicht den Kopf und prüft die Umgebung. Es ist die Vierstreifennatter – ein scheuer Bewohner strukturreicher Kulturlandschaften, der seit Jahrhunderten unbemerkt neben dem Menschen lebt.
Artbeschreibung

Die Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata) ist die größte in Europa vorkommende Natternart. Ausgewachsene Tiere können Längen von über zwei Metern erreichen. Charakteristisch sind die vier dunklen Längsstreifen, die sich über den hellen, meist gelblich bis olivbraunen Körper ziehen. Jungtiere zeigen dagegen oft ein auffälliges Fleckenmuster, das sich erst mit zunehmendem Alter in die typische Streifenzeichnung verwandelt.

Die Art ist ungiftig und für den Menschen vollkommen ungefährlich. Sie ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern, Vögeln und gelegentlich von Reptilien. Als guter Kletterer nutzt sie nicht nur den Boden, sondern auch Büsche, Trockenmauern und Bäume. Die Vierstreifennatter bevorzugt warme, strukturreiche Lebensräume wie lichte Wälder, Buschlandschaften, traditionelle Agrarflächen, Olivenhaine und steinige Hänge.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Vierstreifennatter ist eng mit der Entwicklung ihrer Lebensräume verknüpft. Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust von Trockenmauern, Flurbereinigung und zunehmende Zersiedelung führen vielerorts zu einer Verarmung der Landschaft. Versteckmöglichkeiten, Jagdgebiete und Eiablageplätze gehen verloren, was lokale Populationen schwächen kann.

Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel ambivalent auf die Art aus. Steigende Temperaturen könnten die Ausbreitung der Vierstreifennatter in höhere Lagen oder nördlichere Gebiete begünstigen. Längere Trockenperioden, häufigere Extremereignisse und der Rückgang geeigneter Beutetiere stellen jedoch neue Herausforderungen dar. Besonders problematisch ist die Kombination aus Lebensraumverlust und klimatischen Veränderungen, die die Anpassungsfähigkeit der Art auf die Probe stellt.

Langfristig wird der Erhalt strukturreicher, naturnaher Landschaften entscheidend sein. Der Schutz traditioneller Kulturlandschaften, der Erhalt von Steinstrukturen sowie eine naturverträgliche Landnutzung können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, der Vierstreifennatter auch in Zukunft geeignete Lebensbedingungen zu sichern.



Aufnahme von Helga Zinnecker

  •     Auch diese Tiere leiden unter menschlicher Lebensraumzerstörung ... hier erkennen wir Kunststoffbestandteile welche das Tier das an einem Gewässer liegt umgeben.
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Wenn das Blau fliegen lernt
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Wenn das Blau fliegen lernt

02/03.02.2026

  •     Die Geschichte einer Blauen Federlibelle am Bach

Es ist früher Morgen, als der Bach noch leise spricht. Das Wasser gluckst zwischen Kieseln, feiner Nebel liegt über dem Ufer, und die Welt scheint den Atem anzuhalten. Genau hier, an einem unscheinbaren Halm im flachen Wasser, beginnt ein kleines Wunder.
Seit vielen Monaten lebt die Larve der Blauen Federlibelle (Platycnemis pennipes) verborgen unter der Oberfläche. Zwischen Wasserpflanzen und Steinen hat sie gejagt, ist gewachsen und hat den Winter überstanden. Nun ist die Zeit gekommen. Langsam klettert sie aus dem Wasser, hinauf ins Licht. Ihre Larvenhaut platzt auf, und aus dem engen Panzer schiebt sich ein neues Wesen – zerbrechlich, blass und doch voller Leben.

Der Schlupf ist ein Moment größter Anstrengung. Nichts darf schiefgehen. Die junge Libelle hängt kopfüber, zieht Bein um Bein aus der alten Hülle, während ihre Flügel sich entfalten wie feines Glas. Noch kann sie nicht fliegen. Noch ist sie schutzlos.

Und Gefahren gibt es viele.

Ein falscher Schritt, und sie fällt ins Wasser zurück – wo Fische auf leichte Beute warten. Am Ufer krabbeln Ameisen, die keinen Unterschied machen zwischen Wunder und Mahlzeit. Ein Vogel entdeckt die Bewegung im Schilf. Selbst der Mensch kann zur Bedrohung werden, wenn Ufer gemäht, Pflanzen entfernt oder Steine bewegt werden, genau dort, wo Libellen ihren Neubeginn wagen.

Die Sonne steigt höher. Wärme durchströmt den kleinen Körper. Die Flügel härten aus, das zarte Blau gewinnt an Farbe. Stunde um Stunde vergeht, bis der große Augenblick kommt: Ein erstes Zittern, ein Sprung – und dann trägt die Luft die Blaue Federlibelle davon.

Nun beginnt ihr kurzes, freies Leben über dem Wasser. Sie jagt kleine Insekten, ruht auf Gräsern und tanzt in der Luft mit Artgenossen. Ihre breiten, hell gefärbten Beine machen sie unverwechselbar. Doch auch jetzt ist ihr Leben kein leichtes. Regen, Wind, Hunger und neue Feinde begleiten jeden Tag.

Vor allem aber braucht sie eines: einen intakten Lebensraum.

Saubere, langsam fließende Gewässer, naturnahe Ufer, Pflanzenvielfalt und Ruhe sind die Grundlage für ihr Dasein. Doch genau diese Orte werden seltener. Bäche werden begradigt, Uferstreifen zu oft gemäht, Feuchtgebiete entwässert. Freizeitnutzung bringt Unruhe an Gewässer, die eigentlich Rückzugsräume sein sollten.

Der Klimawandel verschärft die Lage zusätzlich. Längere Trockenperioden lassen Gewässer austrocknen, bevor Larven sich entwickeln können. Plötzliche Hochwasser spülen sie fort. Steigende Temperaturen verändern das empfindliche Gleichgewicht von Wasser, Pflanzen und Insekten.

Die Blaue Federlibelle ist damit mehr als nur ein schönes Insekt. Sie ist ein Zeichen. Wo sie lebt, ist das Wasser meist sauber, das Ufer lebendig. Wo sie verschwindet, stimmt etwas nicht.

Vielleicht sieht ein Kind sie eines Tages am Bach sitzen, staunt über ihr leuchtendes Blau und fragt, woher sie kommt. Die Antwort liegt im Schutz unserer Landschaften. Jede naturnahe Uferzone, jeder ungemähte Randstreifen und jeder renaturierte Bach schenkt ihr eine Chance.

Damit auch morgen noch irgendwo am frühen Morgen eine kleine Libelle aus ihrer Hülle schlüpft – und das Blau wieder fliegen lernt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Federlibelle - schlüpfende Federlibelle - an grünem Halm 
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Platterbsen (Lathyrus) – Formen, Farben, Lebensräume
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Platterbsen (Lathyrus) - eine Diashow eröffnet Einblicke

01/02.02.2026

  • Platterbsen gehören zur Gattung Lathyrus innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). 

Weltweit sind zahlreiche Arten bekannt, die sowohl als Wildpflanzen als auch als Zier- oder Nutzpflanzen vorkommen. Charakteristisch für Platterbsen sind ihre meist kletternden oder rankenden Wuchsformen sowie die typischen schmetterlingsförmigen Blüten.

Die Blüten der Platterbsen erscheinen je nach Art in unterschiedlichen Farben, darunter Weiß, Rosa, Violett, Blau oder Gelb. Sie wachsen häufig in lockeren Trauben und sind nicht nur optisch auffällig, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.
Platterbsen sind vor allem in gemäßigten Klimazonen verbreitet. 

Man findet sie auf Wiesen, an Waldrändern, Böschungen oder in lichten Gebüschen. Viele Arten bevorzugen sonnige Standorte und durchlässige Böden, kommen aber auch mit nährstoffärmeren Bedingungen gut zurecht.

Einige Lathyrus-Arten werden gezielt im Garten angebaut, etwa wegen ihres dekorativen Erscheinungsbildes oder ihrer Eignung zur Begrünung von Zäunen und Rankhilfen. Andere Arten spielen eine Rolle in naturnahen Lebensräumen und tragen zur biologischen Vielfalt bei.

  • In einer Diashow lassen sich die Platterbsen besonders gut darstellen: von der Vielfalt der Blütenformen über die feinen Ranken bis hin zu ihrem natürlichen Lebensraum. So wird die besondere Schönheit und ökologische Bedeutung dieser Pflanzengattung anschaulich vermittelt. 

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Duftende Platterbse
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Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
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Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)

02/03.02.2026

  • An einem sonnigen Nachmittag ragt ein dunkler Panzer aus dem Schilfgürtel eines ruhigen Teiches. 

Regungslos liegt die Schildkröte auf einem alten Baumstamm und genießt die Wärme. Was auf den ersten Blick wie ein heimisches Tier wirkt, stammt ursprünglich aus einem anderen Teil der Welt. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte hat ihren Weg in viele europäische Gewässer gefunden – meist nicht aus eigener Kraft, sondern durch menschliches Zutun.
Artbeschreibung

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) gehört zur Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten. Ihr auffälligstes Merkmal sind die roten, halbmondförmigen Streifen hinter den Augen, denen sie ihren Namen verdankt. Der Panzer ist meist olivgrün bis dunkelbraun gefärbt und zeigt gelbliche Musterungen. Erwachsene Tiere erreichen Panzerlängen von bis zu 30 Zentimetern, wobei Weibchen in der Regel größer werden als Männchen.

Die Art ist überwiegend tagaktiv und verbringt viel Zeit mit Sonnenbaden. Sie ist anpassungsfähig, ernährt sich sowohl von pflanzlicher als auch tierischer Nahrung und besiedelt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reicher Ufervegetation. Ursprünglich stammt die Rotwangen-Schmuckschildkröte aus dem Südosten der USA.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum, Klima und Artenvielfalt

Durch den jahrzehntelangen Handel als Haustier gelangte die Rotwangen-Schmuckschildkröte in großer Zahl nach Europa. Viele Tiere wurden ausgesetzt, als sie für private Halter zu groß oder pflegeintensiv wurden. Inzwischen gilt die Art als etablierter Neozoon in zahlreichen Regionen.

Lebensraumveränderungen wie die Schaffung künstlicher Gewässer, renaturierte Kiesgruben oder urbane Teiche bieten der Art geeignete Bedingungen. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich: Mildere Winter und längere warme Perioden erhöhen die Überlebens- und Fortpflanzungschancen. In einigen Gebieten gelingt mittlerweile sogar die erfolgreiche Reproduktion.

Als Neozoon stellt die Rotwangen-Schmuckschildkröte eine Herausforderung für die heimische Artenvielfalt dar. Sie konkurriert mit einheimischen Arten, insbesondere mit der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), um Sonnenplätze, Nahrung und geeignete Lebensräume. Zudem kann sie lokale Nahrungsnetze verändern und Druck auf Amphibien, Fische und wirbellose Tiere ausüben.

Langfristig erfordert der Umgang mit der Rotwangen-Schmuckschildkröte ein gezieltes Management. Aufklärung, verantwortungsvolle Tierhaltung und der Schutz heimischer Arten sind zentrale Bausteine, um negative Auswirkungen auf die Biodiversität zu begrenzen und gleichzeitig einen sachlichen Umgang mit bereits etablierten Populationen zu fördern.



In der Aufnahme von Albert Meier
  • Rotwangen-Schmuckschildkröte beim Sonnenbaden auf einem Baumstamm
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Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
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Die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

01/02.02.2026

  • Als der Winter sich langsam aus dem lichten Laubwald zurückzog, war der Boden noch kühl und feucht. 

Zwischen welken Blättern regte sich leises Leben: Zarte Triebe schoben sich entschlossen ans Licht. Noch bevor die Bäume ihr Blätterdach schlossen, öffnete die Frühlings-Platterbse ihre violett-blauen Blüten. Für Insekten, die nach der langen kalten Zeit erste Nahrung suchten, wurde sie zu einem stillen Versprechen – ein Zeichen dafür, dass der Frühling wirklich begonnen hatte.
Artbeschreibung: Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie erreicht meist eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 40 Zentimetern und wächst aufrecht, ohne zu klettern – im Gegensatz zu vielen anderen Platterbsenarten.

Charakteristisch sind ihre gefiederten Blätter mit zwei bis drei Paaren eiförmiger Fiederblättchen. Die auffälligen Blüten erscheinen früh im Jahr, meist zwischen März und Mai. Sie zeigen ein interessantes Farbspiel: Zu Beginn oft rötlich-violett, wechseln sie im Laufe der Blütezeit zu Blau- und Grüntönen. Bestäubt wird die Pflanze vor allem von Hummeln und anderen früh aktiven Insekten.

Die Frühlings-Platterbse bevorzugt nährstoffreiche, humose Böden in lichten Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern sowie in Gebüschen. Als Stickstoffsammler trägt sie – wie viele Leguminosen – zur Bodenfruchtbarkeit bei und ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Waldökosysteme.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Frühlings-Platterbse ist eng mit der Entwicklung ihrer Lebensräume verknüpft. Durch intensive Forstwirtschaft, Flächenversiegelung und den Rückgang strukturreicher Wälder gehen geeignete Standorte zunehmend verloren. Besonders problematisch ist die Beschattung durch dichter werdende Baumkronen, da die Art auf das frühe Frühlingslicht angewiesen ist.

Der Klimawandel wirkt ambivalent: Mildere Winter können den früheren Austrieb begünstigen, gleichzeitig erhöhen Spätfröste, Trockenperioden und veränderte Niederschlagsmuster das Risiko für Blüten- und Samenverluste. Verschiebt sich zudem der Aktivitätszeitraum der Bestäuber, kann dies die erfolgreiche Fortpflanzung beeinträchtigen.

Langfristig hängt der Erhalt der Frühlings-Platterbse von naturnahen Waldstrukturen, angepasster Bewirtschaftung und dem Schutz vielfältiger Übergangsbereiche ab. Wo ihr Lebensraum bewahrt wird, bleibt sie auch künftig ein stiller, aber verlässlicher Frühlingsbote.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Erste Blüten der Frühlings-Platterbse im zeitigen Frühjahr
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Bergsingzikade (Cicadetta montana)
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Die Bergsingzikade (Cicadetta montana)

31.01/01.02.2026

  • An einem warmen Nachmittag liegt Stille über einem lichten Hangwald. Erst nach genauerem Hinhören wird sie durchbrochen – von einem feinen, hochfrequenten Surren, das fast mit dem Wind verschmilzt. 

Der Klang scheint aus dem Nichts zu kommen, ist aber das Lebenszeichen einer gut getarnten Bewohnerin: der Bergsingzikade. Wer sie hört, aber nicht sieht, erlebt einen der leisen Momente der Natur, in denen Aufmerksamkeit belohnt wird.
Artbeschreibung

Die Bergsingzikade (Cicadetta montana) ist eine kleine bis mittelgroße Singzikade aus der Familie der Cicadidae. Sie zeichnet sich durch ihre unauffällige Färbung in Grau- und Brauntönen aus, die ihr eine ausgezeichnete Tarnung auf Baumrinden und in der Vegetation ermöglicht. Auffällig ist weniger ihr Aussehen als ihr Gesang, der aus hohen, gleichmäßigen Lautfolgen besteht und für das menschliche Ohr teils nur schwer wahrnehmbar ist.

Die Art lebt bevorzugt in warmen, sonnigen Lebensräumen wie lichten Laubwäldern, Waldrändern, Trockenhängen oder strukturreichen Wiesen mit Gehölzanteil. Die Larven entwickeln sich mehrere Jahre im Boden und ernähren sich dort von Pflanzensäften aus den Wurzeln. Erst nach dieser langen Entwicklungszeit schlüpfen die erwachsenen Zikaden, deren Lebensspanne vergleichsweise kurz ist und sich auf Fortpflanzung und Gesang konzentriert.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Bergsingzikade ist stark an bestimmte Lebensraumstrukturen gebunden. Veränderungen wie Aufforstung, intensive Landnutzung, Bebauung oder der Verlust von offenen, sonnigen Flächen wirken sich direkt auf ihre Bestände aus. Da ihre Larven viele Jahre im Boden verbringen, reagiert die Art besonders empfindlich auf Bodenverdichtung und -störungen.

Der Klimawandel bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Steigende Temperaturen können grundsätzlich geeignete Lebensräume ausweiten, gleichzeitig führen häufigere Extremereignisse wie Trockenperioden oder Starkregen zu einer zusätzlichen Belastung. Veränderungen im Wasserhaushalt des Bodens können die langfristige Entwicklung der Larven beeinträchtigen.

Die Zukunft der Bergsingzikade hängt daher eng mit dem Erhalt vielfältiger, strukturreicher Landschaften zusammen. Der Schutz sonniger Waldränder, extensiv genutzter Flächen und naturnaher Übergangszonen kann dazu beitragen, ihren charakteristischen Gesang auch künftig in der Landschaft hörbar zu machen.



In der Aufnahme von Albert Meier
  •     Bergzikade, so der Name für eine sehr scheue Zikadenart die wir bei uns an sonnig warmen und vor allem offenen Flächen, meist in der Nähe zu Hecken, Großsträuchern oder Gebüschen finden.
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Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)
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Die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)

31.01/01.02.2026

  • Zwischen alten Natursteinmauern, wo sich Wärme sammelt und der Boden trocken bleibt, fällt sie sofort ins Auge. 

Ihre leuchtend purpurfarbenen Blüten stehen im starken Kontrast zu den silbrig schimmernden Blättern. Während andere Pflanzen unter der Hitze des Sommers leiden, scheint die Kronen-Lichtnelke genau hier ihren Platz gefunden zu haben. Sie wirkt wie ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten – standhaft, eigenwillig und mit einer Präsenz, die selbst in kargen Landschaften nicht zu übersehen ist.
Artbeschreibung

Die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria) ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie erreicht meist Wuchshöhen von 40 bis 90 Zentimetern. Besonders charakteristisch sind die dicht behaarten, graugrünen bis silbrigen Blätter, die der Pflanze ein fast samtiges Erscheinungsbild verleihen.

Die auffälligen Blüten sind meist kräftig purpur- bis karminrot gefärbt, seltener auch rosa oder weiß. Sie bestehen aus fünf leicht eingekerbten Kronblättern und erscheinen in lockeren Blütenständen von Juni bis August. Die Kronen-Lichtnelke bevorzugt sonnige, warme Standorte mit durchlässigen, eher trockenen Böden. Ursprünglich stammt sie aus dem südöstlichen Europa, ist heute jedoch in vielen Regionen als Zier- und Verwilderungspflanze anzutreffen.

Dank ihrer Trockenheitsverträglichkeit und Anspruchslosigkeit wird Lychnis coronaria häufig in naturnahen Gärten, an Böschungen oder auf ruderalen Flächen beobachtet.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Kronen-Lichtnelke gehört zu den Arten, die von bestimmten Aspekten des Klimawandels profitieren könnten. Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und vermehrt offene, wärmebegünstigte Standorte kommen ihren ökologischen Ansprüchen entgegen. In urbanen Räumen, auf Brachflächen oder entlang von Wegrändern findet sie zunehmend geeignete Lebensbedingungen.

Gleichzeitig verändern sich jedoch auch ihre Lebensräume. Versiegelung, intensive Pflege von Grünflächen und der Rückgang strukturreicher Übergangszonen können ihre Ausbreitung begrenzen. Als licht- und wärmeliebende Art ist sie auf offene Flächen angewiesen, die nicht dauerhaft beschattet oder stark gedüngt werden.

In einer sich wandelnden Umwelt steht die Kronen-Lichtnelke sinnbildlich für robuste Pflanzenarten, die neue Nischen besetzen können – vorausgesetzt, es bleibt Raum für naturnahe, wenig regulierte Lebensräume. Ihr Vorkommen kann damit als Zeichen für eine vielfältige, dynamische Landschaft gelesen werden, in der auch ungewöhnliche und farbenfrohe Arten ihren Platz finden.

In der Aufnahne von Dieter Zinßer
  •     Lychnis coronaria in voller Sommerblüte
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Eis und Wasser – Der stille Kreislauf des Lebens
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Eis und Wasser – Der stille Kreislauf des Lebens

31.01/01.02.2026

  • Eis und Wasser sind weit mehr als bloße Naturstoffe. Sie sind Gedächtnis und Bewegung, Ursprung und Zukunft zugleich.

 In ihnen spiegeln sich die großen Zusammenhänge unseres Planeten: Klima, Zeit und Leben. Diese Diashow eröffnet einen Raum, in dem die leisen Prozesse der Natur sichtbar werden – Prozesse, die oft im Verborgenen wirken und doch über das Schicksal ganzer Ökosysteme entscheiden.
Eis steht für Dauer und Erinnerung.

 In Gletschern, Eiskappen und Schneefeldern lagern Informationen aus vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden. Luftblasen im Eis bewahren die Atmosphäre früherer Zeiten, Schichten erzählen von warmen und kalten Phasen, von Stabilität und Umbruch. Gleichzeitig ist Eis kein starres Element. Gletscher bewegen sich langsam talwärts, knirschen, brechen und passen sich ihrer Umgebung an. Sie formen Landschaften, schleifen Gestein und schaffen Lebensräume, lange bevor der Mensch sie betritt.

Wasser ist das Element des Wandels. 

Es findet seinen Weg durch jede noch so kleine Öffnung, verbindet Höhen und Tiefen, überwindet Grenzen und Distanzen. Als Quelle schenkt es Leben, als Fluss transportiert es Nährstoffe, als See speichert es Wärme, als Meer reguliert es das globale Klima. Ohne Wasser gäbe es keine Wälder, keine Tiere, keine Kulturen – und keine Zukunft.

Eis und Wasser stehen in einem engen Wechselspiel. Schnee speist Flüsse, Gletscher sichern die Wasserversorgung ganzer Regionen, Polareis beeinflusst Meeresströmungen und Wetterlagen auf der ganzen Erde. Wenn dieses Gleichgewicht ins Wanken gerät, bleiben die Folgen nicht lokal begrenzt. Das Abschmelzen von Eis verändert den Meeresspiegel, verschiebt Klimazonen und verstärkt extreme Wetterereignisse. Was fern erscheint, wirkt nah.

Die Bilder dieser Diashow machen diese Zusammenhänge erfahrbar. 

Sie zeigen die stille Erhabenheit gefrorener Strukturen ebenso wie die fließende Dynamik des Wassers. Licht, Farbe und Struktur lassen erkennen, wie sensibel diese Systeme sind – und wie eng Schönheit und Verletzlichkeit miteinander verbunden sind. Jeder Tropfen, jede Eisschicht ist Teil eines globalen Gefüges.

Besonders eindrucksvoll wird sichtbar, wie schnell sich natürliche Prozesse verändern können. Rückzugsgebiete des Eises werden kleiner, Übergangszonen größer. Dort, wo einst dauerhaft Frost herrschte, entstehen neue Landschaften – oft ohne die Zeit, stabile Ökosysteme auszubilden. Wasser verliert seine Rolle als verlässlicher Speicher und wird zunehmend zum unberechenbaren Faktor.


Doch diese Diashow zeigt nicht nur Verlust, sondern auch Verantwortung. 

Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die Bedeutung von Eis und Wasser neu zu begreifen. Naturschutz beginnt mit Wahrnehmung. Wer versteht, wie grundlegend diese Elemente für das Leben auf der Erde sind, erkennt auch die Dringlichkeit ihres Schutzes.

Eis und Wasser erinnern uns daran, dass die Natur keine entfernte Kulisse ist. Sie ist ein lebendiges System, in das wir eingebunden sind. Ihr Zustand spiegelt unsere Entscheidungen wider. Diese visuelle Reise ist deshalb mehr als eine Sammlung von Bildern – sie ist ein stiller Appell, das Gleichgewicht zu bewahren, bevor das Schmelzen unumkehrbar wird. 


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Eis und Wasser – Der stille Kreislauf des Lebens
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Hausratte (Rattus rattus)
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Die Hausratte (Rattus rattus)

30/31.01.2026

  • In der Dämmerung eines alten Hafens, dort wo Holzbohlen knarren und Seile leise im Wind schwingen, huscht ein dunkler Schatten über den Boden. 

Lautlos verschwindet er zwischen Kisten und Mauerspalten. Die Hausratte kennt diesen Ort seit Generationen. Sie lebt im Verborgenen, aufmerksam, anpassungsfähig und stets auf der Suche nach Nahrung und Schutz. Kaum jemand bemerkt sie bewusst – und doch ist sie seit Jahrhunderten ein stiller Begleiter des Menschen.
Artbeschreibung: Hausratte (Rattus rattus)

Die Hausratte (Rattus rattus), auch als Schwarze Ratte oder Dachratte bekannt, gehört zur Familie der Langschwanzmäuse (Muridae). Sie ist schlanker und leichter gebaut als die Wanderratte und erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 16 bis 22 Zentimetern. Auffällig ist ihr langer, meist unbehaarter Schwanz, der länger als der Körper sein kann, sowie ihre großen Ohren und spitze Schnauze.

Das Fell ist variabel gefärbt und reicht von schwarz über dunkelbraun bis graubraun. Hausratten sind ausgezeichnete Kletterer und halten sich bevorzugt in höheren Gebäudeteilen auf, etwa auf Dachböden, in Zwischendecken oder Lagerhäusern. Ursprünglich stammt die Art aus den tropischen Regionen Süd- und Südostasiens, verbreitete sich jedoch durch den Seehandel weltweit.

Als Allesfresser ernährt sich die Hausratte von pflanzlicher und tierischer Nahrung, wobei sie oft Vorräte nutzt, die in menschlicher Nähe verfügbar sind. Sie ist überwiegend nachtaktiv, sehr lernfähig und zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Lebensbedingungen der Hausratte verändern sich spürbar. Moderne Bauweisen, verbesserte Hygienestandards und gezielte Schädlingskontrolle haben dazu geführt, dass die Art in vielen Regionen Europas stark zurückgegangen ist. Besonders die Konkurrenz durch die robustere Wanderratte hat ihren Bestand weiter verdrängt.

Der Klimawandel könnte diese Entwicklung jedoch teilweise umkehren. Mildere Winter und steigende Durchschnittstemperaturen begünstigen wärmeliebende Arten wie die Hausratte. Hafenstädte, Industriegebiete und dicht bebaute urbane Räume bieten weiterhin geeignete Rückzugsorte, vor allem dort, wo alte Bausubstanz erhalten bleibt.

Gleichzeitig verändern sich Handelswege, Stadtstrukturen und Nahrungsangebote, was neue Ausbreitungsmöglichkeiten schaffen kann. Ob die Hausratte künftig wieder häufiger anzutreffen sein wird, hängt stark vom Zusammenspiel aus Klimaveränderung, menschlicher Infrastruktur und gezieltem Management ab. Sicher ist: Ihre Anpassungsfähigkeit bleibt ein entscheidender Faktor für ihr Überleben.




In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  • Junge Hausratte blickt aus dem Bau
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Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia)
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Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia)

30/31.01.2026

  • In der Dämmerung eines warmen Sommerabends steht sie unscheinbar am Rand einer Wiese. Während das Licht langsam schwindet, beginnen ihre weißen Blüten zu leuchten – nicht grell, sondern sanft, fast zurückhaltend. 

Nachtfalter finden nun ihren Weg zu ihr, angelockt von Duft und Helligkeit. Die Breitblättrige Lichtnelke ist keine Pflanze, die um Aufmerksamkeit buhlt. Und doch erzählt sie, wenn man innehält, eine Geschichte von Anpassung, Durchhaltevermögen und stiller Präsenz in einer sich wandelnden Landschaft.
Artbeschreibung

Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 30 bis 80 Zentimetern erreichen kann. Charakteristisch sind ihre gegenständig angeordneten, eiförmig bis breit-lanzettlichen Blätter, die der Art ihren deutschen Namen verleihen.

Besonders auffällig sind die weißen, meist nachts geöffneten Blüten. Sie sind fünfzählig aufgebaut und besitzen eine leicht eingeschnittene Kronblattstruktur. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Individuen – ein eher seltenes Merkmal unter heimischen Wildpflanzen. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis September.

Die Breitblättrige Lichtnelke besiedelt bevorzugt nährstoffreiche Standorte wie Wegränder, Böschungen, Feldraine, Brachen und extensiv genutzte Wiesen. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet und wurde auch in andere Regionen eingeführt.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Zukunft der Breitblättrigen Lichtnelke ist eng mit der Entwicklung unserer Kulturlandschaften verknüpft. Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen sowie zunehmende Versiegelung reduzieren vielerorts geeignete Lebensräume. Gleichzeitig verändern steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Standortbedingungen.

Als vergleichsweise anpassungsfähige Art kann Silene latifolia zwar kurzfristig von wärmeren Bedingungen profitieren und neue Gebiete erschließen. Langfristig jedoch hängt ihr Fortbestand davon ab, ob strukturreiche Landschaften mit offenen, wenig gestörten Bereichen erhalten bleiben. Besonders die Abhängigkeit von nachtaktiven Bestäubern macht sie sensibel gegenüber Lichtverschmutzung und dem Rückgang von Insektenpopulationen.

Die Breitblättrige Lichtnelke steht damit exemplarisch für viele unscheinbare Wildpflanzen: Sie ist noch verbreitet, aber nicht selbstverständlich. Ihr Erhalt ist ein stiller Indikator dafür, wie vielfältig und lebendig unsere Landschaften auch in Zukunft sein können.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Weiß leuchtende Blüten der Breitblättrigen Lichtnelke in der Abenddämmerung
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Pilze – faszinierende Vielfalt im Verborgenen
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Pilze – faszinierende Vielfalt im Verborgenen

30/31.01.2026

  • Pilze sind ein oft übersehener, aber unverzichtbarer Bestandteil unserer Ökosysteme. In dieser Diashow möchten wir die große Vielfalt heimischer Pilzarten zeigen und einen Einblick in ihre Formen, Farben und Lebensweisen geben. 

Dabei steht nicht die Vollständigkeit, sondern das Staunen und das Bewusstsein für ihre ökologische Bedeutung im Vordergrund. Gleichzeitig weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass eine zuverlässige Bestimmung von Pilzen allein anhand von Bildern – insbesondere für Laien – kaum möglich ist. 

Viele Arten ähneln sich äußerlich stark, während entscheidende Unterscheidungsmerkmale oft nur im Detail, im Standort oder unter dem Mikroskop erkennbar sind. Als Organisation empfehlen wir daher dringend, Pilzbestimmungen stets durch ausgewiesene Fachkennerinnen und Fachkenner vornehmen zu lassen.
Zunehmend geraten Pilzarten auch durch klimatische Veränderungen unter Druck.

 Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen das empfindliche Zusammenspiel zwischen Pilzen, Böden und ihren Symbiosepartnern wie Bäumen und Pflanzen. Einige Arten reagieren darauf besonders sensibel und gehen in ihrem Vorkommen deutlich zurück.


Ein weiterer Aspekt ist die Entnahme von Fruchtkörpern. 

Auch wenn der Fruchtkörper nur einen Teil des Pilzorganismus darstellt, kann häufiges oder unsachgemäßes Sammeln – insbesondere bei seltenen Arten – zu einer Schwächung der Bestände beitragen. In Kombination mit Lebensraumveränderungen, Zerstörung von Wäldern, Bodenverdichtung und Flächenversiegelung verstärken sich diese negativen Effekte erheblich.

Mit dieser Diashow möchten wir dazu beitragen, das Verständnis für Pilze zu vertiefen und für einen respektvollen, verantwortungsvollen Umgang mit ihnen zu sensibilisieren. Der Schutz ihrer Lebensräume ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt insgesamt. 




In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Helmlinge auf Moos
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Birkhuhn (Lyrurus tetrix)
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Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) – Zwischen Morgendunst und stillem Rückzug

29/30.01.2026

  • Noch liegt Nebel über der offenen Moorfläche. Die Luft ist kühl, fast reglos. Aus der Ferne erklingt ein leises Blubbern, ein Zischen, dann wieder Stille. 

Mit den ersten Lichtstreifen des Morgens tritt ein dunkler Umriss aus dem Dunst. Federn glänzen matt, Flügel werden gespreizt, der leierförmige Schwanz hebt sich. Für einen kurzen Moment gehört dieser Platz allein dem Birkhuhn. Seit Generationen kehrt es hierher zurück – an denselben Balzplatz, zur selben Jahreszeit, im Rhythmus der Natur. Doch der Raum um es herum ist kleiner geworden, stiller, verletzlicher.

Diese Szene, einst typisch für viele Hochlagen, Moore und offene Waldlandschaften Mitteleuropas, ist heute selten geworden.
Artbeschreibung

Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) ist eine charakteristische Vogelart der offenen und halboffenen Landschaften Europas und Asiens. Es gehört zur Familie der Raufußhühner und ist besonders an kühle, strukturreiche Lebensräume angepasst.

Männliche Birkhühner sind unverwechselbar: Ihr schwarzes, metallisch schimmerndes Gefieder, die weißen Flügelbinden und der namensgebende, lyraförmig gebogene Schwanz machen sie vor allem während der Balz auffällig. Über den Augen erinnern leuchtend rote Hautwülste an kleine Signallichter. Weibchen, auch Birkhennen genannt, sind deutlich unauffälliger gefärbt. Ihr braun gesprenkeltes Gefieder bietet eine hervorragende Tarnung im Bodenbewuchs – ein wichtiger Schutz während der Brutzeit.

Birkhühner leben überwiegend am Boden. Ihre Nahrung besteht aus Knospen, Blättern, Beeren, Samen und im Sommer auch aus Insekten. Besonders im Winter sind sie auf bestimmte Pflanzen wie Birken, Weiden oder Zwergsträucher angewiesen. Ihre Lebensräume sind Moore, Heiden, alpine Matten, lichte Wälder und Übergangszonen zwischen Wald und Offenland.

Ein zentrales Element ihres Lebenszyklus ist die Balz. Auf traditionellen Balzplätzen treffen sich die Männchen im Frühjahr, um mit Lauten, Körperhaltung und Bewegung um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu werben. Diese Plätze werden über viele Jahre genutzt und sind von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand der Art.

Perspektive des Birkhuhns im Wandel von Lebensraum und Klima

Das Birkhuhn ist ein sensibler Indikator für den Zustand seiner Umwelt. Dort, wo es verschwindet, haben sich Landschaften grundlegend verändert. Die Ursachen liegen vor allem im Verlust geeigneter Lebensräume. Moore wurden entwässert, offene Flächen verbuscht oder intensiv genutzt, lichte Wälder wurden dichter, homogener und artenärmer.

Hinzu kommen zunehmende Störungen durch Freizeitaktivitäten. Wintersport, Wanderwege, Tourismus und ganzjährige Nutzung ehemals ruhiger Gebiete führen dazu, dass Rückzugsräume schrumpfen. Besonders im Winter, wenn Energie lebenswichtig ist, können Störungen für Birkhühner existenzbedrohend sein.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklungen. Steigende Temperaturen verändern die Vegetation in Hochlagen, die Schneezeiten werden kürzer, Übergänge zwischen Jahreszeiten verschieben sich. Das Birkhuhn ist an kalte Winter und strukturreiche Landschaften angepasst. Wenn diese Bedingungen verschwinden, gerät sein fein abgestimmter Lebensrhythmus aus dem Gleichgewicht.

Langfristig steht das Birkhuhn vor der Herausforderung, sich in einer Landschaft zu behaupten, die immer weniger Platz für spezialisierte Arten bietet. Sein Überleben hängt davon ab, ob es gelingt, Lebensräume zu vernetzen, Störungen zu reduzieren und natürliche Prozesse wieder zuzulassen. Der Schutz des Birkhuhns ist damit immer auch ein Schutz für Moore, Berglandschaften und offene Waldstrukturen – und für die biologische Vielfalt insgesamt.


In der Aufnahme von Werner Oppermann
  •     Birkhühner
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Westliche Honigbiene (Apis mellifera)
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Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera)

29/30.01.2026

  
  •   Eine kurze Geschichte vom ersten Flug

Die Morgensonne liegt noch flach über der Wiese, als sich eine einzelne Honigbiene aus dem Dunkel des Bienenstocks löst. Zum ersten Mal verlässt sie den schützenden Raum, in dem sie geschlüpft ist. Zögernd, dann immer sicherer, zieht sie ihre Kreise in der Luft. Der Duft von Blüten weist ihr den Weg. Was für sie ein alltäglicher Flug ist, steht sinnbildlich für ein fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Insekt, Pflanze und Landschaft – ein Zusammenspiel, das zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät.
Artbeschreibung

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) gehört zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und zur Familie der Echten Bienen (Apidae). Sie ist eine staatenbildende Insektenart und lebt in komplex organisierten Völkern, die aus einer Königin, mehreren tausend Arbeiterinnen und – je nach Jahreszeit – Drohnen bestehen.

Honigbienen zeichnen sich durch ihren behaarten Körper, die deutlich ausgeprägten Sammelstrukturen an den Hinterbeinen und ihre ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit aus. Über den sogenannten Schwänzeltanz teilen sie ihren Artgenossinnen Informationen über Nahrungsquellen mit. Ihre Ernährung besteht überwiegend aus Nektar und Pollen, aus denen sie Honig herstellen – eine wichtige Energiequelle für das Volk.

Apis mellifera ist ursprünglich in Europa, Afrika und Teilen Westasiens heimisch und wurde durch den Menschen weltweit verbreitet. Neben ihrer Bedeutung als Honiglieferant ist sie vor allem als Bestäuberin von zentraler ökologischer und wirtschaftlicher Relevanz.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine unsichere Zukunft


Die Lebensbedingungen der Westlichen Honigbiene haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Strukturreiche Landschaften, vielfältige Blühangebote und kontinuierliche Nahrungsquellen sind vielerorts zurückgegangen. Intensiv genutzte Agrarflächen, der Verlust von Wiesen, Hecken und Feldrainen sowie monotone Anbauformen schränken das Nahrungsangebot stark ein.

Der Klimawandel verstärkt diese Problematik zusätzlich. Frühere Blühzeiten, längere Trockenphasen und extreme Wetterereignisse bringen den fein abgestimmten Jahresrhythmus der Honigbienen durcheinander. Wenn Pflanzen bereits verblüht sind, bevor ein Volk seine volle Sammelstärke erreicht, entstehen Versorgungslücken. Hitzeperioden belasten die Völker, während milde Winter den natürlichen Ruhephasen entgegenwirken.

Hinzu kommen Krankheiten, Parasiten und ein insgesamt steigender Stresslevel für die Tiere. Auch wenn die Westliche Honigbiene durch menschliche Betreuung vergleichsweise präsent ist, gilt sie zunehmend als Indikatorart für den Zustand unserer Kulturlandschaft. Ihre Entwicklung spiegelt wider, wie stark ökologische Zusammenhänge unter Druck geraten sind.

Der langfristige Erhalt der Art ist daher untrennbar mit einer vielfältigen, klimaresilienten und naturnahen Landschaft verbunden. Der Schutz von Blühflächen, eine angepasste Landnutzung und ein bewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen kommen nicht nur der Honigbiene zugute, sondern dem gesamten Ökosystem.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  •     Biene auf violetter Aster
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Bäume – Facetten einer stillen Präsenz
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Bäume – Facetten einer stillen Präsenz

29/30.01.2026

  • Eine Diashow über Vielfalt, Form und Zeit

Bäume begleiten den Menschen seit jeher. Sie prägen Landschaften, strukturieren Räume und verändern sich mit den Jahreszeiten. In dieser Diashow rücken Bäume in ihren unterschiedlichen Facetten in den Mittelpunkt – als Einzelerscheinung, als Teil eines Waldes und als prägendes Element in natürlichen wie auch gestalteten Umgebungen.

Die gezeigten Bilder widmen sich der Vielfalt der Formen und Strukturen. Mächtige Stämme, feine Zweige, ausladende Kronen und detailreiche Rinden erzählen von Wachstum, Anpassung und Zeit. Licht und Schatten verändern die Wirkung der Bäume immer wieder neu und lassen bekannte Motive in unterschiedlichen Stimmungen erscheinen.
Ein weiterer Fokus liegt auf den jahreszeitlichen Veränderungen. Knospen, frisches Laub, volle Kronen und kahle Äste zeigen den Kreislauf des Werdens und Vergehens. Jede Phase hat ihren eigenen Charakter und macht deutlich, wie wandelbar und zugleich beständig Bäume sind.

Die Diashow betrachtet Bäume aus verschiedenen Perspektiven. 

Nahaufnahmen lenken den Blick auf Details, während weite Einstellungen ihre Bedeutung im Raum sichtbar machen. So entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl Ruhe als auch Dynamik vermittelt.

Ziel der Bilderserie ist es, die Aufmerksamkeit auf die oft selbstverständliche Präsenz von Bäumen zu lenken. Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die Vielfalt wahrzunehmen, die in jedem einzelnen Baum steckt. Die Diashow versteht sich als visuelle Annäherung an ein Thema, das Natur, Zeit und Umgebung miteinander verbindet. 



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Baum Impressionen 
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Hecken und Feldgehölze – grüne Lebensadern unserer Landschaft
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Hecken und Feldgehölze – grüne Lebensadern unserer Landschaft

28/29.01.2026

  • Hecken und Feldgehölze gehören zu den artenreichsten Strukturen unserer Kulturlandschaft. Sie prägen seit Jahrhunderten Felder, Wiesen und Wege und erfüllen dabei eine Vielzahl ökologischer Funktionen. 

Als verbindende Elemente zwischen verschiedenen Lebensräumen sind sie unverzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Hotspots der Artenvielfalt


In Hecken und Feldgehölzen finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten. Vögel nutzen sie als Brut- und Rastplätze, Säugetiere wie Igel oder Haselmäuse als Rückzugsraum, während Insekten – darunter Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer – auf das vielfältige Blüten- und Strukturangebot angewiesen sind. Auch viele Pflanzenarten, Moose und Flechten profitieren von den unterschiedlichen Licht-, Feuchte- und Bodenverhältnissen.
Darüber hinaus wirken Hecken als Wanderkorridore, die es Arten ermöglichen, zwischen einzelnen Lebensräumen zu wechseln. Gerade in einer zunehmend zerschnittenen Landschaft sind diese Verbindungen von entscheidender Bedeutung.

Akute Gefährdung wertvoller Strukturen

Trotz ihres hohen ökologischen Wertes sind Hecken und Feldgehölze heute stark gefährdet. In den vergangenen Jahrzehnten gingen große Teile dieser Strukturen verloren oder wurden stark beeinträchtigt. Ursachen dafür sind vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigung, Flächenversiegelung sowie der Ausbau von Verkehrs- und Siedlungsflächen.

Auch eine unsachgemäße oder zu häufige Pflege stellt ein Problem dar. Radikale Rückschnitte, das Entfernen von Alt- und Totholz oder das Schneiden während der Brutzeit zerstören wichtige Lebensräume. Hinzu kommt der Eintrag von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln aus angrenzenden Flächen, der die Artenzusammensetzung nachhaltig verändert.

Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel stellt Hecken und Feldgehölze vor zusätzliche Herausforderungen. Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und zunehmende Wetterextreme setzen vor allem jungen Gehölzen und flach wurzelnden Arten zu. Die Artenzusammensetzung kann sich verschieben, während empfindliche Strauch- und Baumarten zurückgedrängt werden.

Gleichzeitig verlieren Hecken ihre wichtige Funktion als Klimapuffer, wenn sie geschwächt oder ausgedünnt werden. Intakte Gehölzstrukturen tragen zur Kühlung der Landschaft bei, speichern Kohlenstoff, schützen Böden vor Erosion und mindern die Auswirkungen von Starkregen.

Wie Hecken und Feldgehölze nachhaltig gesichert werden können

Der langfristige Erhalt dieser wertvollen Lebensräume erfordert gemeinsames Handeln. Wichtig sind der Schutz bestehender Hecken, eine fachgerechte und zeitlich angepasste Pflege sowie die Neuanlage strukturreicher Gehölze mit standortheimischen Arten. Breite Hecken mit unterschiedlichen Höhen, Alt- und Totholzanteilen sowie Krautsäumen bieten besonders vielen Arten einen Lebensraum.

Auch jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten: durch die Unterstützung von Naturschutzprojekten, das Anlegen heimischer Hecken im eigenen Umfeld, eine naturnahe Gartengestaltung oder durch Bewusstsein und Rücksicht im Umgang mit der Landschaft.

Hecken und Feldgehölze sind weit mehr als landschaftliche Elemente – sie sind lebenswichtige Rückzugsräume, Klimaschützer und Vernetzer der Natur. Ihr Schutz ist ein zentraler Baustein für den Erhalt der Artenvielfalt und eine lebenswerte Landschaft für kommende Generationen.


In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Neuntöter im Regen
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Blätter – Zweige – Regentropfen
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Blätter – Zweige – Regentropfen

28/29.01.2026

  • Eine Diashow stiller Naturmomente

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine besondere Wirkung entfalten. Ein einzelnes Blatt, ein feiner Zweig, ein Regentropfen, der kurz innehält, bevor er fällt. In dieser Diashow rücken solche unscheinbaren Details in den Mittelpunkt und machen sichtbar, was im Alltag leicht übersehen wird.

Die gezeigten Bilder fangen Momentaufnahmen aus der Natur ein, in denen Formen, Strukturen und Licht eine zentrale Rolle spielen. Blätter zeigen ihre Maserungen, Zweige zeichnen feine Linien in den Raum, und Regentropfen verbinden beide zu flüchtigen Augenblicken. Dabei entsteht ein Wechselspiel aus Ruhe und Bewegung, aus Nähe und Distanz.
Regentropfen verändern die Wahrnehmung der Umgebung. 

Sie legen sich auf Oberflächen, bündeln Licht und lassen Farben intensiver erscheinen. Auf Blättern sammeln sie sich in kleinen Perlen, an Zweigen folgen sie natürlichen Linien. Jeder Tropfen erzählt von Vergänglichkeit und von dem ständigen Wandel in der Natur.

Die Diashow versteht sich als Einladung zum bewussten Hinschauen. Sie zeigt keine spektakulären Szenen, sondern konzentriert sich auf einfache Motive, die durch ihre Reduktion wirken. Durch die Abfolge der Bilder entsteht ein ruhiger Rhythmus, der Zeit lässt für Beobachtung und eigene Gedanken.

Blätter, Zweige und Regentropfen bilden dabei ein gemeinsames Thema: Sie stehen für Verbindung, Wachstum und Veränderung. In ihrer Kombination zeigen sie, wie eng einzelne Elemente der Natur miteinander verknüpft sind. Die Diashow macht diese Zusammenhänge sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf vertraute Motive.

Ob als kurze Auszeit oder als bewusster Rundgang durch natürliche Details – diese Bilderserie lädt dazu ein, den Blick zu verlangsamen und die leisen Eindrücke der Natur wahrzunehmen. 




In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Grünes Blatt im Sonnenlicht mit vielen Wasserperlen 
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Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
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Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) 

28/29.01.2026

  • Ein Frühlingsmoment

An einem kühlen Frühlingsmorgen, wenn der Tau noch auf den Wiesen liegt und die Sonne vorsichtig über den Horizont steigt, flattert ein kleiner Schmetterling über die ersten blühenden Pflanzen. Seine weißen Flügel leuchten im Licht, durchzogen von auffälligen orangefarbenen Spitzen. 

Für einen kurzen Augenblick scheint er stillzustehen, als wolle er prüfen, ob der Winter wirklich vorbei ist. Es ist der Aurorafalter – ein Bote des Frühlings, der jedes Jahr neu zeigt, dass das Leben zurückkehrt.
Artbeschreibung
Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) gehört zur Familie der Weißlinge (Pieridae) und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Besonders auffällig sind die Männchen mit ihren leuchtend orange gefärbten Flügelspitzen, die an einen Sonnenaufgang erinnern. Die Weibchen sind schlichter gefärbt und besitzen überwiegend weiße Flügel mit dunklen Zeichnungen. Beide Geschlechter zeigen auf der Flügelunterseite ein marmoriertes Grün-Weiß-Muster, das ihnen eine hervorragende Tarnung in der Vegetation bietet.

Der Aurorafalter bevorzugt halboffene Landschaften wie feuchte Wiesen, Waldränder, Bachufer und naturnahe Gärten. Seine Raupen ernähren sich hauptsächlich von Kreuzblütlern wie Wiesenschaumkraut oder Knoblauchsrauke. Die Art bildet in der Regel nur eine Generation pro Jahr aus und überwintert als Puppe, gut verborgen in der Vegetation.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima
Die Zukunft des Aurorafalters ist eng mit dem Zustand seiner Lebensräume verknüpft. Durch intensive Landwirtschaft, den Rückgang artenreicher Wiesen und die zunehmende Versiegelung von Flächen gehen wichtige Nahrungs- und Entwicklungsräume verloren. Besonders problematisch ist das Verschwinden der spezifischen Futterpflanzen, auf die die Raupen angewiesen sind.

Der Klimawandel stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Frühere Frühlinge können dazu führen, dass Falter schlüpfen, bevor ausreichend Nahrungspflanzen verfügbar sind. Gleichzeitig können extreme Wetterereignisse wie lange Trockenperioden oder Starkregen die empfindlichen Entwicklungsstadien beeinträchtigen. Dennoch zeigt der Aurorafalter auch eine gewisse Anpassungsfähigkeit, indem er neue Lebensräume erschließt, wenn geeignete Bedingungen vorhanden sind.

Der Schutz strukturreicher Landschaften, der Erhalt heimischer Blühpflanzen und eine naturnahe Gestaltung von Grünflächen können dazu beitragen, dem Aurorafalter auch in Zukunft einen Platz in unserer Umwelt zu sichern. So bleibt er weiterhin ein leuchtendes Zeichen des Frühlings und ein Indikator für die Gesundheit unserer Landschaften.




In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Männlicher Aurorafalter mit leuchtend orangefarbenen Flügelspitzen auf einer Frühlingsblüte
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Amphibienwanderung – eine lebenswichtige und gefährliche Reise
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Amphibienwanderung – eine lebenswichtige und gefährliche Reise

27/28.01.2026

  • In den kommenden Wochen beginnt erneut eines der bedeutendsten Naturereignisse des Jahres: die Massenwanderung heimischer Amphibien zu ihren Laichplätzen. 

Frösche, Kröten und Molche verlassen ihre Winterquartiere und machen sich – oft bei Einbruch der Dunkelheit und bei feuchtem Wetter – auf den Weg zu den Gewässern, in denen sie selbst geboren wurden. Diese meist unscheinbare Wanderung ist für den Fortbestand vieler Arten unverzichtbar, stellt die Tiere jedoch vor enorme Herausforderungen.
Gefahren auf dem Weg zu den Laichgewässern

Während ihrer Wanderung sind Amphibien zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Eine der größten Bedrohungen ist der Straßenverkehr. Straßen und Wege schneiden traditionelle Wanderrouten und führen jedes Jahr zum Tod unzähliger Tiere. Besonders in warmen, regnerischen Nächten kommt es zu hohen Verlusten, wenn ganze Populationen gleichzeitig unterwegs sind.

Weitere Risiken ergeben sich durch die Zerschneidung und Verarmung der Landschaft. Versiegelte Flächen, Bebauung, intensive Landwirtschaft sowie Entwässerungsgräben oder Bordsteine erschweren oder verhindern das Erreichen der Laichgewässer. Viele Tiere bleiben in ungeeigneten Lebensräumen zurück oder sterben an Erschöpfung und Austrocknung.

Amphibien unter Druck: Klimawandel und Lebensraumverlust

Die ohnehin angespannte Situation wird durch den Klimawandel weiter verschärft. Veränderte Niederschlagsmuster, zunehmende Trockenperioden und steigende Temperaturen wirken sich direkt auf Amphibien aus, die auf feuchte Lebensräume angewiesen sind. Laichgewässer trocknen früher aus oder entstehen gar nicht mehr, während extreme Wetterereignisse die empfindlichen Entwicklungsstadien von Eiern und Kaulquappen gefährden.

Gleichzeitig geht der Verlust geeigneter Lebensräume ungebremst weiter. Naturnahe Feuchtgebiete, Tümpel, Gräben und Auenlandschaften verschwinden oder werden stark verändert. Auch der Rückgang strukturreicher Landschaften mit Hecken, Wiesen und kleinen Waldflächen nimmt Amphibien wichtige Rückzugs-, Nahrungs- und Überwinterungsräume. Viele Populationen werden dadurch isoliert und langfristig geschwächt.

Die große Bedeutung von Amphibien für das Ökosystem

Amphibien erfüllen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Als Bindeglied zwischen Wasser- und Landlebensräumen sind sie wichtige Bestandteile beider Lebensräume. Sie regulieren Insektenbestände, indem sie große Mengen an Mücken, Fliegen und anderen Wirbellosen fressen, und tragen so zu einem natürlichen Gleichgewicht bei.

Gleichzeitig dienen Amphibien selbst als Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten, darunter Vögel, Säugetiere, Reptilien und Fische. Ihr Rückgang wirkt sich daher auf ganze Nahrungsketten aus. Zudem gelten Amphibien als wichtige Bioindikatoren: Aufgrund ihrer durchlässigen Haut und ihrer komplexen Lebensweise reagieren sie besonders sensibel auf Umweltveränderungen. Ihr Zustand liefert wertvolle Hinweise auf die Qualität von Lebensräumen und den allgemeinen Zustand der Umwelt.

Schutz und Verantwortung

Der Schutz wandernder Amphibien ist daher nicht nur Artenschutz, sondern auch aktiver Naturschutz für ganze Ökosysteme. Temporäre Schutzzäune, Amphibientunnel, die Pflege von Laichgewässern sowie Rücksichtnahme im Straßenverkehr können dazu beitragen, Verluste deutlich zu reduzieren. Ebenso wichtig ist der langfristige Erhalt und die Wiederherstellung geeigneter Lebensräume.

Die Amphibienwanderung macht jedes Jahr aufs Neue sichtbar, wie eng Natur und menschliche Nutzung miteinander verwoben sind – und wie wichtig verantwortungsvolles Handeln ist, um diese faszinierenden und unverzichtbaren Tiere auch für kommende Generationen zu bewahren.

In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Erdkrötenpaar auf dem Weg zum Laichgewässer
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Gemeiner Efeu (Hedera helix)
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Der Gemeine Efeu (Hedera helix)

27/28.01.2026

  • An einer alten Steinmauer, die schon viele Winter und Sommer gesehen hat, begann vor langer Zeit ein einzelner Trieb zu wachsen. 

Zunächst unscheinbar, kaum beachtet, tastete er sich vorsichtig über den rauen Untergrund. Jahr für Jahr kam ein weiteres Blatt hinzu, dann noch eines. Während um ihn herum Menschen kamen und gingen, Häuser renoviert und Wege neu gepflastert wurden, blieb der Efeu. Er wuchs langsam, aber stetig, passte sich an, fand Halt in kleinsten Ritzen und verband schließlich Mauer, Boden und Baum zu einem grünen Geflecht. So erzählt der Efeu nicht von Eile, sondern von Beständigkeit.
Artbeschreibung

Der Gemeine Efeu, auch Gewöhnlicher Efeu oder kurz Efeu genannt (Hedera helix), ist eine immergrüne Kletterpflanze aus der Familie der Araliengewächse. Er ist in weiten Teilen Europas heimisch und gehört zu den bekanntesten Wildpflanzen unserer Kulturlandschaft. Seine Fähigkeit, Mauern, Bäume und Felsen zu erklimmen, macht ihn unverwechselbar.

Charakteristisch sind seine ledrigen, dunkelgrünen Blätter, die je nach Entwicklungsphase unterschiedlich geformt sind. Während die Jugendform meist gelappte Blätter zeigt, entwickeln ältere, blühfähige Triebe eher ungelappte, eiförmige Blätter. Diese Besonderheit ist ein typisches Merkmal des Efeus.

Der Efeu haftet sich mithilfe kleiner Haftwurzeln an Oberflächen, ohne dabei aktiv in das Material einzudringen. Er ist eine langlebige Pflanze, die mehrere Jahrzehnte alt werden kann. Besonders bemerkenswert ist seine Blütezeit: Der Efeu blüht spät im Jahr, meist im Herbst, und bietet damit eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, wenn andere Pflanzen bereits verblüht sind. Die dunklen Beeren reifen im Frühjahr und dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrung.

Lebensraum und ökologische Bedeutung

Der Gemeine Efeu ist äußerst anpassungsfähig. Er wächst in Wäldern, Parks, Gärten, an Gebäuden und auf Friedhöfen. Er bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte, kommt jedoch auch mit sonnigeren Lagen zurecht, sofern ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Ökologisch spielt der Efeu eine wichtige Rolle. Er bietet Schutz, Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Insekten nutzen seine Blüten, Vögel finden Nistplätze im dichten Blattwerk, und Kleinsäuger profitieren von der Struktur und dem Mikroklima, das der Efeu schafft.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Durch Veränderungen der Lebensräume und den fortschreitenden Klimawandel steht auch der Gemeine Efeu vor neuen Herausforderungen. Steigende Temperaturen und mildere Winter können seine Ausbreitung begünstigen, insbesondere in städtischen Räumen. Gleichzeitig führen längere Trockenperioden und Extremwetterereignisse dazu, dass der Wasserstress für die Pflanze zunimmt, vor allem an exponierten Standorten.

In Städten könnte der Efeu künftig eine noch größere Rolle spielen. Als immergrüne Pflanze trägt er zur Verbesserung des Mikroklimas bei, bindet Staub und kann Fassaden beschatten. In naturnahen Lebensräumen hingegen hängt seine Zukunft stark davon ab, wie Wälder bewirtschaftet und Grünflächen erhalten werden.

Langfristig zeigt der Gemeine Efeu, wie anpassungsfähig manche Pflanzenarten sind. Seine Fähigkeit, sich neuen Bedingungen anzupassen, macht ihn zu einem stillen Begleiter des Wandels. Gleichzeitig erinnert er daran, wie wichtig vielfältige und stabile Lebensräume sind, damit auch robuste Arten dauerhaft bestehen können.




In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Junger Efeu mit alter Kastanie
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Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
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Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)

27/28.01.2026

  •     Eine kleine Geschichte vom Feldrand

An einem warmen Sommertag, wenn die Felder in der Ferne flimmern und das Gras am Wegesrand leise raschelt, steht sie oft unauffällig zwischen Gräsern und Kräutern: die Acker-Witwenblume. Während Bienen und Schmetterlinge von Blüte zu Blüte ziehen, bietet sie ihnen verlässlich Nahrung. 

Generationen von Insekten haben hier Rast gemacht, ohne dass viele Menschen Notiz davon nahmen. Doch gerade diese stille Beständigkeit macht die Acker-Witwenblume zu einem besonderen Bestandteil unserer Kulturlandschaft.
Artbeschreibung

Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Geißblattgewächse. Sie erreicht meist Wuchshöhen zwischen 30 und 80 Zentimetern. Charakteristisch sind ihre hellvioletten bis bläulich-violetten Blütenköpfe, die aus vielen kleinen Einzelblüten bestehen und auf langen, schlanken Stängeln sitzen.

Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis in den Herbst. Die tief eingeschnittenen Grundblätter bilden eine Rosette, während die Stängelblätter schmaler und weniger stark gelappt sind. Die Acker-Witwenblume bevorzugt sonnige Standorte mit nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Böden und ist typisch für Wiesen, Feldraine, Wegränder und extensiv genutztes Grünland.

Ökologisch ist die Art von großer Bedeutung: Sie dient zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle und trägt damit wesentlich zur Förderung der Artenvielfalt bei.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lebensraum der Acker-Witwenblume deutlich verändert. Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen sowie der steigende Nährstoffeintrag in Böden führen dazu, dass konkurrenzstarke Pflanzen zunehmen und lichtliebende Arten wie die Acker-Witwenblume zunehmend verdrängt werden.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Längere Trockenperioden, veränderte Niederschlagsmuster und Extremwetterereignisse beeinflussen Wachstum und Blütezeit. Gleichzeitig besitzt die Acker-Witwenblume eine gewisse Anpassungsfähigkeit: Ihre tiefer reichenden Wurzeln helfen ihr, auch trockene Phasen zu überstehen, sofern geeignete Standorte erhalten bleiben.

Die Zukunft der Acker-Witwenblume hängt daher maßgeblich vom Erhalt und der Förderung strukturreicher, extensiv genutzter Lebensräume ab. Blühstreifen, artenreiche Wiesen und naturnahe Randbereiche können wichtige Rückzugsorte darstellen. Wo ihr Raum gegeben wird, bleibt die Acker-Witwenblume ein fester Bestandteil unserer Landschaft – und ein stiller Verbündeter im Kampf gegen den Rückgang der Insektenvielfalt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Blühende Acker-Witwenblume 
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Impressionen Winter 2026
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Impressionen Winter 2026

  • 26/27.01.2026

Der Winter 2026 steht für eine Jahreszeit voller Gegensätze und besonderer Stimmungen. 

Wenn die Temperaturen sinken und die Landschaft zur Ruhe kommt, entstehen Momente, die im Alltag oft nur flüchtig wahrgenommen werden. Diese Diashow lädt dazu ein, genau diese Augenblicke festzuhalten und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Winterliche Szenen zeichnen sich durch ihre Klarheit und Schlichtheit aus.

Schneebedeckte Flächen, vereiste Details und das gedämpfte Licht der kurzen Tage verleihen der Umgebung eine besondere Atmosphäre. Farben wirken zurückhaltender, Formen treten deutlicher hervor und die Natur zeigt sich reduziert, aber zugleich ausdrucksstark. In dieser Reduktion liegt eine eigene Schönheit, die Raum für Ruhe und Konzentration schafft.

Die hier gezeigten Impressionen spiegeln unterschiedliche Facetten des Winters 2026 wider. Mal sind es weite Landschaften, die durch ihre Stille beeindrucken, mal kleine Details, die erst auf den zweiten Blick ihre Wirkung entfalten. Spuren im Schnee, Lichtreflexionen auf Eisflächen oder der Kontrast zwischen Himmel und Boden erzählen von Bewegung, Vergänglichkeit und Beständigkeit zugleich.


Der Winter verändert nicht nur die Natur, sondern auch die Wahrnehmung. 


Geräusche werden gedämpft, Abläufe verlangsamen sich, und der Blick richtet sich stärker auf das Wesentliche. Genau diese Wirkung greift die Diashow auf. Sie versteht sich nicht als vollständige Darstellung, sondern als Sammlung von Eindrücken, die Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lassen.

Jedes Bild steht für einen Moment, der den Charakter der kalten Jahreszeit widerspiegelt. Zusammen ergeben sie ein Gesamtbild, das den Winter 2026 nicht festlegt, sondern erlebbar macht. 


Ob als kurze Pause im Alltag oder als gezielter Rundgang durch winterliche Szenen – die Impressionen bieten unterschiedliche Zugänge und laden dazu ein, den Winter aus neuen Blickwinkeln zu entdecken. 

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Winterimpressionen
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Marderhund (Nyctereutes procyonoides)
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Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

26/27.01.2026

  •     Eine nächtliche Begegnung am Waldrand

Der Nebel liegt tief über der feuchten Wiese, als sich am Rand des Waldes eine gedrungene Gestalt bewegt. Vorsichtig setzt sie Pfote vor Pfote, die Nase dicht über dem Boden. Für einen Moment hält das Tier inne, lauscht, dann verschwindet es lautlos im Unterholz. 

Wer dieses nächtliche Schauspiel beobachtet, begegnet einem der unauffälligsten Wildtiere unserer Landschaft: dem Marderhund. Meist bleibt er unbemerkt, doch seine Spuren erzählen von einer stillen Präsenz in Wäldern, Auen und Feldfluren.
Artbeschreibung: Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides) gehört zur Familie der Hunde (Canidae) und ist damit näher mit Fuchs und Wolf verwandt als mit Mardern. Sein Name leitet sich von seinem gedrungenen Körperbau und der maskenartigen Gesichtszeichnung ab, die an einen Waschbären erinnert.

Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 50 bis 70 Zentimetern und besitzt einen buschigen Schwanz. Das Fell ist dicht und meist graubraun gefärbt, was ihn gut tarnt. Charakteristisch sind die kurzen Beine und die dunklen Augenflecken.

Marderhunde sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie gelten als opportunistische Allesfresser und nehmen je nach Jahreszeit Kleinsäuger, Amphibien, Insekten, Aas sowie pflanzliche Nahrung wie Beeren oder Früchte auf. Bevorzugt leben sie in feuchten, strukturreichen Lebensräumen wie Auen, Bruchwäldern, Mooren und Gewässernähe, nutzen aber auch landwirtschaftlich geprägte Landschaften.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Infolge von Lebensraumveränderungen hat sich der Marderhund in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen Europas etabliert. Die Umgestaltung von Landschaften, Entwässerung von Feuchtgebieten und zunehmende Fragmentierung natürlicher Lebensräume verändern jedoch seine Lebensbedingungen. Gleichzeitig profitiert die Art teilweise von strukturreichen Kulturlandschaften und milden Wintern.

Der Klimawandel beeinflusst den Marderhund auf unterschiedliche Weise. Mildere Winter begünstigen seine Überlebenschancen, da er in kalten Regionen normalerweise eine Winterruhe hält. Gleichzeitig können veränderte Niederschlagsmuster und der Rückgang feuchter Lebensräume seine bevorzugten Habitate einschränken.

Langfristig wird die Zukunft des Marderhundes davon abhängen, wie Landschaften genutzt und vernetzt werden. Naturnahe Gewässerräume, Rückzugsflächen und eine vielfältige Umgebung tragen dazu bei, ökologische Gleichgewichte zu erhalten. Der Marderhund bleibt damit ein Beispiel für die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren – aber auch für die komplexen Folgen menschlicher Eingriffe in natürliche Systeme.


In der Aufnahme von Johannes Rother
  •     Marderhund - Einwanderer mit Ausbreitungstendenzen
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Innovative Naturschutzprojekte zum Schutz von Wasseramsel und Gebirgsstelze
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Innovative Naturschutzprojekte zum Schutz von Wasseramsel und Gebirgsstelze

26/27.01.2026

  • Der Erhalt artenreicher und naturnaher Lebensräume ist eine der zentralen Aufgaben des modernen Naturschutzes. 

Als Verein engagieren wir uns aktiv für den Schutz gefährdeter und spezialisierter Vogelarten. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Wasseramsel (Cinclus cinclus) und der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) – zwei charakteristischen Vogelarten naturnaher Fließgewässer.
Bedeutung der Arten und ihrer Lebensräume

Wasseramsel und Gebirgsstelze sind eng an saubere, strukturreiche Bäche und Flüsse gebunden. Sie benötigen klare Gewässer mit einem guten Nahrungsangebot, naturnahe Uferstrukturen sowie geeignete Brutplätze in unmittelbarer Wassernähe. Durch Gewässerausbau, Uferbefestigungen, intensive Landnutzung und zunehmende Störungen gehen solche Lebensräume vielerorts verloren oder werden stark beeinträchtigt.

Als sogenannte Zeigerarten geben Wasseramsel und Gebirgsstelze wichtige Hinweise auf den ökologischen Zustand eines Gewässers. Ihr Schutz trägt daher nicht nur zum Erhalt einzelner Arten bei, sondern verbessert zugleich die ökologische Qualität ganzer Bach- und Flusssysteme.

Unsere Zielsetzung

Auf unseren vereinseigenen Flächen bringen wir gezielt innovative und langfristig angelegte Projekte auf den Weg, um geeignete Lebensräume für Wasseramsel und Gebirgsstelze zu sichern, aufzuwerten und neu zu schaffen. Unser Ziel ist es, stabile Populationen zu fördern und die natürlichen Bestände nachhaltig zu stärken.

Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der den Schutz der Arten mit der Entwicklung naturnaher Landschaften verbindet.

Maßnahmen und Projektansätze

Unsere Projekte umfassen unter anderem:


  • Ökologische Aufwertung von Fließgewässern, z. B. durch die Förderung natürlicher Bachstrukturen, das Einbringen von Totholz und Steinen sowie die Verbesserung der Strömungsvielfalt

  • Entwicklung strukturreicher Uferzonen, die Schutz, Nahrung und Ruhe bieten

  • Schaffung und Erhalt geeigneter Brutplätze, sowohl durch natürliche Strukturen als auch durch gezielte, artgerechte Nisthilfen

  • Pflege und Sicherung angrenzender Lebensräume, etwa durch extensive Bewirtschaftung und den Erhalt naturnaher Vegetation

  • Beobachtung und Monitoring, um den Erfolg der Maßnahmen langfristig zu bewerten und weiterzuentwickeln

Ein besonderer Fokus liegt auf der Erprobung neuer, praxisnaher Lösungen, die auch auf andere Flächen übertragbar sind und als Vorbild für zukünftige Naturschutzprojekte dienen können.

Zusammenarbeit und Engagement
Unsere Arbeit basiert auf der Kombination von fachlicher Kompetenz, ehrenamtlichem Engagement und regionaler Vernetzung. In enger Zusammenarbeit mit Naturschutzfachleuten, Behörden und weiteren Akteuren setzen wir unsere Projekte verantwortungsvoll und fachlich fundiert um.

Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt
Mit unseren Maßnahmen leisten wir einen aktiven Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Förderung naturnaher Gewässerlandschaften. Der gezielte Einsatz auf vereinseigenen Flächen zeigt, wie Naturschutz konkret, wirksam und nachhaltig umgesetzt werden kann – zum Nutzen von Wasseramsel, Gebirgsstelze und vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten.

In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Gebirgsstelze 
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Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
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Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare)

25/26.01.2026

  • An einem warmen Sommertag summt es leise am Wegesrand. Zwischen Kies und trockenem Boden ragt eine Pflanze mit leuchtend blauen Blüten empor. 

Eine Wildbiene landet kurz, verschwindet wieder, und schon die nächste folgt. Der Gewöhnliche Natternkopf steht unbeirrt da – scheinbar unscheinbar, und doch ein stiller Treffpunkt für das Leben. Während viele Pflanzen unter der Hitze leiden, trotzt er der Sonne und erzählt von Anpassung, Ausdauer und Wandel.
Artbeschreibung: Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Der Gewöhnliche Natternkopf gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) und ist eine zweijährige, krautige Pflanze. Er erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 100 Zentimetern. Charakteristisch sind seine schmalen, rau behaarten Blätter und der aufrechte, meist unverzweigte Stängel.

Besonders auffällig sind die Blüten: Sie erscheinen zunächst rosafarben und färben sich im Verlauf der Blütezeit intensiv blau bis violett. Diese Farbveränderung dient als Signal für bestäubende Insekten und macht den Natternkopf zu einer wertvollen Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Die Blütezeit reicht in der Regel von Mai bis September.

Der Gewöhnliche Natternkopf bevorzugt trockene, sonnige Standorte wie Wegränder, Böschungen, Schotterflächen oder Magerrasen. Er ist anspruchslos, tiefwurzelnd und gut an nährstoffarme Böden angepasst.

Perspektive im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel

Lebensraumveränderungen durch intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung und den Rückgang extensiv genutzter Offenlandschaften setzen dem Gewöhnlichen Natternkopf zunehmend zu. Gleichzeitig eröffnen ihm klimatische Veränderungen neue Chancen: Seine Trockenheitsresistenz und Vorliebe für Wärme machen ihn vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber steigenden Temperaturen.

In Regionen mit zunehmender Sommerdürre könnte der Natternkopf künftig sogar an Bedeutung gewinnen – insbesondere als Nahrungsquelle für Insekten, wenn andere Blühpflanzen ausfallen. Entscheidend für seine Zukunft wird jedoch sein, ob ausreichend offene, ungedüngte und sonnige Standorte erhalten oder neu geschaffen werden. Naturnahe Flächenpflege und der Verzicht auf übermäßige Bodenbearbeitung können dazu beitragen, diese robuste und ökologisch wertvolle Art langfristig zu fördern.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Blühender Gewöhnlicher Natternkopf am sonnigen Wegesrand
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Unterstützen auch Sie den Aufruf des Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
Unterstützen auch Sie den Aufruf des  Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.

03/04.02.2026

Hände weg von unserer Natur!

  • EU-weite Kampagne #HandsOffNature startet neue Petition

Auf EU-Ebene droht die nächste Angriffswelle auf Natur- und Umweltstandards. Schon Anfang September 2025 haben Sie gezeigt, was möglich ist: Als die EU-Kommission fragte, ob Umweltgesetze aus Gründen der „Effizienz“ geschwächt werden sollen, sind viele von Ihnen aktiv geworden. Dieser Druck hat Schlimmeres verhindert! Aber: die "Vereinfachung" von Natur- und Umweltschutzgesetzen geht weiter.

Damit die Deregulierung nicht unbemerkt vorangetrieben wird, startet das europäische #HandsOffNature-Bündnis eine neue Petition.

Quelle  Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung. Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

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Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)
Bild zum Eintrag (1135094-160)
Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)

25/26.01.2026

  •     Eine leise Begegnung im Garten

Es ist früher Abend, und der Garten wirkt still. Zwischen feuchten Laubschichten raschelt es kaum hörbar. Für einen kurzen Moment huscht ein kleines, graubraunes Wesen aus dem Schatten einer Steinmauer hervor. Mit schneller, ruckartiger Bewegung schnuppert es den Boden ab, verschwindet wieder unter den Blättern und hinterlässt kaum eine Spur. Wer genau hinsieht, erkennt die Gartenspitzmaus – ein Tier, das meist verborgen lebt und dennoch ein fester Bestandteil naturnaher Gärten ist.
Artbeschreibung: Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)

Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens) gehört zur Familie der Spitzmäuse und zählt zu den kleineren Vertretern dieser Gruppe. Ihr Körper erreicht eine Länge von etwa 6 bis 8 Zentimetern, hinzu kommt ein relativ kurzer Schwanz. Das Fell ist meist graubraun gefärbt, die Unterseite etwas heller. Charakteristisch sind die spitze Schnauze, die kleinen Augen und die gut entwickelten Tasthaare.

Im Gegensatz zu Mäusen gehört die Gartenspitzmaus nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern. Sie ernährt sich vor allem von Insekten, Spinnen, Würmern und anderen kleinen wirbellosen Tieren. Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs ist sie fast ständig auf Nahrungssuche, sowohl tagsüber als auch nachts.

Als Lebensraum bevorzugt die Gartenspitzmaus strukturreiche Bereiche: Gärten, Hecken, Wiesenränder, Komposthaufen und lichte Gehölze. Verstecke aus Laub, Steinen oder Totholz sind für sie besonders wichtig, da sie Schutz vor Fressfeinden und Witterung bieten.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Gartenspitzmaus ist zwar anpassungsfähig, doch Lebensraumveränderungen wirken sich zunehmend auf ihre Bestände aus. Aufgeräumte Gärten, versiegelte Flächen und der Verlust von Hecken und Saumstrukturen reduzieren Rückzugsorte und Nahrungsangebote. Auch der Einsatz von Pestiziden kann die Verfügbarkeit von Insekten stark einschränken.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Längere Trockenperioden können die Zahl bodenlebender Wirbelloser verringern, während milde Winter den Energiehaushalt der Gartenspitzmaus beeinflussen. Gleichzeitig können extreme Wetterereignisse wie Starkregen ihre Verstecke zerstören.

Eine positive Perspektive ergibt sich dort, wo Gärten und Grünflächen naturnah gestaltet werden. Strukturvielfalt, Laubhaufen, Totholz und ein Verzicht auf chemische Mittel schaffen Lebensräume, in denen die Gartenspitzmaus auch in Zukunft bestehen kann. Sie bleibt damit ein stiller Indikator für die ökologische Qualität unserer unmittelbaren Umgebung.


Aufnahme von Klaus Sanwald
  •     Gartenspitzmaus als heimlicher Bewohner naturnaher Gärten
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Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)
Bild zum Eintrag (1135088-160)
Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)

25/26.01.2026

  • Eine kurze Geschichte aus der Kulturlandschaft

An einem warmen Sommertag bleibt der Blick an einer unscheinbaren Pflanze hängen, die sich zwischen kiesigem Boden und spärlichem Gras behauptet. Ihre rosafarbenen Blüten leuchten im Sonnenlicht, während dornige Triebe den Boden fest umklammern. 

Wo landwirtschaftliche Maschinen einst Halt machten und Weidetiere vorsichtig auswichen, steht sie noch immer: die Dornige Hauhechel. Über Jahrzehnte war sie ein stiller Begleiter der offenen Kulturlandschaft – robust, widerständig und doch zunehmend selten geworden.
Artbeschreibung

Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Fabaceae (Schmetterlingsblütler). Sie erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 Zentimetern und zeichnet sich durch ihren kräftigen, tiefreichenden Wurzelstock aus. Charakteristisch sind die verholzten, dornigen Seitentriebe, die der Art ihren deutschen Namen verleihen.

Die wechselständig angeordneten Blätter sind meist dreiteilig und fein behaart. Die auffälligen, rosafarbenen bis purpurfarbenen Blüten erscheinen zwischen Juni und September und werden bevorzugt von Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten besucht. Als Leguminose geht die Dornige Hauhechel eine Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien ein und trägt so zur Nährstoffanreicherung magerer Standorte bei.

Typische Lebensräume sind trockene bis mäßig trockene, nährstoffarme Böden, darunter Magerrasen, Halbtrockenrasen, Wegränder, Böschungen und lichte Weiden. Die Art bevorzugt sonnige Lagen und kalkhaltige Substrate.

Perspektiven unter Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Dornige Hauhechel gilt als Charakterart traditionell genutzter Offenlandschaften. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, den Rückgang extensiver Beweidung sowie den Verlust von Magerrasenflächen sind ihre Lebensräume vielerorts stark fragmentiert oder verschwunden. Gleichzeitig führen Verbuschung und Flächenstilllegung zu einer zunehmenden Beschattung, die für diese lichtliebende Art ungünstig ist.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Dynamiken. Einerseits können längere Trockenperioden und Extremwetterereignisse die Etablierung junger Pflanzen erschweren. Andererseits besitzt die Dornige Hauhechel eine vergleichsweise hohe Trockenheitstoleranz, die ihr auf wärmer werdenden Standorten einen gewissen Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger angepassten Arten verschaffen kann.

Langfristig hängt die Zukunft der Dornigen Hauhechel maßgeblich von der Erhaltung und Wiederherstellung extensiv genutzter Offenlandbiotope ab. Maßnahmen wie angepasste Beweidung, schonende Mahd und der Schutz magerer Standorte können dazu beitragen, diese widerstandsfähige, aber spezialisierte Art auch künftig in der Landschaft zu bewahren.

  • Mehr zur Dornigen Hauhechel hier auf unseren Seiten 

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Blüte im Gegenlicht
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Bienenweide / Bienenfreund / Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)
Bild zum Eintrag (1135082-160)
Bienenweide / Bienenfreund / Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)

24/25.01.2026

  • Eine kleine Geschichte vom Summen am Feldrand

An einem warmen Frühsommertag liegt ein leises Summen über dem Feld. Die Sonne steht noch nicht hoch, doch zwischen zartvioletten Blüten herrscht bereits reges Treiben. Eine Honigbiene landet vorsichtig auf einer geschwungenen Blüte, taucht tief ein und verschwindet beinahe im Blütenkelch. 

Neben ihr schwirren Hummeln und Wildbienen, scheinbar schwerelos, von Blüte zu Blüte. Was für den Menschen wie ein ruhiges, farbenfrohes Stück Landschaft wirkt, ist für die Insekten ein gedeckter Tisch – die Büschelschön, auch Bienenfreund genannt, hat ihre Blüten geöffnet.
Artbeschreibung: Bienenweide mit besonderem Wert

Die Bienenweide Bienenfreund, botanisch Phacelia tanacetifolia, ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse. Sie erreicht je nach Standort eine Höhe von etwa 50 bis 90 Zentimetern und zeichnet sich durch ihre fein gefiederten Blätter sowie ihre auffälligen, blau-violetten Blüten aus.

Typisch für die Büschelschön sind die eingerollten Blütenstände, die sich nach und nach entfalten. Dadurch verlängert sich die Blütezeit deutlich, was sie zu einer besonders wertvollen Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Bestäuber macht.

Der hohe Nektar- und Pollenertrag, die schnelle Keimung sowie ihre Anspruchslosigkeit gegenüber Boden und Standort haben dazu geführt, dass Phacelia sowohl in der Landwirtschaft als auch in Gärten und auf Ausgleichsflächen weit verbreitet ist. Zusätzlich verbessert sie durch ihre Durchwurzelung die Bodenstruktur und wird häufig als Gründüngung eingesetzt.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Durch Lebensraumveränderungen, intensive Landnutzung und den Klimawandel stehen viele bestäubende Insekten unter Druck. Blütenreiche Landschaften werden seltener, Blühzeiten verschieben sich und extreme Wetterereignisse nehmen zu.

Hier gewinnt die Büschelschön zunehmend an Bedeutung. Ihre kurze Entwicklungszeit erlaubt flexible Aussaaten, auch als Zwischenfrucht. Selbst in trockeneren Phasen kann sie – bei geeigneter Pflege – noch wertvolle Blüten liefern. In Zeiten steigender Temperaturen und unregelmäßiger Niederschläge bietet sie eine vergleichsweise stabile Nahrungsquelle.

Langfristig wird die gezielte Förderung von Bienenweiden wie dem Bienenfreund ein wichtiger Baustein sein, um ökologische Netzwerke zu stärken. Sie ersetzt zwar keine vielfältigen, naturnahen Lebensräume, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen und Übergänge schaffen – besonders in Agrarlandschaften und urbanen Räumen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Bienenfreund, Büschelschön mit Biene.
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Gämse (Rupicapra rupicapra)
Bild zum Eintrag (1135071-160)
Die Gämse – Meisterin der steilen Wege

24/25.01.2026

  • Der Morgennebel liegt noch schwer über den Felsen, als sich lautlos eine dunkle Silhouette aus dem Grau löst. 

Vorsichtig setzt die Gämse einen Huf vor den anderen, prüft den Untergrund, bevor sie weiter aufsteigt. Ein kurzer Blick talwärts, dann verschwindet sie mit wenigen kraftvollen Sprüngen in steilerem Gelände. Für einen flüchtigen Moment wirkt es, als gehöre sie selbst zum Berg – so selbstverständlich bewegt sie sich zwischen Fels, Gras und Himmel.
Artbeschreibung der Gämse (Rupicapra rupicapra)

Die Gämse (Rupicapra rupicapra) ist eine mittelgroße Paarhuferart aus der Familie der Hornträger (Bovidae). Sie ist vor allem in den Gebirgsregionen Europas verbreitet, darunter die Alpen, die Karpaten sowie Teile des Balkans. Ihr Körperbau ist kompakt und kräftig, optimal angepasst an das Leben im steilen, felsigen Gelände.

Typisch für die Gämse sind die schwarzen, nach hinten gebogenen Hakenhörner, die sowohl Männchen als auch Weibchen tragen. Das Fell wechselt je nach Jahreszeit: Im Sommer ist es kurz und eher hellbraun, im Winter dicht, länger und deutlich dunkler, um vor Kälte zu schützen. Charakteristisch sind zudem der helle Kehlfleck und die dunklen Gesichtszeichnungen, die der Gämse ein markantes Aussehen verleihen.

Gämsen sind ausgezeichnete Kletterer. Ihre schmalen, beweglichen Hufe mit rauer Sohle ermöglichen sicheren Halt selbst auf kleinsten Felssimsen. Sie ernähren sich überwiegend von Gräsern, Kräutern, Blättern und jungen Trieben und passen ihre Nahrung flexibel an das saisonale Angebot an.

Perspektiven der Gämse im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Lebensraum der Gämse verändert sich zunehmend. Steigende Temperaturen führen dazu, dass sich die Vegetationszonen in den Bergen nach oben verschieben. Wälder dringen in ehemalige Offenflächen vor, während alpine Rasenflächen kleiner werden. Für die Gämse bedeutet dies eine schrittweise Verlagerung ihres bevorzugten Lebensraums in höhere Lagen.

Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse zu: Längere Hitzeperioden, veränderte Schneeverhältnisse und häufigere Starkniederschläge beeinflussen sowohl die Nahrungsverfügbarkeit als auch die Sicherheit des Geländes. Besonders problematisch sind milde Winter mit häufigem Wechsel zwischen Frost und Tauwetter, da sich harte Eisschichten bilden können, die das Erreichen von Futter erschweren.

Dennoch gilt die Gämse als anpassungsfähig. Ihre flexible Nahrungsauswahl, ihr ausgeprägtes Sozialverhalten und ihre Fähigkeit, unterschiedlichste Geländeformen zu nutzen, verschaffen ihr gewisse Vorteile. Langfristig wird jedoch entscheidend sein, wie stark menschliche Nutzung, Lebensraumzerschneidung und Klimaveränderungen voranschreiten. Schutz ruhiger Rückzugsräume und ein verantwortungsvoller Umgang mit alpinen Lebensräumen sind daher zentrale Faktoren für die Zukunft der Gämse.



In der Aufnahme von Johannes Rother
  •     Gämsen sind in unseren Breiten Bewohner der alpinen Regionen.Jedoch konnten zwischenzeitlich auch Tiere unter anderem im Schwarzwald und dem Elbsandsteingebirge ausgewildert werden.Gämsen frequentieren wo immer möglich Biotopfenster die sich im Winter fast in Talnähe, in den Sommermonaten bis fast in die Kammlagen der Bergregionen erstrecken.
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Unser 2026er Engagement für den Turmfalken
Bild zum Eintrag (1135054-160)
Turmfalken-Projekte 2026 – Geplante Maßnahmen im Überblick

24/25.01.2026

  • Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist ein fester Bestandteil unserer Kulturlandschaft und zugleich ein wichtiger Indikator für naturnahe Lebensräume. 

Um seine Bestände langfristig zu sichern, setzen wir im Jahr 2026 mehrere aufeinander abgestimmte Projekte um, die gezielt auf den Schutz der Art und ihres Lebensraums ausgerichtet sind.
Sicherung und Ausbau von Brutplätzen
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Bereitstellung geeigneter Brutmöglichkeiten. Bestehende Nisthilfen werden überprüft, gereinigt und instand gesetzt. Zusätzlich ist die Installation neuer Nistkästen an geeigneten Gebäuden, Türmen und anderen Strukturen geplant. Ziel ist es, das Angebot an sicheren und störungsarmen Brutplätzen dauerhaft zu erhöhen.

Bestandskontrolle und Bruterfolgsmonitoring
Um die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen bewerten zu können, wird ein systematisches Monitoring durchgeführt. Dabei werden Brutstandorte regelmäßig kontrolliert und Bruterfolge dokumentiert. Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Projekte und fließen in die regionale Naturschutzarbeit ein.

Verbesserung von Jagd- und Lebensräumen
Neben sicheren Brutplätzen benötigt der Turmfalke strukturreiche Offenflächen als Jagdgebiet. Im Rahmen dieses Projekts sollen lebensraumverbessernde Maßnahmen gefördert werden, etwa durch den Erhalt extensiv genutzter Flächen, Feldränder und anderer landschaftlicher Strukturen, die ein ausreichendes Nahrungsangebot gewährleisten.

Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Informations- und Bildungsarbeit. Durch Veröffentlichungen auf der Internetseite, Projektberichte und begleitende Öffentlichkeitsarbeit möchten wir über die Lebensweise des Turmfalken informieren und für seinen Schutz sensibilisieren. Ziel ist es, Verständnis zu schaffen und Unterstützung aus der Bevölkerung zu gewinnen.

Projektziel 2026
Mit den geplanten Turmfalken-Projekten verfolgen wir das Ziel, die Lebensbedingungen dieser Greifvogelart nachhaltig zu verbessern, bestehende Bestände zu stabilisieren und neue Brutstandorte zu fördern. Gleichzeitig soll das Engagement für den Artenschutz sichtbar gemacht und langfristig gestärkt werden.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
  • Turmfalkenpaar am Nistplatz bei der Futterübergabe
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Feldmaus (Microtus arvalis)
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Die Feldmaus (Microtus arvalis)

23/24.01.2026

  • Noch bevor die Sonne ganz über dem Feldrand steht, bewegt sich etwas im dichten Gras. 

Ein leises Rascheln, kaum wahrnehmbar, dann ist es wieder still. Unter der Oberfläche der Wiese, verborgen vor Blicken, lebt die Feldmaus. Ihr Alltag spielt sich größtenteils im Verborgenen ab – und doch prägt sie die Landschaft stärker, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wo sie lebt, wird Boden bewegt, Samen verteilt und Nahrungsketten erhalten.
Artbeschreibung: Feldmaus (Microtus arvalis)

Die Feldmaus ist ein kleines Nagetier aus der Familie der Wühler (Arvicolinae) und zählt zu den häufigsten Säugetieren der offenen Kulturlandschaft. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 9 bis 12 Zentimetern, hinzu kommt ein relativ kurzer Schwanz. Ihr Fell ist meist graubraun gefärbt, dicht und unauffällig – ideal für ein Leben im Gras.

Typisch für die Feldmaus sind ihre weit verzweigten Gangsysteme knapp unter der Bodenoberfläche. Diese dienen als Schutz vor Fressfeinden, zur Nahrungssuche und zur Fortpflanzung. Feldmäuse ernähren sich überwiegend von Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Samen.

Die Art ist bekannt für ihre hohe Fortpflanzungsrate. Unter günstigen Bedingungen können sich Populationen stark vermehren, was sie zu einem wichtigen, wenn auch nicht immer geschätzten Bestandteil landwirtschaftlich genutzter Flächen macht. Gleichzeitig ist die Feldmaus eine zentrale Nahrungsgrundlage für zahlreiche Beutegreifer wie Greifvögel, Eulen, Füchse und Schlangen.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Feldmaus ist eng an offene, strukturreiche Lebensräume gebunden. Traditionell boten extensiv genutzte Wiesen, Weiden und Feldraine ideale Bedingungen. Durch zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, den Verlust von Randstrukturen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden diese Lebensräume jedoch zunehmend eingeschränkt.

Der Klimawandel wirkt sich zusätzlich auf die Bestandsentwicklung aus. Mildere Winter können die Überlebensrate erhöhen und zu früheren Fortpflanzungsphasen führen. Gleichzeitig stellen lange Trockenperioden, extreme Niederschläge oder häufige Störungen der Vegetation neue Herausforderungen dar, da sie das Nahrungsangebot und die Stabilität der Gangsysteme beeinflussen.

Langfristig wird die Feldmaus dort stabile Populationen aufrechterhalten können, wo vielfältige Landschaftsstrukturen erhalten bleiben. Extensiv bewirtschaftete Flächen, Blühstreifen und ungemähte Rückzugsräume tragen nicht nur zum Schutz der Feldmaus bei, sondern fördern zugleich die gesamte Artenvielfalt der Agrarlandschaft.


In der Aufnahme von Helga Zinnecker 

  •     Feldmaus am Eingang eines unterirdischen Gangsystems
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Schwebfliegen – unterschätzte Vielfalt in der Luft
Bild zum Eintrag (1135036-160)
Schwebfliegen – unterschätzte Vielfalt in der Luft

23/24.01.2026

  • Sie stehen scheinbar reglos in der Luft, wechseln abrupt die Richtung und verschwinden lautlos zwischen Blüten und Gräsern: Schwebfliegen gehören zu den faszinierendsten Insekten unserer Landschaften. 

Obwohl sie häufig mit Wespen oder Bienen verwechselt werden, sind sie vollkommen harmlos – und zugleich von großer Bedeutung für funktionierende Ökosysteme.
Unsere Diashow  lädt dazu ein, genauer hinzusehen. Die gezeigten Aufnahmen zeigen die Vielfalt an Formen, Farben und Lebensweisen, die Schwebfliegen auszeichnen. Von kleinen, unscheinbaren Arten bis hin zu auffälligen, hummelähnlichen Vertretern wird sichtbar, wie anpassungsfähig und vielseitig diese Insektengruppe ist.

Wichtige Bestäuber und ökologische Helfer

Schwebfliegen zählen zu den bedeutenden Bestäubern heimischer Pflanzen. Viele Arten besuchen regelmäßig Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen, und leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Vermehrung von Wild- und Kulturpflanzen – oft schon früh im Jahr, wenn andere Insekten noch kaum aktiv sind.

Auch ihre Larven erfüllen wichtige Aufgaben. Je nach Art leben sie in unterschiedlichen Lebensräumen: Einige ernähren sich von Blattläusen und helfen so, deren Populationen auf natürliche Weise zu regulieren. Andere zersetzen abgestorbenes Pflanzenmaterial oder entwickeln sich in speziellen Mikrohabitaten. Diese Vielfalt macht Schwebfliegen zu zentralen Bausteinen im ökologischen Gefüge.

Lebensräume und ihre Bedeutung

Schwebfliegen sind in nahezu allen Landschaftstypen zu finden: auf artenreichen Wiesen, an Waldrändern, in Auen, Mooren, Gärten und selbst in städtischen Grünflächen. Entscheidend ist das Vorhandensein von Blütenangebot, Strukturvielfalt und geeigneten Entwicklungsräumen für die Larven.

Der Rückgang naturnaher Lebensräume, intensive Landnutzung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führen jedoch dazu, dass viele Arten seltener werden. Die Bilder dieser Diashow dokumentieren daher nicht nur Schönheit, sondern auch das, was es zu bewahren gilt.

Schwebfliegen im Wandel von Klima und Landschaft

Der Klimawandel beeinflusst das Leben von Schwebfliegen spürbar. Mildere Winter und frühere Frühjahre können zu einer längeren Aktivitätsphase führen. Gleichzeitig bringen Trockenperioden, Hitzeextreme und veränderte Blühzeiten neue Herausforderungen mit sich.

Ob Schwebfliegen von diesen Veränderungen profitieren oder darunter leiden, hängt stark von der Struktur und Vielfalt der Landschaft ab. Naturnahe Flächen, heimische Blühpflanzen, extensiv gepflegte Wiesen und vielfältige Gärten können als Rückzugsräume dienen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken.

Sehen, verstehen, schützen


Unsere Diashow  zusammengeführten Aufnahmen zeigen Schwebfliegen in unterschiedlichen Lebensräumen und Momenten ihres Lebenszyklus. Sie machen sichtbar, wie eng Schönheit, Nutzen und Schutz miteinander verbunden sind.

Wer Schwebfliegen schützt, schützt weit mehr als nur eine Insektengruppe: Es geht um lebendige Landschaften, funktionierende Bestäubung und den Erhalt biologischer Vielfalt. Aufmerksamkeit ist dabei der erste Schritt – und genau dazu möchten diese Bilder und Texte beitragen. 

In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Gelbes Sonnenröschen mit Schwebfliege
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Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
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Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

23/24.01.2026

  •     Ein Sommertag in der Schwebe

Es ist ein warmer Nachmittag, die Luft flimmert über dem Lavendel. Ein leises Summen liegt in der Luft, fast wie das Geräusch eines winzigen Motors. Für einen Moment scheint ein Kolibri durch den Garten zu fliegen – doch beim zweiten Hinsehen entpuppt sich der Besucher als etwas anderes. 

Mit rasant schlagenden Flügeln steht er regungslos vor der Blüte, saugt Nektar und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Das Taubenschwänzchen hat seinen kurzen Auftritt gehabt – unauffällig, präzise und faszinierend.
Artbeschreibung: Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Das Taubenschwänzchen gehört zur Familie der Schwärmer (Sphingidae) und ist einer der bekanntesten tagaktiven Nachtfalter Europas. Charakteristisch sind seine graubraunen Vorderflügel, die orangefarbenen Hinterflügel sowie der namensgebende, fächerförmige „Schwanz“ am Hinterleib, der an das Schwanzgefieder einer Taube erinnert.

Mit einer Flügelspannweite von etwa 4 bis 5 Zentimetern und einer extrem hohen Flügelschlagfrequenz ist das Taubenschwänzchen ein Meister des Schwirrflugs. Ähnlich wie Kolibris kann es im Flug vor Blüten stehen bleiben, während es mit seinem langen Saugrüssel Nektar aufnimmt. Bevorzugte Nektarpflanzen sind unter anderem Lavendel, Phlox, Sommerflieder und Petunien.

Die Raupen ernähren sich vor allem von Labkraut-Arten. Das Taubenschwänzchen ist ein ausgeprägter Wanderfalter: Viele Individuen überqueren jedes Jahr große Distanzen zwischen dem Mittelmeerraum und Mitteleuropa.

Perspektive: Lebensraumveränderung und Klimawandel


Die Zukunft des Taubenschwänzchens ist eng mit den Veränderungen unserer Umwelt verknüpft. Der Klimawandel führt dazu, dass mildere Winter und längere Vegetationsperioden die Ausbreitung der Art nach Norden begünstigen. In vielen Regionen Mitteleuropas ist das Taubenschwänzchen heute häufiger zu beobachten als noch vor einigen Jahrzehnten.

Gleichzeitig stellen Lebensraumverluste, intensive Landwirtschaft und der Rückgang von Wildpflanzen eine Herausforderung dar. Das Verschwinden von Labkraut und nektarreichen Blühpflanzen kann lokal zu Nahrungsengpässen führen. Auch der Einsatz von Pestiziden wirkt sich negativ auf Raupen und Falter aus.

Eine naturnahe Gartengestaltung, Blühflächen und der Schutz vielfältiger Lebensräume können dazu beitragen, dem Taubenschwänzchen auch in Zukunft einen Platz in unserer Landschaft zu sichern. Als anpassungsfähige Art zeigt es zwar eine gewisse Resilienz, bleibt aber dennoch ein sensibler Indikator für ökologische Veränderungen.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Taubenschwänzchen im Schwirrflug
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Wolf in Deutschland – ökologischer Wert, rechtlicher Schutz und aktuelle Entwicklung
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Wolf in Deutschland – ökologischer Wert, rechtlicher Schutz und aktuelle Entwicklung

22/23.01.2026

  • Der Wolf (Canis lupus)  ist über Jahrhunderte aus großen Teilen Europas verschwunden und dank konsequenter Schutzmaßnahmen in den letzten zwei Jahrzehnten wieder in weite Bereiche Deutschlands zurückgekehrt. 

Heute gilt er als ein natürlicher Bestandteil unserer heimischen Fauna und übernimmt als Spitzenprädator zentrale ökologische Funktionen, etwa die Regulation von Wildtierbeständen und die Förderung naturnaher Abläufe in Wäldern und offenen Landschaften.
Aktuelle rechtliche Situation

Rechtlich ist der Wolf in Deutschland und der Europäischen Union durch eine komplexe Schutzarchitektur eingebettet:


EU-Recht und Schutzstatus:
Der Wolf war bislang als „streng geschützt“ in Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geführt. Im Jahr 2025 wurde dieser Schutzstatus europaweit auf „geschützt“ abgesenkt, nachdem zuvor die Berner Konvention den Schutzstatus reduziert hatte. Diese Änderung eröffnet den EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich mehr Spielraum bei der nationalen Behandlung des Wolfs, bleibt aber an Bedingungen geknüpft: Die EU-Gerichtsbarkeit hat klargestellt, dass Wolfsjagd nur unter strengen Voraussetzungen zulässig ist, nämlich wenn der günstige Erhaltungszustand der Art nachweislich gesichert bleibt.

Nationales Recht:
In Deutschland ist der Wolf aktuell im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art verankert und unterliegt damit einem hohen Schutzstandard. Das Fangen, Verletzen oder Töten eines Wolfes ist verboten und kann straf- und ordnungswidrig verfolgt werden. Lediglich in engen Ausnahmefällen – etwa bei erheblicher Gefährdung von Menschen oder mehrfachen, trotz vorsorglicher Schutzmaßnahmen erfolgten Rissen von Nutztieren – besteht unter geltendem Recht die Möglichkeit einer behördlich genehmigten Entnahme.

Rechtliche Neuausrichtung:

Der aktuelle Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht vor, den Wolf entsprechend der EU-Anpassung stärker ins Jagdrecht zu integrieren und das Bundesnaturschutzgesetz sowie das Bundesjagdgesetz entsprechend zu novellieren, um eine „rechtssichere Entnahme“ von Wölfen zu ermöglichen. Diese Änderungen sollen nationale Handlungsspielräume im Umgang mit Problemfällen erweitern. Zudem wird im Bundestag aktuell über entsprechende Gesetzesänderungen debattiert, die u. a. lokale Jagdzeiten und erweiterte Entnahmemöglichkeiten vorsehen.

Warum wir die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht kritisch sehen

Als Naturschutzorganisation betrachten wir Schutz, Management und gesellschaftliche Akzeptanz wildlebender Arten immer in einem integrativen, wissenschaftlich fundierten Rahmen:


Schutzrahmen und wissenschaftliche Grundlagen:
Die Herabstufung des Schutzstatus’ und eine Einbeziehung in das Jagdrecht basieren bislang nicht auf einem breiten wissenschaftlichen Konsens, sondern vor allem auf politischen Erwägungen, die vor allem Reaktionen auf gesellschaftliche Konflikte adressieren. Zahlreiche Naturschutzverbände bemängeln, dass die bisherigen Bestandsdaten nicht ausreichend die regional unterschiedlichen Erhaltungszustände widerspiegeln und dass pauschale Jagdoptionen ohne eindeutige wissenschaftliche Grundlage geschaffen werden könnten.

Ökologische Risiken:

Wölfe leben in komplexen Sozialstrukturen. Pauschale Entnahmen oder saisonale Jagdzeiten können Rudelstrukturen destabilisieren, was Probleme wie erhöhte Wildtierrisse nicht unbedingt reduziert und ökologisch kontraproduktiv sein kann. Der Wolf ist kein Wildtier wie andere jagdbare Arten, sondern eine Art mit speziellen Verhaltensweisen und Lebensraumansprüchen, deren Bestandsregulierung differenziert und regionalspezifisch erfolgen sollte.

Konfliktbearbeitung statt Regulierung:

Konflikte zwischen Wolf und Landwirtschaft sind real und müssen ernst genommen werden. Erfahrungen aus verschiedenen Regionen zeigen jedoch, dass effektive Herdenschutzmaßnahmen (z. B. Zäune, Herdenschutzhunde), Entschädigungssysteme und Beratungsangebote wirksamer sind als breit angelegte Entnahmen aus Beständen. Dies wird auch von Fachverbänden betont, die betonen, dass nicht-tödliche Präventionsmaßnahmen langfristig tragfähigere Lösungen darstellen.

Schutz statt Jagd:

Die traditionelle Einordnung einer Art in das Jagdrecht verändert nicht nur rechtlich den Umgang mit ihr, sondern beeinflusst auch die Wahrnehmung in Gesellschaft, Verwaltung und Politik. Wir sehen darin die Gefahr, dass der Wolf zunehmend primär als „regulierbare Belastung“ wahrgenommen wird, statt als ökologisch wichtiger Bestandteil unserer natürlichen Lebensräume.

Fazit

Unsere Position ist nicht grundsätzlich gegen Konfliktlösung gerichtet – im Gegenteil: Wir setzen uns für pragmatische, sachorientierte und wissenschaftlich fundierte Wege ein, die sowohl den Schutz der biologischen Vielfalt als auch die berechtigten Interessen von Nutztierhalter*innen berücksichtigen.

Die derzeitigen rechtlichen Entwicklungen im Wolf-Management sollten aus unserer Sicht weiterhin eng an internationale und europäische Artenschutzstandards, solide wissenschaftliche Daten und konkrete ökologische Ziele gebunden bleiben. Wildtiermanagement muss verantwortungsvoll, transparent und anwendungsorientiert gestaltet werden – nicht über das Heurisieren pauschaler Jagdregelungen. Dabei gilt es, langfristige Perspektiven der Koexistenz, Prävention und Artenvielfalt in den Mittelpunkt zu stellen.

In der Aufnahme von  Andreas Gehrig

  • Wold im Portrait - Wenn eine Art als Sündenbock für eine in unseren Augen unzureichend aufgestellte Projektion Verwendung findet lehnen wir das vehement ab!

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Gemeine Waldschwebfliege (Volucella pellucens)
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Die Gemeine Waldschwebfliege / Gemeine Hummel-Schwebfliege (Volucella pellucens)

22/23.01.2026

  • Im Halbschatten eines alten Buchenwaldes liegt ein warmer Sommertag in der Luft. Zwischen Moos, Farnen und blühenden Waldsäumen brummt es leise.

 Plötzlich zieht ein scheinbar schwerfälliges Insekt vorbei, sein tiefes Brummen erinnert an eine Hummel. Doch beim zweiten Blick wird klar: Es ist eine Täuschung. Mit überraschender Eleganz schwebt die Gemeine Waldschwebfliege von Blüte zu Blüte und verschwindet lautlos zwischen Lichtflecken und Baumstämmen.
Artbeschreibung: Gemeine Waldschwebfliege / Gemeine Hummel-Schwebfliege (Volucella pellucens)

Die Gemeine Waldschwebfliege ist eine der größten heimischen Schwebfliegenarten und fällt sofort durch ihr hummelähnliches Erscheinungsbild auf. Ihr Körper ist kräftig gebaut, überwiegend schwarz gefärbt und besitzt eine auffällige helle Querbinde am Hinterleib. Die Flügel sind leicht bräunlich getönt und verleihen ihr im Flug ein markantes Erscheinungsbild.Diese Art nutzt gezielt Mimikry: Sie ahmt Hummeln nach, um potenzielle Fressfeinde abzuschrecken, ist selbst jedoch völlig wehrlos. Trotz ihrer Größe ist sie eine hervorragende Fliegerin und kann präzise in der Luft stehen.

Erwachsene Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen und sind wichtige Bestäuber zahlreicher Pflanzenarten. Die Larven haben eine besondere Lebensweise: Sie entwickeln sich in Nestern sozialer Faltenwespen und ernähren sich dort von organischem Material, ohne das Wespennest ernsthaft zu schädigen. Bevorzugt werden strukturreiche Lebensräume wie Laub- und Mischwälder, Waldlichtungen, Parks, alte Gärten und naturnahe Siedlungsbereiche.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima


Die Gemeine Waldschwebfliege profitiert grundsätzlich von warmen Sommern, doch ihre Zukunft hängt stark von der Qualität ihrer Lebensräume ab. Der Verlust alter Bäume, das Aufräumen von Totholz und die Vereinheitlichung von Grünflächen verringern sowohl Nahrungsquellen als auch geeignete Entwicklungsräume für ihre Larven.Der Klimawandel kann ihre Aktivitätsphase verlängern und eine frühere Entwicklung ermöglichen. Gleichzeitig stellen häufigere Hitzeperioden, Trockenstress und extreme Wetterereignisse neue Herausforderungen dar – sowohl für die Schwebfliege selbst als auch für die Pflanzen und Wirtsinsekten, von denen sie abhängig ist.

Eine positive Perspektive ergibt sich dort, wo naturnahe Wälder, strukturreiche Parks und vielfältige Gärten erhalten bleiben oder gefördert werden. Der Schutz von Altholz, die Förderung heimischer Blühpflanzen und ein bewusster Umgang mit Insekten tragen dazu bei, dass die Gemeine Waldschwebfliege auch künftig ein vertrauter Anblick in unseren Landschaften bleibt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Gemeine Waldschwebfliege auf einer Wildblume
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Fliegengitter an Fenstern – eine unterschätzte Gefahr für Fledermäuse
Bild zum Eintrag (1134880-160)
Fliegengitter an Fenstern – eine unterschätzte Gefahr für Fledermäuse

22/23.01.2026

  • Fliegengitter an Fenstern und Türen sind für viele Menschen eine praktische Lösung, um Insekten aus Wohnräumen fernzuhalten. 

Was jedoch kaum bekannt ist: Für Fledermäuse können diese Netze zu einer ernsthaften Gefahr werden – in manchen Fällen sogar zur tödlichen Falle.
Fledermäuse orientieren sich mithilfe von Ultraschall. Sehr feine Netze, wie sie bei Fliegengittern verwendet werden, können von den Tieren oft nicht oder nur unzureichend wahrgenommen werden. Besonders bei der Jagd nach Insekten oder bei der Suche nach einem Ruheplatz fliegen Fledermäuse gezielt auf Fensterflächen zu und verfangen sich dabei in den Maschen.

Gelingt es den Tieren nicht, sich selbst zu befreien, drohen Erschöpfung, Verletzungen oder Unterkühlung. Vor allem Jungtiere und geschwächte Tiere sind gefährdet. Auch Hauskatzen oder andere Fressfeinde können eine zusätzliche Bedrohung darstellen, wenn eine Fledermaus im Netz festhängt.

Um Fledermäuse zu schützen, sollten Fliegengitter möglichst straff und faltenfrei angebracht werden, da lose Netze ein höheres Risiko darstellen. Alternativ können grobmaschigere oder gut sichtbare Gitter verwendet werden. Wer eine Fledermaus in einem Fliegengitter entdeckt, sollte Ruhe bewahren, das Tier nicht mit bloßen Händen anfassen und umgehend eine Fledermaus-Pflegestelle oder Naturschutzorganisation kontaktieren.

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren – und ein wichtiger Beitrag zum Schutz dieser streng geschützten und ökologisch wertvollen Tiere leisten.

In der Aufnahme von S. Bertelmann
  • Eine Zwergfledermaus die sich in einem Fliegengitter verfangen hatte 
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