Sie alle engagieren sich gemeinsam mit Artenschutz in Franken® für eine intakte Umwelt
ARTENSCHUTZ IN FRANKEN®

Im Sinne uns nachfolgender Generationen
Ausgezeichnet

Home

Über Uns

Aktuelles

Der Steigerwald

Diverses

Pflanzen

Projekte

Publikationen

Tiere

Umweltbildung

Webcams
Sie befinden sich hier:
Home
>
Archiv
>
2026-10
Echter Dost (Origanum vulgare)
Bild zum Eintrag (1150540-160)
Echter Dost (Origanum vulgare) – Aromatisches Kraftpaket heimischer Magerstandorte

26/27.09.2026

  • Wenn im Hochsommer die Wiesen rötlich-violett aufleuchten und ein würzig-herber Duft in der Luft liegt, steht der Echte Dost in voller Blüte. 

Die zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) gehörende Wildpflanze – oft auch als Wilder Oregano oder Wohlgemut bezeichnet – ist mit ihren zartrosa bis purpurfarbenen Blütenköpfen und den dunklen Hochblättern ein prägendes Element unserer heimischen Flora.
Der Echte Dost bildet ausdauernde, krautige Bestände und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Seine aufrechten, meist vierkantigen und rötlich überlaufenen Stängel tragen gegenständig angeordnete, eiförmige Blätter. 

Von Juli bis September erscheinen die dichten Scheinähren. Schon bei leichter Berührung setzen die Drüsenschuppen der Blätter und Blüten ätherische Öle frei, die für den charakteristischen, aromatischen Duft sorgen.



In der Aufnahme 
  •     Echter Dost in voller Blüte: Ein farbenfroher Höhepunkt auf heimischen Magerwiesen im Hochsommer.
Artenschutz in Franken®  
Das Zusammenspiel von Mädesüß und Spinnennetz
Bild zum Eintrag (1150466-160)
Herbstliche Tauperlen am Gewässerrand: Das Zusammenspiel von Mädesüß und Spinnennetz

25/26.09.2026

  • Wenn im Mitte September der Frühnebel über die feuchten Talauen, Grabenränder und Feuchtwiesen Frankens zieht, wird ein faszinierendes Zusammenspiel von Botanik und Physik sichtbar. 

Zwischen den verblühten, dunkelbraun ausgereiften Fruchtständen des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) spannen Radnetzspinnen ihre geometrisch präzisen Netze. Was auf den ersten Blick wie ein flüchtiges Naturschauspiel wirkt, ist ein wichtiger Baustein im Beziehungsgefüge unserer heimischen Ökosysteme.
Botanischer Anker: Das Echte Mädesüß im Herbst

Das Echte Mädesüß gehört zu den charakteristischsten Pflanzen feuchter Saumstrukturen und Hochstaudenfluren. Während seine cremeweißen, intensiv duftenden Blüten im Vorsommer Scharen von Bestäubern anlocken, nimmt die Pflanze im Spätjahr eine völlig neue ökologische Rolle ein.

  •             Robuste Architektur: Die verholzenden Stängel und die spiralförmig gewundenen, Nüsschen tragenden Fruchtstände überstehen Wind und Wetter. Sie dienen als stabile Verankerungspunkte für den Netzbau von Arten wie der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) oder der Sumpfkreuzspinne (Araneus alsine).

  •             Wertvoller Mikrolebensraum: Auch nach der Samenreife bleiben die trockenen Stängelsysteme stehen. Sie bieten zahlreichen Insektenarten Schutz vor Witterungseinflüssen, dienen als Puppenversteck oder als Winterschlafplatz für kleine Wirbellose.



In der Aufnahme 

  •         Artenvielfalt im Mikrokosmos: Ein kunstvolles Radne
Artenschutz in Franken®  
Hoch über der Wiese – die Weinbergschnecke in der Wilden Möhre
Bild zum Eintrag (1150368-160)
Hoch über der Wiese – die Weinbergschnecke in der Wilden Möhre

24/25.09.2026


  •     Eine spätsommerliche Naturgeschichte aus der Feder von Artenschutz in Franken®

Mitte September 2026 hat sich das Erscheinungsbild der Wiese bereits deutlich verändert. Viele Blüten sind verschwunden, Gräser beginnen zu vergilben und die Samenstände zahlreicher Pflanzen ragen als filigrane Gebilde aus der Vegetation. Der Sommer zieht sich langsam zurück, doch das Leben auf der Wiese ist noch lange nicht zur Ruhe gekommen.

Zwischen den trockenen Stängeln fällt eine ungewöhnliche Beobachtung auf: Eine Weinbergschnecke hat sich weit über den Erdboden emporgearbeitet und sitzt inmitten einer zusammengezogenen Dolde. Fast scheint es, als hätte sie sich einen kleinen Aussichtspunkt ausgesucht, von dem aus sie die spätsommerliche Wiese überblicken könnte.
Die Pflanze, auf der die Schnecke ihren erhöhten Ruheplatz gefunden hat, lässt sich anhand der Aufnahme nicht vollkommen sicher bestimmen. Aufgrund der Wuchsform, der Verzweigung und der typisch korbartig zusammengezogenen Fruchtdolde handelt es sich jedoch sehr wahrscheinlich um die Wilde Möhre (Daucus carota). 

Gerade im verblühten Zustand bilden ihre Dolden häufig eine auffällige, nestähnliche Form. Eine Verwechslung mit einem verwandten Wiesen-Doldenblütler kann bei einer Bestimmung allein anhand vertrockneter Pflanzenteile allerdings nicht vollständig ausgeschlossen werden.


In der Aufnahme
  •     Für Artenschutz in Franken® steht diese Aufnahme sinnbildlich dafür, wie wichtig naturnahe und nur abschnittsweise gepflegte Wiesen für die biologische Vielfalt sind.
Artenschutz in Franken®  
Zurückgebogene Amarant (Amaranthus retroflexus)
Bild zum Eintrag (1150297-160)
Zurückgebogener Amarant – ein Pionier auf warmen Böden

23/24.09.2026

  •     Eine kleine Geschichte am Ackerrand

Der Spätsommertag beginnt bereits warm. Am Rand eines abgeernteten Feldes liegt der Boden offen, trocken und staubig. Zwischen Fahrspuren und Pflanzenresten hat sich eine kräftige, unscheinbar grün blühende Pflanze entwickelt. Während viele andere Gewächse unter der sommerlichen Hitze längst vertrocknet sind, steht sie noch immer aufrecht.

Es ist ein Zurückgebogener Amarant. Erst im späten Frühjahr ist sein Samen gekeimt. Innerhalb weniger Wochen hat die Pflanze den offenen Boden erobert und einen dichten Blütenstand gebildet. Für den flüchtigen Blick wirkt sie wenig spektakulär. Doch wer genauer hinsieht, erkennt eine Überlebenskünstlerin, die Wärme, nährstoffreiche Böden und regelmäßig entstehende Bodenlücken geschickt nutzt.
Am nächsten Morgen verändert sich das Bild. Ein Mulchgerät hat den gesamten Randbereich erfasst. Nicht nur der Amarant, sondern auch zahlreiche weitere Pflanzen wurden zerkleinert. Blüten, Samenstände, Verstecke und kleine Rückzugsräume sind verschwunden.

Für Artenschutz in Franken®
zeigt diese Szene zwei Seiten derselben Kulturlandschaft: Auf bewirtschafteten Äckern kann der Amarant zu einer starken Konkurrenz für Kulturpflanzen werden. Auf Rand- und Restflächen steht er dagegen gemeinsam mit anderen Pionierpflanzen für eine spontane Natur, die selbst kleinste freie Räume zu besiedeln vermag. Ein fachgerechter Umgang benötigt deshalb Wissen und eine klare Unterscheidung zwischen Produktionsfläche und ökologisch wertvoller Begleitstruktur.



In der Aufnahme -  Hinweis: Illustrative KI-Bearbeitung – Darstellung entspricht nicht vollständig der ursprünglichen Aufnahmesituation - Der Zurückgebogene Amarant ist eine einjährige Pionierpflanze warmer und nährstoffreicher Standorte. In dieser Darstellung, welche auf einer Originalaufnahme basiert, wurden Teile des Hintergrundes angepasst um störende Elemente zu entfernen.
Artenschutz in Franken®  
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz / Monitoring
Bild zum Eintrag (1150266-160)
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

22/23.09.2026

  •     Wenn ein Brutplatz verschwindet

Über viele Jahre hatte ein Turmfalkenpaar einen festen Platz in einem Gebäude gefunden. Der Standort bot Schutz, Übersicht und ausreichend Raum für die Aufzucht der Jungvögel. Doch mit dem Wegfall dieser traditionellen Nistmöglichkeit verlor das Paar einen wichtigen Bestandteil seines angestammten Lebensraumes.

Solche Situationen stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die Artenschutz in Franken® seit Langem beobachtet: Gebäude werden saniert, Öffnungen verschlossen und frühere Brutnischen unzugänglich gemacht. Für Tierarten, die Bauwerke als Ersatz für natürliche Felswände, Höhlen oder Spalten nutzen, können diese Veränderungen erhebliche Folgen haben.

Mit dem neu entwickelten Artenschutzmast sollte deshalb nicht nur ein einzelner verlorener Brutplatz ersetzt werden. Das Projekt verfolgt einen umfassenderen Ansatz: Auf einer kommunalen Wiesenfläche entstand ein dauerhaftes, freistehendes Bauwerk, das mehreren heimischen Tierarten geeignete Nist-, Ruhe- und Quartiermöglichkeiten anbietet.
Ein Mast mit Pilotcharakter

Der rund acht Meter hohe Spezialmast wurde gezielt für die Anforderungen des praktischen Artenschutzes entwickelt. Seine freistehende Position ermöglicht eine gute Übersicht über die angrenzende Landschaft und schafft zugleich Abstand zu zahlreichen Störungen am Boden.

Im oberen Bereich befindet sich eine großräumige Nistmöglichkeit, die vorrangig als Ersatzangebot für den Turmfalken vorgesehen ist. Die erhöhte Lage orientiert sich an den Ansprüchen einer Vogelart, die ihre Brutplätze bevorzugt an übersichtlichen und schwer zugänglichen Strukturen wählt.

Ergänzend wurden unterschiedlich gestaltete Nist- und Quartierelemente eingebaut. Abgestimmte Einflugöffnungen, geschützte Innenräume und verschiedene Bauformen sollten dafür sorgen, dass das Angebot auch für weitere Vogelarten sowie für Fledermäuse interessant werden kann.

Für Artenschutz in Franken® stand dabei von Anfang an fest: Natur lässt sich nicht bestellen oder erzwingen. Wir können geeignete Voraussetzungen schaffen – ob und wann diese angenommen werden, entscheiden die Tiere selbst. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse des ersten Monitoringjahres.



In der Aufnahme
  •     Turmfalken Männchen auf Artenschutzmast
Artenschutz in Franken®  
Moschus-Malve (Malva moschata)
Bild zum Eintrag (1150240-160)
Moschus-Malve – eine zarte Blüte zwischen Wiese und Wegrand

21/22.09.2026

  • Der Morgen liegt noch still über der Landschaft. Auf den Gräsern glitzern einzelne Tautropfen, während sich über dem nahen Feld bereits das erste warme Licht ausbreitet. Zwischen Wegsaum und Wiese leuchtet eine rosafarbene Blüte. Fast scheint es, als habe sie jemand vorsichtig zwischen die grünen Halme gesetzt.

Eine Hummel landet auf den zarten Blütenblättern. Für wenige Augenblicke verschwinden Kopf und Vorderkörper des Insekts zwischen den Staubblättern. Dann hebt es wieder ab und fliegt zur nächsten Blüte. Die Moschus-Malve bleibt zurück – unscheinbar für den flüchtigen Blick, wertvoll für jene Tiere, die auf blütenreiche Säume angewiesen sind.
Nur wenige Tage später rückt ein Mähgerät heran. Der angrenzende Bereich wird kurz und gleichförmig geschnitten, obwohl zahlreiche Pflanzen noch blühen. Ein kleiner Abschnitt bleibt zufällig stehen. Genau dort kann die Moschus-Malve weiterblühen, Früchte bilden und ihre Samen ausreifen lassen.

Für Artenschutz in Franken® liegt in solchen Beobachtungen eine zentrale Botschaft: Manchmal entscheidet kein großes Schutzprogramm über das Fortbestehen einer Pflanze, sondern die Frage, ob ein schmaler Saum zur richtigen Zeit stehen bleiben darf.


In der Aufnahme vom 12.09.2026
  • Artenschutz in Franken® richtet den Blick bewusst auf solche stillen Schönheiten unserer Kulturlandschaft.
Artenschutz in Franken®