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Der Wanderfalke - Spitzenprädator des Luftraums
Bild zum Eintrag (39295-160)
Wanderfalke
Bild zum Eintrag (22686-160)
Nahrung und Verbreitung

Der Wanderfalke ist ein reiner Vogeljäger. Seine Beute schlägt er im rasanten Sturzflug aus großer Höhe und erreicht dabei Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h. Er ist damit wohl der schnellste Vogel der Welt. Sich auf Vögel als Beutetiere zu spezialisieren, hat dem Wanderfalken Vor- wie Nachteile gebracht: Einerseits steht ihm diese Nahrung außer in Polar- und Wüstenregionen nahezu überall zur Verfügung. So konnte sich der Wanderfalke fast weltweit ausbreiten. Andererseits steht er damit auch an der Spitze der Nahrungsketten und ist besonders von der Anreicherung von Umweltgiften über diese betroffen. Gerade die Anreicherung von Pestiziden wie DDT und Lindan in Körper und Gelegen des Wanderfalken war aber eine der Hauptursachen für den weltweiten Zusammenbruch der Bestände in den 1950er und 1960er Jahren.

Brutbiologie

Wie alle Falken baut auch der Wanderfalke kein Nest. In Süddeutschland brütet er in Nischen und auf Bändern größerer Felswände der Mittelgebirge und der Alpen, besiedelt aber auch zahlreiche menschliche Bauwerke - Industrieschlote, Hochhäuser oder Autobahnbrücken - und hat sich mit diesen "Kunstfelsen" einen wichtigen Sekundärlebensraum erschlossen. In anderen Teilen des Verbreitungsgebietes - vor allem in Ost- und Norddeutschland - brütet der Wanderfalke zudem auch in aufgegeben Baumhorsten anderer Greifvögel oder sogar - wie auf einigen Nordseeinseln - am Boden.

Ab Ende Februar legt das Weibchen in eine ausgescharrte, aber nicht gepolsterte Mulde bis zu vier Eier. Während der 29 - 30 Tage währenden Brut wird das Weibchen ebenso vom Männchen versorgt, wie in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen der Jungvögel. Nach einer Nestlingszeit von etwa 40 Tagen fliegen die meisten Jungfalken gegen Ende Mai oder Anfang Juni aus, werden aber dann noch über eine drei bis vier Wochen währende Bettelflugperiode von den Altvögeln weiter versorgt und langsam entwöhnt.
Wanderungen

Anders als bei den Brutpopulationen Nordeuropas "wandern" in unseren Breiten die Altfalken während der Wintermonate kaum. Sie streifen zwar weiter umher, sind aber auch immer wieder am Brutfels anzutreffen. Nur die Jungfalken in ihrem ersten Winter werden tatsächlich dem Namen "Wander"-Falken gerecht. Sie ziehen überwiegend nach Süd- oder Westeuropa. Von dort kehren Sie im nächsten Frühjahr zurück und versuchen - oft in der Umgebung ihres Schlupfortes - ein neues Revier zu begründen oder einen Partner aus einem bestehenden Paar abzulösen. Solche Vögel sind dann oft immer wieder als so genannte Störfalken an den besiedelten Brutfelsen zu beobachten.
Am Rande des Aussterbens: Der Bestand der 1980er Jahre

Noch 1950 war der Wanderfalke mit an die 900 Brutpaaren in ganz Deutschland verbreitet. Bis Anfang der 1980erJahre änderte sich dies dramatisch: Der Wanderfalkenbestand in Deutschland schmolz auf nur noch etwa 60 Brutpaare in Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Große Teile Deutschlands verwaisten, die ehemals starke Baumbrüterpopulation in Nord- und Ostdeutschland erlosch ganz. Auch die wenigen überlebenden Paare im Süden der Republik hatten nur noch selten Bruterfolg - das Aus für den Wanderfalken schien unmittelbar bevorzustehen.

Für den rasanten Niedergang der Wanderfalkenbestände bis in die 1980er Jahre gab es vor allem zwei Gründe:
Die "Pesticide Story"

Mit diesem Begriff charakterisiert die englischsprachige Literatur einen der Hauptgründe für den weltweiten Niedergang der Wanderfalkenbestände: Der Wanderfalke zählt als Vogeljäger zu den Spitzengliedern der Nahrungsketten. Dies führt zur Anreicherung von Umweltgiften über die Nahrungskette in Körper, Gelegen und Nachwuchs des Wanderfalken. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts hatte die daraus resultierende Belastung mit hochgiftigen Pesticiden wie DDT und Lindan eine geringere Fruchtbarkeit der Altvögel zur Folge, dünnschalige Eier, erhöhte Embryonalsterblichkeit und die Zunahme nicht lebensfähiger Jungvögel...
Verfolgung

Zum Nahrungsspektrum des Wanderfalken gehören neben kleineren Vögeln auch Tauben. Dass er deshalb auch so manche, von einem langen Flug geschächte Brieftaube schlägt, hat ihm den Hass mancher Taubenzüchter eingetragen, die den Konkurrenten erbittert bekämpfen - oft mit illegalen Mitteln. Solche Verfolgung hatte auch wesentlichen Anteil am endgültigen Zusammenbruch der durch die Umweltgifte geschwächten Wanderfalkenbestände. Anders als die Belastung mit Umweltgiften, die durch das Verbot der problematischsten Substanzen heute für den Wanderfalken Vergangenheit ist, bedroht illegale Verfolgung den Wanderfalken leider immer noch: Immer wieder werden Einzelfälle bekannt, in denen Wanderfalken vergiftet oder abgeschossen werden, und die Dunkelziffer unentdeckter Fälle dürfte hoch sein.

Aber nicht nur Taubenzüchter tragen Mitschuld an der Beinahe-Ausrottung des Wanderfalken in den 1970er Jahren. Die ohnehin schon geschwächten Bestände wurden zusätzlich auch noch durch illegale Aushorstungen von Gelegen oder Jungfalken dezimiert. Diese wurden dann von Hand aufgezogen und an Falkner in ganz Deutschland, vor allem aber im Nahen Osten verkauft - ein einträgliches Geschäft, waren doch bis in die 1970er Jahre Wildbruten die einzige Quelle für Beizvögel. Erst der Aufbau erfolgreicher Gefangenschaftszuchten hat die Schwarzmarktpreise und damit den Anreiz vor potenzielle Täter stark sinken lassen. Aushorstungen für falknerische Zwecke kommen daher heute kaum mehr vor und stellen keine Bedrohung für die Population mehr dar.
Konfliktfeld Klettersport

Die letzte Gefahrenquelle für den Wanderfalken ist jüngeren Datums: Als Felsbrüter konkurriert er mit der seit Jahren wachsenden Zahl an Sportkletterern um die Nutzung hoher freistehender Felswände. In erfolgreicher Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein und der IG Klettern konnten solche Konflikte jedoch in den letzten Jahren zum Glück größtenteils durch die Entwicklung von Zonierungskonzepten für alle bedeutenden Sportklettergebiete der bayerischen Mittelgebirge entschärft werden, die ein verträgliches Mit- und Nebeneinander von Naturschutz und Naturnutzung klar regeln. Dank solcher Vereinbarungen sind etwa in der Fränkischen Schweiz oder im Altmühltal Störungen des Brutgeschehens durch Kletterer zu einer Seltenheit geworden.


Quellenangabe: Landesbund für Vogelschutz in Bayern
Steckbrief
Bild zum Eintrag (22688-160)
Name:


Wanderfalke, Falco peregrinus

Systematik:


Ordnung Falconiformes (Falkenartige), Familie Falconidae (Falken)

Kennzeichen:


Weibchen knapp bussardgroß, Männchen ein Drittel kleiner; Altvögel graubraun bis schiefergrau, Unterseite hell, dünn gebändert, Kopf mit charakteristischen "Bartstreifen"; Jungvögel dunkler und bräunlicher, Bartstreifen weniger deutlich abgesetzt, Brust deutlich getropft, nicht quer gebändert

Verbreitung:


in mehreren Unterarten weltweit, ausgenommen Polargebiete und Wüstenregionen

Wanderungen:


in Mitteleuropa Stand- und Strichvogel, nur Jungvögel ziehen im ersten Winter

Biotop:


Baum-, Boden- sowie - in Mittel- und Süddeutschland - ausschließlich Felsbrüter. Bruten an Gebäuden als Sekundärhabitat möglich.

Nahrung:


fast ausschließlich Vögel bis Tauben- oder Drosselgröße

Fortpflanzung:


geschlechtsreif frühestens im zweiten, meist erst im dritten Lebensjahr; eine Jahresbrut

Brutbeginn:


ab Ende Februar, meist erst Mitte März

Brutdauer:


28 - 30 Tage

Nestlingszeit:


ca. 40 Tage, anschließend 3 - 4 Wochen Bettelflugperiode

Gefährdung:


jahrelang vom Aussterben bedroht (Kategorie 1 der Roten Liste), dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen mittlerweile zurückgestuft in Kategorie 3 (gefährdet)


In der Aufnahme  ein Gelege des Wanderfalken

Quellenangabe: Landesbund für Vogelschutz in Bayern
Der Wanderfalke - Spitzenprädator des Luftraums
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