Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)
Die Stimme der Steilküste: Die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)
Ein rauer Tag am Nordseefels
Der Wind peitscht die Gischt mit voller Wucht gegen die roten Klippen von Helgoland. Die Luft schmeckt nach Salz, und das Tosen der Wellen ist ohrenbetäubend. Doch über dem Lärm des Meeres liegt ein anderer, fast rhythmischer Klang: Ein vielstimmiges, gellendes „Kitti-wäik, Kitti-wäik!“.
Auf einem winzigen, nur wenige Zentimeter breiten Felsvorsprung direkt über dem Abgrund sitzt eine Dreizehenmöwe. Sie trotzt dem Sturm, während sie ihr Nest aus Seetang und Schlamm mit den Füßen festtritt. Unter ihr bricht sich die Brandung, über ihr kreisen Hunderte ihrer Artgenossen. Für sie ist diese lebensfeindliche Steilwand die perfekte Kinderstube – ein Ort, den kein landgebundener Räuber je erreichen kann.
Artbeschreibung: Die echte Hochseemöwe
Die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) unterscheidet sich in ihrer Lebensweise drastisch von den bekannten Lach- oder Silbermöwen, die man oft an Stränden oder im Binnenland antrifft. Sie ist eine biologische Besonderheit.
Erscheinungsbild: Mit einer Körperlänge von etwa 40 Zentimetern ist sie eine eher kleine, zierliche Möwe. Ihr Gefieder ist im Prachtkleid reinweiß, während die Flügeloberseite ein helles Schiefergrau zeigt. Ein markantes Merkmal sind die komplett schwarzen Flügelspitzen, die wie in Tinte getaucht wirken, sowie der leuchtend gelbe Schnabel und die dunklen Augen.
Namensmerkmal: Ihren Namen verdankt sie einer anatomischen Reduktion: Die vierte, nach hinten gerichtete Zehe (Hinterzehe) ist bei ihr verkörpert oder fehlt völlig. Sie besitzt funktionell also nur drei Zehen, was eine Anpassung an das Leben an steilen Klippen darstellt.
Lebensweise: Die Dreizehenmöwe ist die am stärksten an das offene Meer (pelagisch) angepasste Möwenart. Den Großteil des Jahres verbringt sie weit auf dem Atlantik und kehrt nur zur Brutsaison zwischen März und August an die felsigen Küsten zurück. Sie ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Schwarmfischen und Krebstieren, die sie dicht unter der Wasseroberfläche erbeutet.
Lebensraumveränderung und Klimawandel: Das Meer gerät aus dem Takt
Als Bewohnerin des offenen Meeres und Spezialistin für kalte Gewässer reagiert die Dreizehenmöwe extrem empfindlich auf die globale Erwärmung. Der Klimawandel verändert ihre Perspektive dramatisch:
Nahrungsmangel durch Erwärmung: Die steigenden Wassertemperaturen in der Nordsee und im Nordatlantik führen dazu, dass sich wichtige Beutefische wie der Sandaal in kühlere, tiefere oder weiter nördlich gelegene Gewässer zurückziehen. Für die Möwen wird der Weg von den Brutkolonien zu den Futterplätzen dadurch oft zu lang.
Brutausfälle: Finden die Elternvögel nicht mehr genug Nahrung in erreichbarer Nähe, verhungern die Küken im Nest. In vielen europäischen Kolonien kam es in den letzten Jahren bereits zu katastrophalen, großflächigen Brutausfällen.
Veränderung der Meeresströmungen: Durch die Verschiebung mariner Strömungssysteme verändern sich die Auftriebszonen, in denen Nahrung an die Oberfläche transportiert wird. Die Möwen verlieren dadurch verlässliche Jagdgründe, die sie seit Generationen nutzen.
Bedrohung und Schutzstatus
Die Dreizehenmöwe gilt weltweit und insbesondere in Europa als gefährdet. Ihre Bestände sind in den letzten Jahrzehnten drastisch eingebrochen. Die Hauptbedrohungen sind:
Überfischung: Die industrielle Fischerei dezimiert die Bestände von Kleinfischen (wie Sandaal und Lodde), die eigentlich die Hauptnahrungsquelle der Seevögel darstellen. Der Mangel an mariner Biomasse trifft die Dreizehenmöwe existenziell.
Plastikmüll und Umweltgifte: Wie viele Seevögel nehmen Dreizehenmöwen Plastikteile auf, die fälschlicherweise für Nahrung gehalten werden. Zudem reichern sich langlebige Umweltgifte (wie Schwermetalle) über die Nahrungskette in ihrem Fettgewebe an und schwächen die Fruchtbarkeit.
Beifang und Offshore-Anlagen: Der Ausbau von Windparks auf offener See birgt das Risiko von Kollisionen, während Stellnetze der Fischerei immer wieder zur tödlichen Falle für tauchende Vögel werden.
Schutzmaßnahmen: Um die Dreizehenmöwe langfristig zu retten, sind strengere Fangquoten für die Industriefischerei, der Schutz von Schlüsselgebieten auf dem offenen Meer sowie die konsequente Eindämmung der Meeresverschmutzung unerlässlich.
Aufnahme von Klaus Sanwald
Ein rauer Tag am Nordseefels
Der Wind peitscht die Gischt mit voller Wucht gegen die roten Klippen von Helgoland. Die Luft schmeckt nach Salz, und das Tosen der Wellen ist ohrenbetäubend. Doch über dem Lärm des Meeres liegt ein anderer, fast rhythmischer Klang: Ein vielstimmiges, gellendes „Kitti-wäik, Kitti-wäik!“.
Auf einem winzigen, nur wenige Zentimeter breiten Felsvorsprung direkt über dem Abgrund sitzt eine Dreizehenmöwe. Sie trotzt dem Sturm, während sie ihr Nest aus Seetang und Schlamm mit den Füßen festtritt. Unter ihr bricht sich die Brandung, über ihr kreisen Hunderte ihrer Artgenossen. Für sie ist diese lebensfeindliche Steilwand die perfekte Kinderstube – ein Ort, den kein landgebundener Räuber je erreichen kann.
Artbeschreibung: Die echte Hochseemöwe
Die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) unterscheidet sich in ihrer Lebensweise drastisch von den bekannten Lach- oder Silbermöwen, die man oft an Stränden oder im Binnenland antrifft. Sie ist eine biologische Besonderheit.
Erscheinungsbild: Mit einer Körperlänge von etwa 40 Zentimetern ist sie eine eher kleine, zierliche Möwe. Ihr Gefieder ist im Prachtkleid reinweiß, während die Flügeloberseite ein helles Schiefergrau zeigt. Ein markantes Merkmal sind die komplett schwarzen Flügelspitzen, die wie in Tinte getaucht wirken, sowie der leuchtend gelbe Schnabel und die dunklen Augen.
Namensmerkmal: Ihren Namen verdankt sie einer anatomischen Reduktion: Die vierte, nach hinten gerichtete Zehe (Hinterzehe) ist bei ihr verkörpert oder fehlt völlig. Sie besitzt funktionell also nur drei Zehen, was eine Anpassung an das Leben an steilen Klippen darstellt.
Lebensweise: Die Dreizehenmöwe ist die am stärksten an das offene Meer (pelagisch) angepasste Möwenart. Den Großteil des Jahres verbringt sie weit auf dem Atlantik und kehrt nur zur Brutsaison zwischen März und August an die felsigen Küsten zurück. Sie ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Schwarmfischen und Krebstieren, die sie dicht unter der Wasseroberfläche erbeutet.
Lebensraumveränderung und Klimawandel: Das Meer gerät aus dem Takt
Als Bewohnerin des offenen Meeres und Spezialistin für kalte Gewässer reagiert die Dreizehenmöwe extrem empfindlich auf die globale Erwärmung. Der Klimawandel verändert ihre Perspektive dramatisch:
Nahrungsmangel durch Erwärmung: Die steigenden Wassertemperaturen in der Nordsee und im Nordatlantik führen dazu, dass sich wichtige Beutefische wie der Sandaal in kühlere, tiefere oder weiter nördlich gelegene Gewässer zurückziehen. Für die Möwen wird der Weg von den Brutkolonien zu den Futterplätzen dadurch oft zu lang.
Brutausfälle: Finden die Elternvögel nicht mehr genug Nahrung in erreichbarer Nähe, verhungern die Küken im Nest. In vielen europäischen Kolonien kam es in den letzten Jahren bereits zu katastrophalen, großflächigen Brutausfällen.
Veränderung der Meeresströmungen: Durch die Verschiebung mariner Strömungssysteme verändern sich die Auftriebszonen, in denen Nahrung an die Oberfläche transportiert wird. Die Möwen verlieren dadurch verlässliche Jagdgründe, die sie seit Generationen nutzen.
Bedrohung und Schutzstatus
Die Dreizehenmöwe gilt weltweit und insbesondere in Europa als gefährdet. Ihre Bestände sind in den letzten Jahrzehnten drastisch eingebrochen. Die Hauptbedrohungen sind:
Überfischung: Die industrielle Fischerei dezimiert die Bestände von Kleinfischen (wie Sandaal und Lodde), die eigentlich die Hauptnahrungsquelle der Seevögel darstellen. Der Mangel an mariner Biomasse trifft die Dreizehenmöwe existenziell.
Plastikmüll und Umweltgifte: Wie viele Seevögel nehmen Dreizehenmöwen Plastikteile auf, die fälschlicherweise für Nahrung gehalten werden. Zudem reichern sich langlebige Umweltgifte (wie Schwermetalle) über die Nahrungskette in ihrem Fettgewebe an und schwächen die Fruchtbarkeit.
Beifang und Offshore-Anlagen: Der Ausbau von Windparks auf offener See birgt das Risiko von Kollisionen, während Stellnetze der Fischerei immer wieder zur tödlichen Falle für tauchende Vögel werden.
Schutzmaßnahmen: Um die Dreizehenmöwe langfristig zu retten, sind strengere Fangquoten für die Industriefischerei, der Schutz von Schlüsselgebieten auf dem offenen Meer sowie die konsequente Eindämmung der Meeresverschmutzung unerlässlich.
Aufnahme von Klaus Sanwald
Aktueller Ordner:
Vögel
Parallele Themen:
Alpendohle
Alpenschneehuhn
Alpenstrandläufer
Amsel
Amsel - Doku Repro 2017
Auerhuhn
Austernfischer
Bachstelze
Baikalente
Bartgeier
Bartmeise
Basstölpel
Baumfalke
Bekassine
Bergfink
Beutelmeise
Bienenfresser
Birkenzeisig
Birkhuhn
Bläßgans
Blässhuhn
Blaukehlchen
Blaumeise
Blaumerle
Blauracke
Bluthänfling
Blutspecht
Brachvogel
Brandgans
Brandseeschwalbe
Brauner Pelikan
Brauner Sichler
Braunkehlchen
Brautente
Bruchwasserläufer
Buchfink
Buntspecht
Bussard
Dohle
Dompfaff
Dorngrasmücke
Dreifarbreiher
Dreizehenmöwe
Dreizehenspecht
Drosselrohrsänger
Dunkler Wasserläufer
Eichelhäher
Eiderente
Eisente
Eissturmvogel
Eisvogel
Elster
Erlenzeisig
Falkenraubmöwe
Fasan
Fasanenkampf
Feldlerche
Feldschwirl
Feldsperling
Felsentaube
Fichtenkreuzschnabel
Fischadler
Fitis
Flamingo
Flußseeschwalbe
Flussregenpfeifer
Flussuferläufer
Gänsegeier
Gänsesäger
Gartenbaumläufer
Gartengrasmücke
Gartenrotschwanz
Gebirgstelze
Gerfalke
Girlitz
Goldammer
Goldregenpfeifer
Grünfink
Grünreiher
Grünschenkel
Grünspecht
Grauammer
Graugans
Graugans-Hybrid
Graureiher
Graureiher vs.Eisvogel&Blässhuhn
Grauschnäpper
Grauspecht
Große Brachvogel
Große Rohrdommel
Großtrappe
Höckerschwan
Habicht
Habichtskauz
Halsbandschnäpper
Haselhuhn
Haubenlerche
Haubenmeise
Haubentaucher
Hausrotschwanz
Haussperling
Heckenbraunelle
Heidelerche
Heringsmöwe
Hirtenregenpfeifer
Hohltaube
Hybridgans - Grau und Kanadagans
Ibis
Kampfläufer
Kanadagans
Kappenammer
Kernbeißer
Kiebitz
Klappergrasmücke
Kleiber
Kleiber Naturhöhle
Kleinspecht
Knäkente
Kohlmeise
Kolbenente
Kolkrabe
Kormoran
Kornweihe
Kranich
Krickente
Kuckuck
Kuhreiher
Kurzschnabelgans
Löffelente
Löffler
Lachmöwe
Lannerfalke
Mäusebussard
Mönchsgrasmücke
Mandarinente
Mantelmöwe
Mauerläufer
Mauersegler
Mehlschwalbe
Merlin
Misteldrossel
Mittelmeermöwe
Mittelspecht
Moorente
Moorschneehuhn
Mornellregenpfeifer
Nachtigall
Nachtreiher
Nebelkrähe
Neuntöter
Nilgans
Nilgans - Baumbrut
Nonnengans
Nymphensittich
Ohrentaucher
Ortolan
Pelikan
Pfau
Pfeifenente
Pfuhlschnepfe
Pirol
Prachttaucher
Purpurreiher
Rötelschwalbe
Rabenkrähe
Rallenreiher
Raubseeschwalbe
Raubwürger
Rauchschwalbe
Raufußkauz
Rebhuhn
Reiherente
Ringelgans
Ringeltaube
Rohrammer
Rohrweihe
Rosaflamingo
Rosalöffler
Rosenstar
Rossicus-Saatgans
Rostgans
Rotdrossel
Rotfußfalke
Rothalsgans
Rothalstaucher
Rothuhn (Alectoris rufa)
Rotkehlchen
Rotkehlpieper
Rotkopfwürger
Rotmilan
Rotschenkel
Rotschulterstärling
Säbelschnäbler
Saatgans
Saatkrähe
Sakerfalke
Sandregenpfeifer
Schafstelze
Scharlachsichler/Roter Ibis
Schellente
Schilfrohrsänger
Schleiereule
Schmutzgeier
Schnatterente
Schneeeule
Schneesichler
Schreiadler
Schwanzmeise
Schwarzbrauenalbatros
Schwarzhalstaucher
Schwarzkehlchen
Schwarzkopfmöve
Schwarzmilan
Schwarzschnabelstorch
Schwarzspecht
Schwarzstorch
Seeadler
Seeregenpfeifer
Seidenreiher
Seidenschwanz
Sichelstrandläufer
Silbermöwe
Silberreiher
Singdrossel
Singschwan
Skua
Sommergoldhähnchen
Sperber
Sperbereule
Sperlingskauz
Spießente
Spornammer
Star
Steinadler
Steinhuhn
Steinkauz
Steinschmätzer
Steinwälzer
Stelzenläufer
Sterntaucher
Stieglitz
Stockente
Stockente Hybrid
Strandpieper
Streifengans
Sturmmöwe
Sumpfmeise
Sumpfohreule
Türkentaube
Tafelente
Tahaweber
Tannenhäher
Tannenmeise
Teichhuhn
Teichrohrsänger
Trauerschnäpper
Trauerschwan
Trauerseeschwalbe
Triel
Trottellumme
Turmfalke
Turteltaube
Uferschnepfe
Uferschwalbe
Uhu
Uhu - Brutplatz in Gefahr 2016
Uhu als Kulturfolger
Uhu und Wildschwein
Unglückshäher
Wüstenbussard
Wachholderdrossel
Wachtel (Europäische)
Wachtelkönig
Waldbaumläufer
Waldkauz
Waldlaubsänger
Waldohreule
Waldrapp
Waldschnepfe
Waldwasserläufer
Wanderfalke
Wasseramsel
Wasserralle
Webervogel
Weißbartseeschwalbe
Weißkopf Seeadler
Weißstorch
Weißwangengans
Weidensperling
Wendehals
Wespenbussard
Wiedehopf
Wiesenpieper
Wiesenweihe
Wintergoldhähnchen
Zaunammer
Zaunkönig
Ziegenmelker
Zilpzalp
Zwergdommel
Zwergohreneule
Zwergsäger
Zwergschwan
Zwergseeschwalbe
Zwergstrandläufer
Zwergtaucher















