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Birkhuhn (Lyrurus tetrix)
Bild zum Eintrag (1134404-160)
Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) – Zwischen Morgendunst und stillem Rückzug

Noch liegt Nebel über der offenen Moorfläche. Die Luft ist kühl, fast reglos. Aus der Ferne erklingt ein leises Blubbern, ein Zischen, dann wieder Stille. Mit den ersten Lichtstreifen des Morgens tritt ein dunkler Umriss aus dem Dunst. Federn glänzen matt, Flügel werden gespreizt, der leierförmige Schwanz hebt sich. Für einen kurzen Moment gehört dieser Platz allein dem Birkhuhn. Seit Generationen kehrt es hierher zurück – an denselben Balzplatz, zur selben Jahreszeit, im Rhythmus der Natur. Doch der Raum um es herum ist kleiner geworden, stiller, verletzlicher.

Diese Szene, einst typisch für viele Hochlagen, Moore und offene Waldlandschaften Mitteleuropas, ist heute selten geworden.

Artbeschreibung

Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) ist eine charakteristische Vogelart der offenen und halboffenen Landschaften Europas und Asiens. Es gehört zur Familie der Raufußhühner und ist besonders an kühle, strukturreiche Lebensräume angepasst.

Männliche Birkhühner sind unverwechselbar: Ihr schwarzes, metallisch schimmerndes Gefieder, die weißen Flügelbinden und der namensgebende, lyraförmig gebogene Schwanz machen sie vor allem während der Balz auffällig. Über den Augen erinnern leuchtend rote Hautwülste an kleine Signallichter. Weibchen, auch Birkhennen genannt, sind deutlich unauffälliger gefärbt. Ihr braun gesprenkeltes Gefieder bietet eine hervorragende Tarnung im Bodenbewuchs – ein wichtiger Schutz während der Brutzeit.

Birkhühner leben überwiegend am Boden. Ihre Nahrung besteht aus Knospen, Blättern, Beeren, Samen und im Sommer auch aus Insekten. Besonders im Winter sind sie auf bestimmte Pflanzen wie Birken, Weiden oder Zwergsträucher angewiesen. Ihre Lebensräume sind Moore, Heiden, alpine Matten, lichte Wälder und Übergangszonen zwischen Wald und Offenland.

Ein zentrales Element ihres Lebenszyklus ist die Balz. Auf traditionellen Balzplätzen treffen sich die Männchen im Frühjahr, um mit Lauten, Körperhaltung und Bewegung um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu werben. Diese Plätze werden über viele Jahre genutzt und sind von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand der Art.

Perspektive des Birkhuhns im Wandel von Lebensraum und Klima

Das Birkhuhn ist ein sensibler Indikator für den Zustand seiner Umwelt. Dort, wo es verschwindet, haben sich Landschaften grundlegend verändert. Die Ursachen liegen vor allem im Verlust geeigneter Lebensräume. Moore wurden entwässert, offene Flächen verbuscht oder intensiv genutzt, lichte Wälder wurden dichter, homogener und artenärmer.

Hinzu kommen zunehmende Störungen durch Freizeitaktivitäten. Wintersport, Wanderwege, Tourismus und ganzjährige Nutzung ehemals ruhiger Gebiete führen dazu, dass Rückzugsräume schrumpfen. Besonders im Winter, wenn Energie lebenswichtig ist, können Störungen für Birkhühner existenzbedrohend sein.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklungen. Steigende Temperaturen verändern die Vegetation in Hochlagen, die Schneezeiten werden kürzer, Übergänge zwischen Jahreszeiten verschieben sich. Das Birkhuhn ist an kalte Winter und strukturreiche Landschaften angepasst. Wenn diese Bedingungen verschwinden, gerät sein fein abgestimmter Lebensrhythmus aus dem Gleichgewicht.

Langfristig steht das Birkhuhn vor der Herausforderung, sich in einer Landschaft zu behaupten, die immer weniger Platz für spezialisierte Arten bietet. Sein Überleben hängt davon ab, ob es gelingt, Lebensräume zu vernetzen, Störungen zu reduzieren und natürliche Prozesse wieder zuzulassen. Der Schutz des Birkhuhns ist damit immer auch ein Schutz für Moore, Berglandschaften und offene Waldstrukturen – und für die biologische Vielfalt insgesamt.

In der Aufnahme von Werner Oppermann
  • Birkhühner
Birkhahn in Balztracht
Bild zum Eintrag (1134405-160)
Lediglich 700 – 1200 Brutpaare stark so zeigt sich die verbliebene Gesamtpopulation des bayerischen Birkhuhns, einer Spezies die vom Aussterben bedroht ist. Hauptursächlich für diese Situation sind extreme Lebensraumveränderungen, uvm.

Im Gegensatz zum Auerwild der auch gerne im dichten Unterholz von Nadel- und Mischwald lebt, bevorzugen Birkhühner die offene Landschaft der Heide- und Moorregionen. Die Körperlänge des Birkhuhns beträgt bis etwas über 60 Zentimeter , das Gewicht liegt bei bis zu 1.800 Gramm.

Im zeitigen Frühjahr kommen die Birkhühner an Balzarenen zusammen um sich „zu finden“. Etwa Mitte bis Ende Mai beginnen die Birkhennen mit dem scharren einer Bodenmulde, die leicht ausgepolstert zur Aufnahmefläche der 6 – 10 Eier dient. Erbrütet wird das Gelege innerhalb 28 Tagen  fast ausnahmslos durch die Henne. Ebenfalls führt die Henne die Nestflüchtenden Küken über die nächsten Wochen bis die Jungbirkhühner im Oktober des Jahres in die endgültige Vollständigkeit übergehen.  

Neben Samen, Beeren und Trieben wird auch proteinreiche Nahrung in Form von Insekten und Würmern zu sich genommen.

In der Aufnahme von Dieter Eichstädt 
  • Birkhahn
Birkhähne
Bild zum Eintrag (1134406-160)
Birkhähne stellen sich den "Damen" in so genannten Balzarenen zur Schau.

Die äußerst gelungene Aufnahme von Dieter Eichstädt gewährt uns einen Einblick in den typischen Birkhuhnlebensraum. Heidelandschaften und ( Hoch ) Moore mit eingestreuten Hölzern sind bevorzugter Lebensraum für die in Deutschland sehr selten gewordenen Spezies.


Aufnahme von Dieter Eichstädt 
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