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Baumfalke (Falco subbuteo)
Bild zum Eintrag (1136021-160)
Der Baumfalke (Falco subbuteo)

Es ist ein warmer Sommerabend. Über einer weiten Wiese tanzen Libellen im goldenen Licht. Plötzlich durchschneidet ein schlanker Schatten die Luft – schnell, präzise und lautlos. Mit eleganten Flügelschlägen und rasanter Wendigkeit verfolgt er seine Beute. Ein kurzer Moment, ein gezielter Zugriff – dann steigt der Jäger wieder empor. Hoch oben zieht er seine Kreise, scheinbar schwerelos. Der Baumfalke ist unterwegs, ein Meister der Luft.

Artbeschreibung: Der Baumfalke (Falco subbuteo)

Der Baumfalke (Falco subbuteo) ist ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Falken (Falconidae). Er ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet und zählt zu den Langstreckenziehern. Den Winter verbringt er überwiegend im südlichen Afrika.

Mit einer Körperlänge von etwa 29–36 Zentimetern und einer Flügelspannweite von rund 70–85 Zentimetern wirkt der Baumfalke schlank und sichelflügelig. Sein Gefieder ist oberseits dunkelgrau bis schieferfarben. Die Unterseite ist hell mit dunkler Längsstreifung. Besonders auffällig sind die rostroten „Hosen“ an den Unterschenkeln sowie der dunkle Bartstreif im Gesicht.

Der Baumfalke ist ein ausgesprochener Luftjäger. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten wie Libellen und Käfern sowie aus kleinen Singvögeln, die er oft im schnellen Flug erbeutet. Dabei erreicht er hohe Geschwindigkeiten und zeigt beeindruckende Flugmanöver.

Als Brutplatz nutzt er meist alte Nester von Krähen oder anderen Vögeln in hohen Bäumen. Eigene Nester baut er nicht. Die Brutzeit beginnt im späten Frühjahr oder Frühsommer. In der Regel legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die etwa vier Wochen bebrütet werden.

Bevorzugte Lebensräume sind halboffene Landschaften mit Waldrändern, Feldgehölzen, Flussauen oder auch größere Parks – immer in Kombination mit offenen Flächen, die als Jagdgebiet dienen.

Perspektive des Baumfalken im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Baumfalke ist stark auf strukturreiche Landschaften angewiesen. Veränderungen in seinem Lebensraum wirken sich daher unmittelbar auf seine Bestände aus.

Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Verschwinden von Feldgehölzen und alten Baumbeständen sowie der Rückgang von Feuchtgebieten reduzieren geeignete Brut- und Jagdgebiete. Der Mangel an hohen Bäumen mit alten Krähennestern kann die Brutmöglichkeiten einschränken. Gleichzeitig führt der Einsatz von Pestiziden zu einem Rückgang großer Insekten – einer wichtigen Nahrungsquelle.

Klimawandel:

Veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster beeinflussen das Auftreten von Insekten und Zugvögeln, also potenzieller Beute. Mildere Frühjahre können zwar zu einem früheren Nahrungsangebot führen, doch wenn Ankunft aus den Überwinterungsgebieten und Nahrungsverfügbarkeit zeitlich nicht mehr zusammenpassen, kann dies den Bruterfolg beeinträchtigen. Zudem können extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder langanhaltende Hitzeperioden während der Brutzeit die Aufzucht der Jungvögel erschweren.

Langfristig hängt die Zukunft des Baumfalken davon ab, ob vielfältige Kulturlandschaften mit alten Baumbeständen, Hecken und artenreichen Wiesen erhalten bleiben. Schutz von Feuchtgebieten, nachhaltige Landwirtschaft und der Erhalt strukturreicher Landschaften tragen dazu bei, diesem eleganten Jäger auch künftig geeignete Lebensräume zu sichern.

In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Ruhender Baumfalke auf einem hohen Ansitz am Waldrand.
Baumfalke
Bild zum Eintrag (1136022-160)
In der Aufnahme von Johannes Rother
  •     Ruhender Baumfalke auf einem hohen Ansitz am Waldrand.
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