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Feldsperling
Bild zum Eintrag (1135573-160)
Der Feldsperling (Passer montanus) – ein vertrauter Vogel wird seltener

Ein leises Zwitschern liegt in der Luft, als sich eine kleine Gruppe Vögel in der Hecke am Feldrand niederlässt. Zwischen trockenen Halmen und knorrigen Zweigen hüpfen sie flink hin und her, stets in Bewegung. Einer der Vögel trägt eine Kastanie im Schnabel, verschwindet kurz in einer Baumhöhle und kehrt wenig später wieder zurück. Der Feldsperling gehört zu diesen unauffälligen Begleitern des ländlichen Raums, die man oft erst bemerkt, wenn ihr lebhaftes Treiben plötzlich fehlt.

Artbeschreibung

Der Feldsperling (Passer montanus) ist ein kleiner, kompakter Singvogel aus der Familie der Sperlinge. Er ähnelt dem bekannteren Haussperling, lässt sich jedoch gut an seinem braunen Kopf, den auffälligen schwarzen Wangenflecken und der weißen Halszeichnung erkennen. Mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 14 Zentimetern ist er etwas zierlicher gebaut.

Feldsperlinge leben meist in lockeren Gruppen und sind besonders außerhalb der Brutzeit gesellig. Sie ernähren sich überwiegend von Samen, Körnern und im Frühjahr sowie Sommer auch von Insekten, die vor allem für die Aufzucht der Jungvögel wichtig sind. Als Höhlenbrüter nutzen sie natürliche Baumhöhlen, alte Spechthöhlen, Mauerspalten oder auch speziell angebrachte Nistkästen.

Lebensraum, Veränderungen und Zukunftsperspektive


Der ursprüngliche Lebensraum des Feldsperlings sind strukturreiche Kulturlandschaften mit Feldern, Hecken, Streuobstwiesen, Waldrändern und kleinen Gehölzen. Solche abwechslungsreichen Lebensräume boten ausreichend Nahrung, Brutplätze und Schutz vor Witterung und Feinden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich diese Bedingungen jedoch stark verändert. Durch intensive Landwirtschaft, den Verlust von Hecken und alten Bäumen sowie den Rückgang von Brachflächen gehen wichtige Nahrungs- und Nistmöglichkeiten verloren. Versiegelte Flächen und aufgeräumte Landschaften lassen dem Feldsperling immer weniger Raum.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse beeinflussen das Insektenangebot, das für die Jungenaufzucht entscheidend ist. Gleichzeitig können verschobene Jahreszeiten den Zeitpunkt der Brut mit dem Nahrungsangebot aus dem Gleichgewicht bringen.

Trotz seiner Anpassungsfähigkeit gilt der Feldsperling heute vielerorts als rückläufig. Seine Zukunft hängt davon ab, ob strukturreiche Lebensräume erhalten und gefördert werden. Der Schutz alter Bäume, das Anlegen von Hecken, der Erhalt von Feldrändern sowie das Bereitstellen von Nistkästen können dazu beitragen, dem Feldsperling auch in Zukunft einen Platz in unserer Landschaft zu sichern.

In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Kleine Sperlingsgruppe am Feldrand auf Nahrungssuche
Der Feldsperling (Passer montanus) – ein vertrauter Vogel wird seltener
Bild zum Eintrag (1135575-160)
In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Ein vertrauter Vogel der Kulturlandschaft – heute vielerorts selten geworden
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