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Bild zum Eintrag (1144003-160)
Das Rebhuhn (Perdix perdix): Chronik eines schleichenden Abschieds

Es war einmal der Charaktervogel unserer Kulturlandschaft: Wer früher über die Felder spazierte, hörte im Frühjahr fast ununterbrochen das markante, knarzende „Schriek-schriek“ der Rebhähne. Heute herrscht auf den intensiv genutzten Agrarflächen oft Totenstille. Das Rebhuhn befindet sich im dramatischen Sturzflug – ein Niedergang, der wie kaum ein anderer das Sterben der biologischen Vielfalt vor unserer Haustür symbolisiert.


Der Steckbrief: Ein Leben im Verborgenen

Das Rebhuhn ist ein bodenlebender Hühnervogel, der perfekt an das Leben im offenen Gelände angepasst ist.

  •     Aussehen: Mit seinem rundlichen Körper, dem braun-grau gemusterten Gefieder und dem kastanienbraunen Fleck auf dem Bauch (dem „Schild“, der vor allem bei Hähnen stark ausgeprägt ist) ist es auf dem Erdboden meisterhaft getarnt.

  •     Verhalten: Rebhühner sind Standvögel und extrem standorttreu. Den Winter verbringen sie in Familienverbänden, sogenannten „Ketten“. Sie fliegen nur ungern und bei Gefahr auf – stattdessen ducken sie sich flach auf den Boden oder flüchten zu Fuß in die nächste Deckung.

  •     Ernährung: Während erwachsene Vögel sich überwiegend von Pflanzenteilen, Sämereien und Wildkräutern ernähren, sind die frisch geschlüpften Küken in den ersten Lebenswochen zwingend auf proteinreiche Insektennahrung (Ameisen, Käfer, Blattläuse) angewiesen.


Die Ursachen des Niedergangs: Ein tödlicher Mix

Der Niedergang des Rebhuhns ist kein natürlicher Prozess, sondern die direkte Folge der radikalen Veränderung unserer Agrarlandschaft in den letzten Jahrzehnten. Die Populationen sind europaweit um über 90 Prozent eingebrochen. Die Hauptgründe dafür sind:

1. Verlust von Lebensraum und Deckung (Die ausgeräumte Landschaft)

Durch die Zusammenlegung von Äckern zu riesigen Monokulturen sind schützende Landschaftselemente fast vollständig verschwunden. Rebhühner brauchen ein Mosaik aus Feldern, Brachen und Hecken. Fehlen diese, sind sie schutzlos dem Wetter und Fressfeinden ausgeliefert.

2. Das „Säubern“ der Wegränder und Flurwegsäume
Flurwegsäume und Feldraine waren einst die Rettungsanker der Natur. Heute werden sie oft bis an die Reifenspur totgemulcht. Das rigorose und häufige Mähen vernichtet genau die Altgrasstreifen und Wildkrautbestände, in denen das Rebhuhn sein Nest am Boden errichtet. Wird während der Brutzeit gemulcht, werden Nester und Jungvögel direkt zerhäckselt.

3. Akuter Nahrungsmangel durch Pestizideinsatz

Der großflächige Einsatz von Herbiziden vernichtet die Wildkräuter, deren Samen die Altvögel fressen. Noch schlimmer wiegt der Einsatz von Insektiziden: Er führt zu einem drastischen Insektensterben. Die Rebhuhnküken finden schlichtweg nicht mehr genug Nahrung und verhungern in ihren ersten Lebenstagen entkräftet im Feld.

4. Erhöhter Prationsdruck

In einer ausgeräumten Landschaft ohne schützende Deckung haben Beutegreifer wie der Fuchs oder die Rabenkrähe leichtes Spiel. Das Rebhuhn findet keine Verstecke mehr, um sich oder sein Gelege erfolgreich zu verbergen.

Perspektiven: Wie können wir den Trend stoppen?

Das Rebhuhn steht stellvertretend für den Zustand unserer gesamten Feldflur. Seinen Niedergang aufzuhalten, erfordert ein Umdenken in der Landschaftspflege und Landwirtschaft:

  •     Mulch-Stopp während der Brutzeit: Kommunen und Landwirte müssen Wegränder schonen. Ein extensives Mähen (z. B. erst im Spätsommer oder abschnittsweise) lässt Rückzugsräume intakt.

  •     Anlage von Blühstreifen und Brachen: Spezielle „Rebhuhn-Schutzstreifen“ mit heimischen Wildkräutern bieten das ganze Jahr über Nahrung und Deckung.

  •     Förderung der Vielfalt: Eine Rückkehr zu kleineren Ackerschlägen und abwechslungsreichen Fruchtfolgen schafft die Strukturen, die dieser faszinierende Vogel zum Überleben braucht.


In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Keine Aufnahmen für "schwache Nerven"  - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.

Stand
26.10.2010
Rebhuhndetails
Bild zum Eintrag (1144005-160)
In der Aufnahme von Albert Meier 
  •         Keine Aufnahmen für "schwache Nerven"  - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
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In der Aufnahme von Albert Meier 
  •     Keine Aufnahmen für "schwache Nerven"  - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
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In der Aufnahme von Albert Meier 
  •         Keine Aufnahmen für "schwache Nerven"  - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
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