Rebhuhndetails
Das Rebhuhn (Perdix perdix): Chronik eines schleichenden Abschieds
Es war einmal der Charaktervogel unserer Kulturlandschaft: Wer früher über die Felder spazierte, hörte im Frühjahr fast ununterbrochen das markante, knarzende „Schriek-schriek“ der Rebhähne. Heute herrscht auf den intensiv genutzten Agrarflächen oft Totenstille. Das Rebhuhn befindet sich im dramatischen Sturzflug – ein Niedergang, der wie kaum ein anderer das Sterben der biologischen Vielfalt vor unserer Haustür symbolisiert.
Der Steckbrief: Ein Leben im Verborgenen
Das Rebhuhn ist ein bodenlebender Hühnervogel, der perfekt an das Leben im offenen Gelände angepasst ist.
Die Ursachen des Niedergangs: Ein tödlicher Mix
Der Niedergang des Rebhuhns ist kein natürlicher Prozess, sondern die direkte Folge der radikalen Veränderung unserer Agrarlandschaft in den letzten Jahrzehnten. Die Populationen sind europaweit um über 90 Prozent eingebrochen. Die Hauptgründe dafür sind:
1. Verlust von Lebensraum und Deckung (Die ausgeräumte Landschaft)
Durch die Zusammenlegung von Äckern zu riesigen Monokulturen sind schützende Landschaftselemente fast vollständig verschwunden. Rebhühner brauchen ein Mosaik aus Feldern, Brachen und Hecken. Fehlen diese, sind sie schutzlos dem Wetter und Fressfeinden ausgeliefert.
2. Das „Säubern“ der Wegränder und Flurwegsäume
Flurwegsäume und Feldraine waren einst die Rettungsanker der Natur. Heute werden sie oft bis an die Reifenspur totgemulcht. Das rigorose und häufige Mähen vernichtet genau die Altgrasstreifen und Wildkrautbestände, in denen das Rebhuhn sein Nest am Boden errichtet. Wird während der Brutzeit gemulcht, werden Nester und Jungvögel direkt zerhäckselt.
3. Akuter Nahrungsmangel durch Pestizideinsatz
Der großflächige Einsatz von Herbiziden vernichtet die Wildkräuter, deren Samen die Altvögel fressen. Noch schlimmer wiegt der Einsatz von Insektiziden: Er führt zu einem drastischen Insektensterben. Die Rebhuhnküken finden schlichtweg nicht mehr genug Nahrung und verhungern in ihren ersten Lebenstagen entkräftet im Feld.
4. Erhöhter Prationsdruck
In einer ausgeräumten Landschaft ohne schützende Deckung haben Beutegreifer wie der Fuchs oder die Rabenkrähe leichtes Spiel. Das Rebhuhn findet keine Verstecke mehr, um sich oder sein Gelege erfolgreich zu verbergen.
Perspektiven: Wie können wir den Trend stoppen?
Das Rebhuhn steht stellvertretend für den Zustand unserer gesamten Feldflur. Seinen Niedergang aufzuhalten, erfordert ein Umdenken in der Landschaftspflege und Landwirtschaft:
In der Aufnahme von Albert Meier
Stand
26.10.2010
Es war einmal der Charaktervogel unserer Kulturlandschaft: Wer früher über die Felder spazierte, hörte im Frühjahr fast ununterbrochen das markante, knarzende „Schriek-schriek“ der Rebhähne. Heute herrscht auf den intensiv genutzten Agrarflächen oft Totenstille. Das Rebhuhn befindet sich im dramatischen Sturzflug – ein Niedergang, der wie kaum ein anderer das Sterben der biologischen Vielfalt vor unserer Haustür symbolisiert.
Der Steckbrief: Ein Leben im Verborgenen
Das Rebhuhn ist ein bodenlebender Hühnervogel, der perfekt an das Leben im offenen Gelände angepasst ist.
- Aussehen: Mit seinem rundlichen Körper, dem braun-grau gemusterten Gefieder und dem kastanienbraunen Fleck auf dem Bauch (dem „Schild“, der vor allem bei Hähnen stark ausgeprägt ist) ist es auf dem Erdboden meisterhaft getarnt.
- Verhalten: Rebhühner sind Standvögel und extrem standorttreu. Den Winter verbringen sie in Familienverbänden, sogenannten „Ketten“. Sie fliegen nur ungern und bei Gefahr auf – stattdessen ducken sie sich flach auf den Boden oder flüchten zu Fuß in die nächste Deckung.
- Ernährung: Während erwachsene Vögel sich überwiegend von Pflanzenteilen, Sämereien und Wildkräutern ernähren, sind die frisch geschlüpften Küken in den ersten Lebenswochen zwingend auf proteinreiche Insektennahrung (Ameisen, Käfer, Blattläuse) angewiesen.
Die Ursachen des Niedergangs: Ein tödlicher Mix
Der Niedergang des Rebhuhns ist kein natürlicher Prozess, sondern die direkte Folge der radikalen Veränderung unserer Agrarlandschaft in den letzten Jahrzehnten. Die Populationen sind europaweit um über 90 Prozent eingebrochen. Die Hauptgründe dafür sind:
1. Verlust von Lebensraum und Deckung (Die ausgeräumte Landschaft)
Durch die Zusammenlegung von Äckern zu riesigen Monokulturen sind schützende Landschaftselemente fast vollständig verschwunden. Rebhühner brauchen ein Mosaik aus Feldern, Brachen und Hecken. Fehlen diese, sind sie schutzlos dem Wetter und Fressfeinden ausgeliefert.
2. Das „Säubern“ der Wegränder und Flurwegsäume
Flurwegsäume und Feldraine waren einst die Rettungsanker der Natur. Heute werden sie oft bis an die Reifenspur totgemulcht. Das rigorose und häufige Mähen vernichtet genau die Altgrasstreifen und Wildkrautbestände, in denen das Rebhuhn sein Nest am Boden errichtet. Wird während der Brutzeit gemulcht, werden Nester und Jungvögel direkt zerhäckselt.
3. Akuter Nahrungsmangel durch Pestizideinsatz
Der großflächige Einsatz von Herbiziden vernichtet die Wildkräuter, deren Samen die Altvögel fressen. Noch schlimmer wiegt der Einsatz von Insektiziden: Er führt zu einem drastischen Insektensterben. Die Rebhuhnküken finden schlichtweg nicht mehr genug Nahrung und verhungern in ihren ersten Lebenstagen entkräftet im Feld.
4. Erhöhter Prationsdruck
In einer ausgeräumten Landschaft ohne schützende Deckung haben Beutegreifer wie der Fuchs oder die Rabenkrähe leichtes Spiel. Das Rebhuhn findet keine Verstecke mehr, um sich oder sein Gelege erfolgreich zu verbergen.
Perspektiven: Wie können wir den Trend stoppen?
Das Rebhuhn steht stellvertretend für den Zustand unserer gesamten Feldflur. Seinen Niedergang aufzuhalten, erfordert ein Umdenken in der Landschaftspflege und Landwirtschaft:
- Mulch-Stopp während der Brutzeit: Kommunen und Landwirte müssen Wegränder schonen. Ein extensives Mähen (z. B. erst im Spätsommer oder abschnittsweise) lässt Rückzugsräume intakt.
- Anlage von Blühstreifen und Brachen: Spezielle „Rebhuhn-Schutzstreifen“ mit heimischen Wildkräutern bieten das ganze Jahr über Nahrung und Deckung.
- Förderung der Vielfalt: Eine Rückkehr zu kleineren Ackerschlägen und abwechslungsreichen Fruchtfolgen schafft die Strukturen, die dieser faszinierende Vogel zum Überleben braucht.
In der Aufnahme von Albert Meier
- Keine Aufnahmen für "schwache Nerven" - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
Stand
26.10.2010
Rebhuhndetails
In der Aufnahme von Albert Meier
- Keine Aufnahmen für "schwache Nerven" - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
Rebhuhndetails
In der Aufnahme von Albert Meier
- Keine Aufnahmen für "schwache Nerven" - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
Rebhuhndetails
In der Aufnahme von Albert Meier
- Keine Aufnahmen für "schwache Nerven" - jedoch eine Chance zur Nahaufnahme der charakteristischen Merkmale des Rebhuhns.
Aktueller Ordner:
Vögel
Parallele Themen:
Alpendohle
Alpenschneehuhn
Alpenstrandläufer
Amsel
Amsel - Doku Repro 2017
Auerhuhn
Austernfischer
Bachstelze
Baikalente
Bartgeier
Bartmeise
Basstölpel
Baumfalke
Bekassine
Bergfink
Beutelmeise
Bienenfresser
Birkenzeisig
Birkhuhn
Bläßgans
Blässhuhn
Blaukehlchen
Blaumeise
Blaumerle
Blauracke
Bluthänfling
Blutspecht
Brachvogel
Brandgans
Brandseeschwalbe
Brauner Pelikan
Brauner Sichler
Braunkehlchen
Brautente
Bruchwasserläufer
Buchfink
Buntspecht
Bussard
Dohle
Dompfaff
Dorngrasmücke
Dreifarbreiher
Dreizehenmöwe
Dreizehenspecht
Drosselrohrsänger
Dunkler Wasserläufer
Eichelhäher
Eiderente
Eisente
Eissturmvogel
Eisvogel
Elster
Erlenzeisig
Falkenraubmöwe
Fasan
Fasanenkampf
Feldlerche
Feldschwirl
Feldsperling
Felsentaube
Fichtenkreuzschnabel
Fischadler
Fitis
Flamingo
Flußseeschwalbe
Flussregenpfeifer
Flussuferläufer
Gänsegeier
Gänsesäger
Gartenbaumläufer
Gartengrasmücke
Gartenrotschwanz
Gebirgstelze
Gerfalke
Girlitz
Goldammer
Goldregenpfeifer
Grünfink
Grünreiher
Grünschenkel
Grünspecht
Grauammer
Graugans
Graugans-Hybrid
Graureiher
Graureiher vs.Eisvogel&Blässhuhn
Grauschnäpper
Grauspecht
Große Brachvogel
Große Rohrdommel
Großtrappe
Höckerschwan
Habicht
Habichtskauz
Halsbandschnäpper
Haselhuhn
Haubenlerche
Haubenmeise
Haubentaucher
Hausrotschwanz
Haussperling
Heckenbraunelle
Heidelerche
Heringsmöwe
Hirtenregenpfeifer
Hohltaube
Hybridgans - Grau und Kanadagans
Ibis
Kampfläufer
Kanadagans
Kappenammer
Kernbeißer
Kiebitz
Klappergrasmücke
Kleiber
Kleiber Naturhöhle
Kleinspecht
Knäkente
Kohlmeise
Kolbenente
Kolkrabe
Kormoran
Kornweihe
Kranich
Krickente
Kuckuck
Kuhreiher
Kurzschnabelgans
Löffelente
Löffler
Lachmöwe
Lannerfalke
Mäusebussard
Mönchsgrasmücke
Mandarinente
Mantelmöwe
Mauerläufer
Mauersegler
Mehlschwalbe
Merlin
Misteldrossel
Mittelmeermöwe
Mittelspecht
Moorente
Moorschneehuhn
Mornellregenpfeifer
Nachtigall
Nachtreiher
Nebelkrähe
Neuntöter
Nilgans
Nilgans - Baumbrut
Nonnengans
Nymphensittich
Ohrentaucher
Ortolan
Pelikan
Pfau
Pfeifenente
Pfuhlschnepfe
Pirol
Prachttaucher
Purpurreiher
Rötelschwalbe
Rabenkrähe
Rallenreiher
Raubseeschwalbe
Raubwürger
Rauchschwalbe
Raufußkauz
Rebhuhn
Reiherente
Ringelgans
Ringeltaube
Rohrammer
Rohrweihe
Rosaflamingo
Rosalöffler
Rosenstar
Rossicus-Saatgans
Rostgans
Rotdrossel
Rotfußfalke
Rothalsgans
Rothalstaucher
Rothuhn (Alectoris rufa)
Rotkehlchen
Rotkehlpieper
Rotkopfwürger
Rotmilan
Rotschenkel
Rotschulterstärling
Säbelschnäbler
Saatgans
Saatkrähe
Sakerfalke
Sandregenpfeifer
Schafstelze
Scharlachsichler/Roter Ibis
Schellente
Schilfrohrsänger
Schleiereule
Schmutzgeier
Schnatterente
Schneeeule
Schneesichler
Schreiadler
Schwanzmeise
Schwarzbrauenalbatros
Schwarzhalstaucher
Schwarzkehlchen
Schwarzkopfmöve
Schwarzmilan
Schwarzschnabelstorch
Schwarzspecht
Schwarzstorch
Seeadler
Seeregenpfeifer
Seidenreiher
Seidenschwanz
Sichelstrandläufer
Silbermöwe
Silberreiher
Singdrossel
Singschwan
Skua
Sommergoldhähnchen
Sperber
Sperbereule
Sperlingskauz
Spießente
Spornammer
Star
Steinadler
Steinhuhn
Steinkauz
Steinschmätzer
Steinwälzer
Stelzenläufer
Sterntaucher
Stieglitz
Stockente
Stockente Hybrid
Strandpieper
Streifengans
Sturmmöwe
Sumpfmeise
Sumpfohreule
Türkentaube
Tafelente
Tahaweber
Tannenhäher
Tannenmeise
Teichhuhn
Teichrohrsänger
Trauerschnäpper
Trauerschwan
Trauerseeschwalbe
Triel
Trottellumme
Turmfalke
Turteltaube
Uferschnepfe
Uferschwalbe
Uhu
Uhu - Brutplatz in Gefahr 2016
Uhu als Kulturfolger
Uhu und Wildschwein
Unglückshäher
Wüstenbussard
Wachholderdrossel
Wachtel (Europäische)
Wachtelkönig
Waldbaumläufer
Waldkauz
Waldlaubsänger
Waldohreule
Waldrapp
Waldschnepfe
Waldwasserläufer
Wanderfalke
Wandertaube (Ectopistes migratorius)
Wasseramsel
Wasserralle
Webervogel
Weißbartseeschwalbe
Weißkopf Seeadler
Weißstorch
Weißwangengans
Weidensperling
Wendehals
Wespenbussard
Wiedehopf
Wiesenpieper
Wiesenweihe
Wintergoldhähnchen
Zaunammer
Zaunkönig
Ziegenmelker
Zilpzalp
Zwergdommel
Zwergohreneule
Zwergsäger
Zwergschwan
Zwergseeschwalbe
Zwergstrandläufer
Zwergtaucher















