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Die ersten Stare sammeln sich
Die ersten Stare sammeln sich
Ende August verändert sich die Landschaft fast unmerklich. Die Tage werden kürzer, auf den Feldern ist vielerorts die Ernte eingebracht, und am frühen Morgen liegt bereits ein Hauch von Herbst in der Luft. Wer jetzt den Blick nach oben richtet, kann auf Hochspannungsleitungen ein besonderes Schauspiel entdecken: Die ersten Stare (Sturnus vulgaris) sammeln sich.
Zunächst sitzen nur wenige Vögel auf den Leitungen. Doch nach und nach kommen weitere hinzu. Aus einzelnen schwarzen Punkten entsteht eine lange, lebendige Reihe. Immer wieder starten kleinere Gruppen, drehen eine Runde über den Feldern und kehren zu den wartenden Artgenossen zurück.
Für Artenschutz in Franken® sind diese Ansammlungen sichtbare Zeichen des jahreszeitlichen Wandels. Die Brutzeit liegt weitgehend hinter den Vögeln, viele Jungstare sind selbstständig und die Zeit der großen Gemeinschaften beginnt.
Nach der Brutzeit beginnt das Leben im Schwarm
Während der Brutzeit konzentrieren sich die Starenpaare auf ihre Nisthöhlen und die Versorgung des Nachwuchses. Sobald die Jungvögel ausgeflogen sind, schließen sie sich mit anderen Staren zusammen. Aus Familienverbänden entwickeln sich größere Trupps, die gemeinsam nach ergiebigen Nahrungsflächen und geeigneten Ruheplätzen suchen.
Ende August können solche Ansammlungen bereits beachtliche Ausmaße erreichen. Nicht jeder Schwarm befindet sich allerdings schon unmittelbar auf dem Weg in sein endgültiges Winterquartier. Ein Teil der beobachteten Bewegungen gehört zunächst zum sogenannten Zwischenzug und zur weiträumigen Nahrungssuche nach Abschluss der Brutzeit.
Vor allem Jungvögel können sich schon im Sommer deutlich von ihrem Geburtsort entfernen. Später gehen diese Bewegungen allmählich in den eigentlichen Herbstzug über. Die Sammlung auf einer Hochspannungsleitung darf deshalb als Vorbereitung und mögliches frühes Zeichen des Vogelzuges verstanden werden – nicht zwangsläufig als unmittelbar bevorstehender gemeinsamer Abflug aller anwesenden Tiere.
Die Hochspannungsleitung als spätsommerlicher Treffpunkt
Technische Strukturen gehören längst zum Erscheinungsbild unserer Kulturlandschaft. Für die Stare werden die hoch über dem Boden verlaufenden Leitungen zeitweise zu weithin sichtbaren Sammel- und Ruheplätzen.
Von hier aus können die Vögel die Umgebung überblicken, Kontakt zu weiteren Trupps aufnehmen und gemeinsam zu abgeernteten Feldern, kurzrasigen Wiesen oder anderen ergiebigen Nahrungsflächen aufbrechen. Kommen neue Stare hinzu, rücken die sitzenden Tiere enger zusammen. Die Leitung verwandelt sich für kurze Zeit in eine fast endlose Notenzeile, auf der die Vögel wie lebendige Zeichen des nahenden Herbstes erscheinen.
So eindrucksvoll dieses Bild auch wirkt, eine Hochspannungsleitung ist kein Ersatz für einen intakten Lebensraum. Sie bietet lediglich eine vorübergehende Sitzwarte. Nahrung, geschützte Schlafplätze und sichere Rastgebiete müssen die Stare weiterhin in der umgebenden Landschaft finden.
Nicht alle Stare ziehen gleich weit
Der Star ist kein Zugvogel mit einem für alle Tiere einheitlichen Verhalten. Je nach Herkunftsgebiet, Witterung und Nahrungsangebot kann er als Standvogel, Teilzieher oder Kurzstreckenzieher auftreten.
Einige Stare bleiben auch im Winter in Deutschland oder weichen nur kleinräumig aus. Andere ziehen in Richtung West- und Südeuropa. Gleichzeitig können Vögel aus nördlicheren und östlicheren Regionen bei uns durchziehen oder den Winter in Mitteleuropa verbringen.
Die Stare, die wir Ende August in Franken auf den Leitungen beobachten, müssen deshalb nicht zwangsläufig alle dasselbe Ziel haben. Ihre gemeinsame Sammlung verbindet unterschiedliche Altersgruppen, Herkunftsgebiete und spätere Zugstrategien.
Sicherheit durch Gemeinschaft
Das Leben im Schwarm bietet den Staren mehrere Vorteile. Viele Augen erkennen einen herannahenden Greifvogel früher als ein einzelnes Tier. Bei einem Angriff reagieren die Vögel innerhalb kürzester Zeit auf die Bewegungen ihrer Nachbarn. Dadurch entstehen jene eindrucksvollen Formationen, in denen sich ein Schwarm scheinbar wie ein einziger großer Organismus bewegt.
Auch die Nahrungssuche kann in der Gemeinschaft erfolgreicher sein. Entdeckt ein Teil des Schwarms eine ergiebige Fläche, folgen häufig weitere Tiere. Besonders attraktiv sind kurzrasige Wiesen, Weiden, Streuobstflächen und abgeerntete Felder, auf denen die Stare Insekten, Würmer, Früchte und andere Nahrung erreichen können.
Im Laufe des Abends können sich mehrere kleinere Trupps zu größeren Gemeinschaften zusammenschließen und anschließend gemeinsam einen Schlafplatz aufsuchen. Solche Schlafplätze befinden sich beispielsweise in dichten Gehölzen oder größeren Schilfbeständen.
Ein vertrauter Vogel unter zunehmendem Druck
Der Star gehört zu den bekanntesten Vögeln unserer Kulturlandschaft. Seine großen Schwärme können den Eindruck vermitteln, seine Bestände seien überall stabil. Doch die Zahl der sichtbaren Tiere an einem Sammelplatz lässt keine direkten Rückschlüsse auf die Entwicklung der Brutbestände zu.
Gerade weil sich Stare nach der Brutzeit aus einem weiten Umfeld zusammenfinden, können an einem Ort sehr viele Tiere erscheinen, obwohl die Art andernorts geeignete Brut- und Nahrungsräume verliert. In Bayern wird der Star als gefährdet geführt.
Zu den wesentlichen Belastungen gehören die Intensivierung der Landwirtschaft, der Rückgang von Insekten und der Verlust geeigneter Bruthöhlen. Alte Obstbäume, Höhlenbäume, lichte Waldränder, Weideflächen und strukturreiche Ortsränder verschwinden oder werden voneinander getrennt. Gebäudesanierungen verschließen zusätzliche Nischen, die zuvor als Brutplätze dienten.
Was Stare in unserer Landschaft benötigen
Artenschutz in Franken® setzt sich für eine Landschaft ein, die den Staren nicht nur während des Vogelzuges, sondern während ihres gesamten Jahreszyklus geeignete Bedingungen bietet. Dazu gehören alte Bäume mit natürlichen Höhlen, fachgerecht angebrachte Nisthilfen, extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden sowie insektenreiche Säume.
Auch Streuobstbestände, Hecken und einzelne Gehölzgruppen sind von Bedeutung. Sie bieten Nahrung, Schutz und wichtige Verbindungselemente zwischen den unterschiedlichen Lebensräumen. Pestizidarme oder pestizidfreie Flächen und eine größere Vielfalt in der landwirtschaftlich genutzten Landschaft kommen nicht nur den Staren, sondern zahlreichen weiteren Vogel- und Insektenarten zugute.
Wenn der Herbst auf der Leitung Platz nimmt
Noch ist der Sommer nicht vorüber. Doch die Ansammlung der Stare zeigt uns, dass die nächste Jahreszeit bereits begonnen hat, ihre Zeichen in die Landschaft zu schreiben.
Vielleicht werden morgen noch mehr Vögel auf der Hochspannungsleitung sitzen. Vielleicht ist die Reihe plötzlich wieder verschwunden, weil sich der Schwarm zu einer neuen Nahrungsfläche oder bereits ein Stück weiter in Richtung Winterquartier bewegt hat.
Für Artenschutz in Franken® liegt gerade darin die besondere Faszination des Vogelzuges: Er ist kein einzelner Moment, sondern eine über Wochen verlaufende Bewegung. Sie beginnt mit kleinen Veränderungen – mit kürzeren Tagen, unruhiger werdenden Vogelgruppen und den ersten Staren, die sich Ende August hoch über unseren Köpfen versammeln.
In der Aufnahme vom 30.08.2026
- Spätsommerliche Vorzeichen des Vogelzuges
Ende August verändert sich die Landschaft fast unmerklich. Die Tage werden kürzer, auf den Feldern ist vielerorts die Ernte eingebracht, und am frühen Morgen liegt bereits ein Hauch von Herbst in der Luft. Wer jetzt den Blick nach oben richtet, kann auf Hochspannungsleitungen ein besonderes Schauspiel entdecken: Die ersten Stare (Sturnus vulgaris) sammeln sich.
Zunächst sitzen nur wenige Vögel auf den Leitungen. Doch nach und nach kommen weitere hinzu. Aus einzelnen schwarzen Punkten entsteht eine lange, lebendige Reihe. Immer wieder starten kleinere Gruppen, drehen eine Runde über den Feldern und kehren zu den wartenden Artgenossen zurück.
Für Artenschutz in Franken® sind diese Ansammlungen sichtbare Zeichen des jahreszeitlichen Wandels. Die Brutzeit liegt weitgehend hinter den Vögeln, viele Jungstare sind selbstständig und die Zeit der großen Gemeinschaften beginnt.
Nach der Brutzeit beginnt das Leben im Schwarm
Während der Brutzeit konzentrieren sich die Starenpaare auf ihre Nisthöhlen und die Versorgung des Nachwuchses. Sobald die Jungvögel ausgeflogen sind, schließen sie sich mit anderen Staren zusammen. Aus Familienverbänden entwickeln sich größere Trupps, die gemeinsam nach ergiebigen Nahrungsflächen und geeigneten Ruheplätzen suchen.
Ende August können solche Ansammlungen bereits beachtliche Ausmaße erreichen. Nicht jeder Schwarm befindet sich allerdings schon unmittelbar auf dem Weg in sein endgültiges Winterquartier. Ein Teil der beobachteten Bewegungen gehört zunächst zum sogenannten Zwischenzug und zur weiträumigen Nahrungssuche nach Abschluss der Brutzeit.
Vor allem Jungvögel können sich schon im Sommer deutlich von ihrem Geburtsort entfernen. Später gehen diese Bewegungen allmählich in den eigentlichen Herbstzug über. Die Sammlung auf einer Hochspannungsleitung darf deshalb als Vorbereitung und mögliches frühes Zeichen des Vogelzuges verstanden werden – nicht zwangsläufig als unmittelbar bevorstehender gemeinsamer Abflug aller anwesenden Tiere.
Die Hochspannungsleitung als spätsommerlicher Treffpunkt
Technische Strukturen gehören längst zum Erscheinungsbild unserer Kulturlandschaft. Für die Stare werden die hoch über dem Boden verlaufenden Leitungen zeitweise zu weithin sichtbaren Sammel- und Ruheplätzen.
Von hier aus können die Vögel die Umgebung überblicken, Kontakt zu weiteren Trupps aufnehmen und gemeinsam zu abgeernteten Feldern, kurzrasigen Wiesen oder anderen ergiebigen Nahrungsflächen aufbrechen. Kommen neue Stare hinzu, rücken die sitzenden Tiere enger zusammen. Die Leitung verwandelt sich für kurze Zeit in eine fast endlose Notenzeile, auf der die Vögel wie lebendige Zeichen des nahenden Herbstes erscheinen.
So eindrucksvoll dieses Bild auch wirkt, eine Hochspannungsleitung ist kein Ersatz für einen intakten Lebensraum. Sie bietet lediglich eine vorübergehende Sitzwarte. Nahrung, geschützte Schlafplätze und sichere Rastgebiete müssen die Stare weiterhin in der umgebenden Landschaft finden.
Nicht alle Stare ziehen gleich weit
Der Star ist kein Zugvogel mit einem für alle Tiere einheitlichen Verhalten. Je nach Herkunftsgebiet, Witterung und Nahrungsangebot kann er als Standvogel, Teilzieher oder Kurzstreckenzieher auftreten.
Einige Stare bleiben auch im Winter in Deutschland oder weichen nur kleinräumig aus. Andere ziehen in Richtung West- und Südeuropa. Gleichzeitig können Vögel aus nördlicheren und östlicheren Regionen bei uns durchziehen oder den Winter in Mitteleuropa verbringen.
Die Stare, die wir Ende August in Franken auf den Leitungen beobachten, müssen deshalb nicht zwangsläufig alle dasselbe Ziel haben. Ihre gemeinsame Sammlung verbindet unterschiedliche Altersgruppen, Herkunftsgebiete und spätere Zugstrategien.
Sicherheit durch Gemeinschaft
Das Leben im Schwarm bietet den Staren mehrere Vorteile. Viele Augen erkennen einen herannahenden Greifvogel früher als ein einzelnes Tier. Bei einem Angriff reagieren die Vögel innerhalb kürzester Zeit auf die Bewegungen ihrer Nachbarn. Dadurch entstehen jene eindrucksvollen Formationen, in denen sich ein Schwarm scheinbar wie ein einziger großer Organismus bewegt.
Auch die Nahrungssuche kann in der Gemeinschaft erfolgreicher sein. Entdeckt ein Teil des Schwarms eine ergiebige Fläche, folgen häufig weitere Tiere. Besonders attraktiv sind kurzrasige Wiesen, Weiden, Streuobstflächen und abgeerntete Felder, auf denen die Stare Insekten, Würmer, Früchte und andere Nahrung erreichen können.
Im Laufe des Abends können sich mehrere kleinere Trupps zu größeren Gemeinschaften zusammenschließen und anschließend gemeinsam einen Schlafplatz aufsuchen. Solche Schlafplätze befinden sich beispielsweise in dichten Gehölzen oder größeren Schilfbeständen.
Ein vertrauter Vogel unter zunehmendem Druck
Der Star gehört zu den bekanntesten Vögeln unserer Kulturlandschaft. Seine großen Schwärme können den Eindruck vermitteln, seine Bestände seien überall stabil. Doch die Zahl der sichtbaren Tiere an einem Sammelplatz lässt keine direkten Rückschlüsse auf die Entwicklung der Brutbestände zu.
Gerade weil sich Stare nach der Brutzeit aus einem weiten Umfeld zusammenfinden, können an einem Ort sehr viele Tiere erscheinen, obwohl die Art andernorts geeignete Brut- und Nahrungsräume verliert. In Bayern wird der Star als gefährdet geführt.
Zu den wesentlichen Belastungen gehören die Intensivierung der Landwirtschaft, der Rückgang von Insekten und der Verlust geeigneter Bruthöhlen. Alte Obstbäume, Höhlenbäume, lichte Waldränder, Weideflächen und strukturreiche Ortsränder verschwinden oder werden voneinander getrennt. Gebäudesanierungen verschließen zusätzliche Nischen, die zuvor als Brutplätze dienten.
Was Stare in unserer Landschaft benötigen
Artenschutz in Franken® setzt sich für eine Landschaft ein, die den Staren nicht nur während des Vogelzuges, sondern während ihres gesamten Jahreszyklus geeignete Bedingungen bietet. Dazu gehören alte Bäume mit natürlichen Höhlen, fachgerecht angebrachte Nisthilfen, extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden sowie insektenreiche Säume.
Auch Streuobstbestände, Hecken und einzelne Gehölzgruppen sind von Bedeutung. Sie bieten Nahrung, Schutz und wichtige Verbindungselemente zwischen den unterschiedlichen Lebensräumen. Pestizidarme oder pestizidfreie Flächen und eine größere Vielfalt in der landwirtschaftlich genutzten Landschaft kommen nicht nur den Staren, sondern zahlreichen weiteren Vogel- und Insektenarten zugute.
Wenn der Herbst auf der Leitung Platz nimmt
Noch ist der Sommer nicht vorüber. Doch die Ansammlung der Stare zeigt uns, dass die nächste Jahreszeit bereits begonnen hat, ihre Zeichen in die Landschaft zu schreiben.
Vielleicht werden morgen noch mehr Vögel auf der Hochspannungsleitung sitzen. Vielleicht ist die Reihe plötzlich wieder verschwunden, weil sich der Schwarm zu einer neuen Nahrungsfläche oder bereits ein Stück weiter in Richtung Winterquartier bewegt hat.
Für Artenschutz in Franken® liegt gerade darin die besondere Faszination des Vogelzuges: Er ist kein einzelner Moment, sondern eine über Wochen verlaufende Bewegung. Sie beginnt mit kleinen Veränderungen – mit kürzeren Tagen, unruhiger werdenden Vogelgruppen und den ersten Staren, die sich Ende August hoch über unseren Köpfen versammeln.
In der Aufnahme vom 30.08.2026
- Für Artenschutz in Franken® sind die Stare auf der Leitung eindrucksvolle Botschafter des Spätsommers und eines der großen Naturschauspiele unserer Heimat.
Die ersten Stare sammeln sich
In der Aufnahme vom 30.08.2026
- Die Hochspannungsleitung dient den Staren als vorübergehender Sammelplatz, von dem aus sie gemeinsam zu ihren Nahrungs- und Ruheflächen aufbrechen.
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