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Wenn der Gesang verstummt ...
Wenn der Gesang verstummt – das Usutu-Virus und die Amseln im Sommerhalbjahr 2026
Noch vor wenigen Wochen war ihr Gesang bereits in den frühen Morgenstunden zu hören. Eine männliche Amsel saß regelmäßig auf dem Dachfirst, während ihr Weibchen im Schutz einer dichten Hecke nach Nahrung suchte. Dann blieb der vertraute Sänger plötzlich aus. Wenig später wurde in einem benachbarten Garten eine Amsel entdeckt, die teilnahmslos im Schatten saß, kaum noch auf ihre Umgebung reagierte und schließlich verendete.
Ähnliche Beobachtungen wurden im Sommerhalbjahr 2026 aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands gemeldet. Besonders Amseln fielen durch auffälliges Verhalten auf oder wurden tot in Gärten, Parks und Grünanlagen gefunden. Als eine mögliche Ursache rückte erneut das Usutu-Virus in den Fokus. Allerdings gilt: Nicht jede geschwächte oder verendete Amsel ist automatisch am Usutu-Virus erkrankt. Sicherheit kann letztlich nur eine fachgerechte Laboruntersuchung geben.
Für Artenschutz in Franken® sind solche Ereignisse ein eindringliches Signal. Die Amsel gehört zu unseren bekanntesten Gartenvögeln. Gerade weil sie uns so vertraut erscheint, fällt es besonders auf, wenn ihr Gesang in einem Wohngebiet plötzlich leiser wird oder ganz verstummt.
Was ist das Usutu-Virus?
Das Usutu-Virus ist ein durch Stechmücken übertragener Krankheitserreger. Es wurde ursprünglich in Afrika beschrieben und konnte im Jahr 2010 erstmals in Stechmücken in Deutschland nachgewiesen werden. Seit 2011 traten hierzulande wiederholt Erkrankungs- und Todesfälle bei Wildvögeln auf.
Wildvögel bilden den natürlichen Wirtskreis des Virus. Stechmücken nehmen den Erreger beim Blutsaugen an einem infizierten Vogel auf und können ihn bei einer späteren Blutmahlzeit auf weitere Vögel übertragen. Eine unmittelbare Ansteckung von Amsel zu Amsel spielt nach bisherigem Kenntnisstand dagegen keine wesentliche Rolle.
Besonders empfindlich reagieren Vögel aus der Familie der Drosseln, allen voran die Amsel (Turdus merula). Deshalb wird ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung häufig als „Amselsterben“ bezeichnet. Das Virus kann jedoch auch andere Singvögel sowie Eulen- und Greifvogelarten betreffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut beschreibt neben Apathie auch Störungen des zentralen Nervensystems wie Taumeln oder ein unnatürliches Verdrehen des Kopfes.
Auffällige Amseln im Sommer 2026
Im Sommer 2026 wurden auch aus Bayern verdächtige Todesfälle bekannt. So berichteten Familien im Raum München von mehreren tot aufgefundenen Amseln. Fachleute sahen das Usutu-Virus als wahrscheinliche Ursache an.
Auch aus weiteren Teilen Deutschlands wurden im Verlauf der Stechmückensaison kranke oder verendete Amseln gemeldet. Eine exakte bundesweite Gesamtzahl der tatsächlich am Usutu-Virus verendeten Vögel lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Viele Kadaver werden nicht gefunden, andere nicht untersucht. Außerdem können Vergiftungen, Verletzungen, Parasiten, bakterielle Infektionen oder andere Viruserkrankungen ähnliche Auffälligkeiten hervorrufen.
Artenschutz in Franken® legt deshalb Wert auf eine fachlich saubere Unterscheidung: Ein Totfund ist zunächst ein Verdachtsfall. Erst der labordiagnostische Nachweis bestätigt eine Usutu-Infektion.
Woran kann eine erkrankte Amsel erkannt werden?
Betroffene Amseln können sehr schwach und ungewöhnlich zutraulich wirken. Häufig fliehen sie selbst dann nicht mehr, wenn sich Menschen nähern. Mögliche Anzeichen sind:
Solche Symptome sind für die erkrankten Vögel äußerst belastend. Eine gezielte Behandlung gegen das Virus steht für freilebende Amseln nicht zur Verfügung. Erkrankte Tiere verenden häufig innerhalb weniger Tage.
Wer einen auffälligen Vogel entdeckt, sollte Abstand halten und ihn nicht unnötig verfolgen oder einfangen. Befindet er sich unmittelbar in Gefahr, kann fachlicher Rat bei einer vogelkundigen Tierarztpraxis oder einer anerkannten Wildvogelstation eingeholt werden.
Warum tritt die Erkrankung im Sommer auf?
Die meisten Usutu-Fälle treten während der Stechmückensaison auf. Der Schwerpunkt liegt gewöhnlich zwischen Mai und September; abhängig von Witterung und Region können Verdachtsfälle auch darüber hinaus beobachtet werden.
Warme Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Stechmücken und können außerdem die Vermehrung des Virus in den Überträgern begünstigen. Niederschlagsreiche Phasen schaffen zahlreiche Brutgewässer, während anschließende Wärme eine schnelle Entwicklung der Mücken ermöglicht. Schon kleine Wasseransammlungen in Regentonnen, Eimern, Untersetzern oder offen herumliegenden Behältern können dafür ausreichen.
Der Klimawandel ist nicht die alleinige Ursache der Krankheit. Längere Wärmeperioden und mildere Bedingungen können jedoch die Aktivitätszeit bestimmter Stechmücken verlängern und damit die Übertragung begünstigen. Für Artenschutz in Franken® zeigt sich hier, wie eng Klimaveränderungen, Tiergesundheit und der Zustand unserer Ökosysteme miteinander verbunden sind.
Was ist bei einem toten Vogel zu tun?
Kranke oder tot aufgefundene Amseln können über das Onlineformular des NABU gemeldet werden. Wichtig sind möglichst genaue Angaben zum Fundort, Funddatum, Zustand des Tieres und zu zuvor beobachteten Symptomen. Solche Meldungen helfen dabei, zeitliche und regionale Schwerpunkte des Geschehens zu erkennen.
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin empfiehlt beim Umgang mit einem toten Vogel Handschuhe oder eine über die Hand gestülpte Plastiktüte. Danach sollten die Hände gründlich gereinigt werden. Soll der Kadaver für eine Laboruntersuchung eingesandt werden, müssen zuvor die jeweils aktuellen Hinweise zur Verpackung, Kühlung und Einsendung beachtet werden. Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Tot aufgefundene Vögel sollten niemals mit bloßen Händen berührt werden. Das ist eine allgemeine Hygieneregel, denn ohne Untersuchung lässt sich nicht erkennen, woran ein Tier verendet ist.
Besteht eine Gefahr für Menschen?
Das Usutu-Virus ist grundsätzlich auf Menschen übertragbar, Infektionen sind jedoch selten und verlaufen häufig ohne erkennbare Beschwerden. In wenigen Fällen können insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ernstere Erkrankungen auftreten. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Stechmücke und nicht durch das bloße Beobachten einer kranken Amsel.
Es besteht daher kein Grund zur Panik oder zur Ablehnung unserer Gartenvögel. Umsichtige Hygiene und ein konsequenter Schutz vor Stechmücken sind dennoch sinnvoll.
Was können Gartenbesitzer beitragen?
Stechmücken sollten möglichst keine zusätzlichen Brutplätze erhalten. Regentonnen können dicht abgedeckt, nicht benötigte Gefäße umgedreht und Wasseransammlungen in Untersetzern regelmäßig beseitigt werden. Dachrinnen und Abflüsse sollten frei bleiben.
Vogeltränken sind gerade an heißen Tagen wertvoll. Ihr Wasser sollte jedoch möglichst täglich erneuert und das Gefäß regelmäßig gründlich mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. So wird nicht nur die Entwicklung von Stechmücken unterbrochen, sondern auch das Risiko anderer an Futter- und Wasserstellen übertragbarer Vogelkrankheiten reduziert.
Chemische Bekämpfungsmittel sollten im naturnahen Garten nicht vorschnell eingesetzt werden. Sie können auch andere Insekten und damit wichtige Bestandteile des Nahrungsnetzes treffen. Ein naturnaher Garten mit vielfältigen Strukturen fördert zudem natürliche Gegenspieler von Stechmücken, darunter Libellen, Fledermäuse und insektenfressende Vögel.
Mehr als ein vorübergehendes Vogelsterben
Amselbestände können sich nach einem regionalen Usutu-Ausbruch wieder erholen. Lokal sind jedoch deutliche Einbrüche möglich, vor allem wenn eine Population erstmals intensiv mit dem Virus in Kontakt kommt. Deshalb sollte das Geschehen nicht verharmlost werden.
Gleichzeitig wirken auf die Amsel weitere Belastungen ein: der Verlust dichter Hecken, versiegelte Gartenflächen, fehlende Insekten, ausgetrocknete Böden, Pestizide, Verkehr und der Rückgang strukturreicher Grünanlagen. Das Usutu-Virus trifft somit auf Vogelbestände, die vielerorts bereits mit zahlreichen Veränderungen ihres Lebensraums zurechtkommen müssen.
Artenschutz in Franken® betrachtet das Amselsterben im Sommerhalbjahr 2026 daher nicht isoliert. Es ist Teil einer größeren Aufgabe: Wir müssen Erkrankungen aufmerksam erfassen, wissenschaftliche Untersuchungen unterstützen und gleichzeitig die Lebensräume unserer Vögel stärken.
Das Verstummen einer einzelnen Amsel mag zunächst wie ein kleines Ereignis erscheinen. Wenn jedoch in zahlreichen Gärten der vertraute Gesang fehlt, wird daraus eine Botschaft, die wir nicht überhören sollten.
In der Aufnahme vom 02.09.2026
Noch vor wenigen Wochen war ihr Gesang bereits in den frühen Morgenstunden zu hören. Eine männliche Amsel saß regelmäßig auf dem Dachfirst, während ihr Weibchen im Schutz einer dichten Hecke nach Nahrung suchte. Dann blieb der vertraute Sänger plötzlich aus. Wenig später wurde in einem benachbarten Garten eine Amsel entdeckt, die teilnahmslos im Schatten saß, kaum noch auf ihre Umgebung reagierte und schließlich verendete.
Ähnliche Beobachtungen wurden im Sommerhalbjahr 2026 aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands gemeldet. Besonders Amseln fielen durch auffälliges Verhalten auf oder wurden tot in Gärten, Parks und Grünanlagen gefunden. Als eine mögliche Ursache rückte erneut das Usutu-Virus in den Fokus. Allerdings gilt: Nicht jede geschwächte oder verendete Amsel ist automatisch am Usutu-Virus erkrankt. Sicherheit kann letztlich nur eine fachgerechte Laboruntersuchung geben.
Für Artenschutz in Franken® sind solche Ereignisse ein eindringliches Signal. Die Amsel gehört zu unseren bekanntesten Gartenvögeln. Gerade weil sie uns so vertraut erscheint, fällt es besonders auf, wenn ihr Gesang in einem Wohngebiet plötzlich leiser wird oder ganz verstummt.
Was ist das Usutu-Virus?
Das Usutu-Virus ist ein durch Stechmücken übertragener Krankheitserreger. Es wurde ursprünglich in Afrika beschrieben und konnte im Jahr 2010 erstmals in Stechmücken in Deutschland nachgewiesen werden. Seit 2011 traten hierzulande wiederholt Erkrankungs- und Todesfälle bei Wildvögeln auf.
Wildvögel bilden den natürlichen Wirtskreis des Virus. Stechmücken nehmen den Erreger beim Blutsaugen an einem infizierten Vogel auf und können ihn bei einer späteren Blutmahlzeit auf weitere Vögel übertragen. Eine unmittelbare Ansteckung von Amsel zu Amsel spielt nach bisherigem Kenntnisstand dagegen keine wesentliche Rolle.
Besonders empfindlich reagieren Vögel aus der Familie der Drosseln, allen voran die Amsel (Turdus merula). Deshalb wird ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung häufig als „Amselsterben“ bezeichnet. Das Virus kann jedoch auch andere Singvögel sowie Eulen- und Greifvogelarten betreffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut beschreibt neben Apathie auch Störungen des zentralen Nervensystems wie Taumeln oder ein unnatürliches Verdrehen des Kopfes.
Auffällige Amseln im Sommer 2026
Im Sommer 2026 wurden auch aus Bayern verdächtige Todesfälle bekannt. So berichteten Familien im Raum München von mehreren tot aufgefundenen Amseln. Fachleute sahen das Usutu-Virus als wahrscheinliche Ursache an.
Auch aus weiteren Teilen Deutschlands wurden im Verlauf der Stechmückensaison kranke oder verendete Amseln gemeldet. Eine exakte bundesweite Gesamtzahl der tatsächlich am Usutu-Virus verendeten Vögel lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Viele Kadaver werden nicht gefunden, andere nicht untersucht. Außerdem können Vergiftungen, Verletzungen, Parasiten, bakterielle Infektionen oder andere Viruserkrankungen ähnliche Auffälligkeiten hervorrufen.
Artenschutz in Franken® legt deshalb Wert auf eine fachlich saubere Unterscheidung: Ein Totfund ist zunächst ein Verdachtsfall. Erst der labordiagnostische Nachweis bestätigt eine Usutu-Infektion.
Woran kann eine erkrankte Amsel erkannt werden?
Betroffene Amseln können sehr schwach und ungewöhnlich zutraulich wirken. Häufig fliehen sie selbst dann nicht mehr, wenn sich Menschen nähern. Mögliche Anzeichen sind:
- Teilnahmslosigkeit und fehlende Fluchtreaktion,
- aufgeplustertes Gefieder,
- unsicherer Stand oder taumelnde Bewegungen,
- hängende Flügel,
- auffällige Kopfhaltung oder Kopfverdrehungen,
- Probleme beim Fliegen,
- längeres Sitzen an ungeschützten Stellen,
- geschlossene oder halb geschlossene Augen,
- rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Solche Symptome sind für die erkrankten Vögel äußerst belastend. Eine gezielte Behandlung gegen das Virus steht für freilebende Amseln nicht zur Verfügung. Erkrankte Tiere verenden häufig innerhalb weniger Tage.
Wer einen auffälligen Vogel entdeckt, sollte Abstand halten und ihn nicht unnötig verfolgen oder einfangen. Befindet er sich unmittelbar in Gefahr, kann fachlicher Rat bei einer vogelkundigen Tierarztpraxis oder einer anerkannten Wildvogelstation eingeholt werden.
Warum tritt die Erkrankung im Sommer auf?
Die meisten Usutu-Fälle treten während der Stechmückensaison auf. Der Schwerpunkt liegt gewöhnlich zwischen Mai und September; abhängig von Witterung und Region können Verdachtsfälle auch darüber hinaus beobachtet werden.
Warme Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Stechmücken und können außerdem die Vermehrung des Virus in den Überträgern begünstigen. Niederschlagsreiche Phasen schaffen zahlreiche Brutgewässer, während anschließende Wärme eine schnelle Entwicklung der Mücken ermöglicht. Schon kleine Wasseransammlungen in Regentonnen, Eimern, Untersetzern oder offen herumliegenden Behältern können dafür ausreichen.
Der Klimawandel ist nicht die alleinige Ursache der Krankheit. Längere Wärmeperioden und mildere Bedingungen können jedoch die Aktivitätszeit bestimmter Stechmücken verlängern und damit die Übertragung begünstigen. Für Artenschutz in Franken® zeigt sich hier, wie eng Klimaveränderungen, Tiergesundheit und der Zustand unserer Ökosysteme miteinander verbunden sind.
Was ist bei einem toten Vogel zu tun?
Kranke oder tot aufgefundene Amseln können über das Onlineformular des NABU gemeldet werden. Wichtig sind möglichst genaue Angaben zum Fundort, Funddatum, Zustand des Tieres und zu zuvor beobachteten Symptomen. Solche Meldungen helfen dabei, zeitliche und regionale Schwerpunkte des Geschehens zu erkennen.
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin empfiehlt beim Umgang mit einem toten Vogel Handschuhe oder eine über die Hand gestülpte Plastiktüte. Danach sollten die Hände gründlich gereinigt werden. Soll der Kadaver für eine Laboruntersuchung eingesandt werden, müssen zuvor die jeweils aktuellen Hinweise zur Verpackung, Kühlung und Einsendung beachtet werden. Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Tot aufgefundene Vögel sollten niemals mit bloßen Händen berührt werden. Das ist eine allgemeine Hygieneregel, denn ohne Untersuchung lässt sich nicht erkennen, woran ein Tier verendet ist.
Besteht eine Gefahr für Menschen?
Das Usutu-Virus ist grundsätzlich auf Menschen übertragbar, Infektionen sind jedoch selten und verlaufen häufig ohne erkennbare Beschwerden. In wenigen Fällen können insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ernstere Erkrankungen auftreten. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Stechmücke und nicht durch das bloße Beobachten einer kranken Amsel.
Es besteht daher kein Grund zur Panik oder zur Ablehnung unserer Gartenvögel. Umsichtige Hygiene und ein konsequenter Schutz vor Stechmücken sind dennoch sinnvoll.
Was können Gartenbesitzer beitragen?
Stechmücken sollten möglichst keine zusätzlichen Brutplätze erhalten. Regentonnen können dicht abgedeckt, nicht benötigte Gefäße umgedreht und Wasseransammlungen in Untersetzern regelmäßig beseitigt werden. Dachrinnen und Abflüsse sollten frei bleiben.
Vogeltränken sind gerade an heißen Tagen wertvoll. Ihr Wasser sollte jedoch möglichst täglich erneuert und das Gefäß regelmäßig gründlich mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. So wird nicht nur die Entwicklung von Stechmücken unterbrochen, sondern auch das Risiko anderer an Futter- und Wasserstellen übertragbarer Vogelkrankheiten reduziert.
Chemische Bekämpfungsmittel sollten im naturnahen Garten nicht vorschnell eingesetzt werden. Sie können auch andere Insekten und damit wichtige Bestandteile des Nahrungsnetzes treffen. Ein naturnaher Garten mit vielfältigen Strukturen fördert zudem natürliche Gegenspieler von Stechmücken, darunter Libellen, Fledermäuse und insektenfressende Vögel.
Mehr als ein vorübergehendes Vogelsterben
Amselbestände können sich nach einem regionalen Usutu-Ausbruch wieder erholen. Lokal sind jedoch deutliche Einbrüche möglich, vor allem wenn eine Population erstmals intensiv mit dem Virus in Kontakt kommt. Deshalb sollte das Geschehen nicht verharmlost werden.
Gleichzeitig wirken auf die Amsel weitere Belastungen ein: der Verlust dichter Hecken, versiegelte Gartenflächen, fehlende Insekten, ausgetrocknete Böden, Pestizide, Verkehr und der Rückgang strukturreicher Grünanlagen. Das Usutu-Virus trifft somit auf Vogelbestände, die vielerorts bereits mit zahlreichen Veränderungen ihres Lebensraums zurechtkommen müssen.
Artenschutz in Franken® betrachtet das Amselsterben im Sommerhalbjahr 2026 daher nicht isoliert. Es ist Teil einer größeren Aufgabe: Wir müssen Erkrankungen aufmerksam erfassen, wissenschaftliche Untersuchungen unterstützen und gleichzeitig die Lebensräume unserer Vögel stärken.
Das Verstummen einer einzelnen Amsel mag zunächst wie ein kleines Ereignis erscheinen. Wenn jedoch in zahlreichen Gärten der vertraute Gesang fehlt, wird daraus eine Botschaft, die wir nicht überhören sollten.
In der Aufnahme vom 02.09.2026
- Tote Amsel - Das Usutu-Virus wird hauptsächlich durch Stechmücken übertragen und tritt deshalb vor allem während des Sommerhalbjahres auf.
Wenn der Gesang verstummt ...
In der Aufnahme vom 02.09.2026
- Im Sommer 2026 wurden aus verschiedenen Regionen erneut kranke und verendete Amseln gemeldet.
Wenn der Gesang verstummt ...
In der Aufnahme vom 02.09.2026
- Das Usutu-Virus ist eine zusätzliche Belastung für Vögel, die bereits unter Lebensraumverlust, Nahrungsmangel und klimatischen Veränderungen leiden.
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